Sony ZV-E10

Sony ZV-E10: Die besten Einstellungen für Video

Servus Freunde, in diesem Guide gehe ich mit dir Menü für Menü durch die besten Video-Einstellungen für die Sony ZV-E10. Kleiner Hinweis vorweg: Meine Settings sehen an ein, zwei Stellen anders aus, weil ich mit einer LUT und Picture Profile 10 arbeite. Aber keine Sorge, die allermeisten Einstellungen funktionieren genauso, wenn du kein PP10 nutzt.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 22. August 2022 5 Min Lesezeit 24.100 Aufrufe

Manueller Modus als Fundament

Bevor du irgendetwas einstellst: Das komplette Zurücksetzen der Kamera kannst du dir sparen. Da geht es nur um Uhrzeit und Region, also nichts, was deine Videos besser macht. Wir gehen die Settings lieber direkt einzeln durch, so wie ich sie auswendig kenne.

Der wichtigste erste Schritt ist der Aufnahmemodus. Ab Werk steht die ZV-E10 auf Intelligent Auto. Für Video willst du das aber nicht. Geh in den zweiten Reiter auf Shoot Mode und stell das Ganze auf M für manuell.

Es gibt auch die Zwischenstufen: Aperture Priority (A) verändert nur die Blende, gut für schöne Bokeh-Effekte. Shutter Priority (S) ist das Gegenteil und regelt nur die Verschlusszeit. Ich bleibe aber komplett auf manuell, denn im manuellen Modus stellst du Verschlusszeit, Blende und ISO selbst ein. Genau das willst du bei Video haben.

Screenshot des zweiten Menü-Reiters mit dem auf M gestellten Shoot Mode.

Fokus, Messung und Weißabgleich richtig setzen

Beim Fokus Mode hast du die Wahl zwischen Autofokus und manuellem Fokus. Der Autofokus der ZV-E10 zieht sauber nach, egal wohin ich zeige, oder du stellst auf manuell um und drehst selbst am Ring.

Das Fokusfeld stell auf Weit. Standardmäßig steht es auf Zone, aber mit Weit wird praktisch das ganze Bild für den Fokus genutzt, du hast also einen viel größeren Aufnahmebereich. Die Gesichts- und Augenerkennung lässt du auf den Standardwerten, die sind ab Werk gut eingestellt.

Die Messmethode setzt du auf Multi, das ist hier die beste Einstellung. ISO regelst du entweder im Menü oder direkt über den ISO-Button, ganz wie du magst.

Beim Weißabgleich nutze ich Auto nur gelegentlich. Wenn ich für Run-&-Gun draußen bin, kann ich nicht ständig mit einer Graukarte messen, dann gehe ich auf Daylight, Shades oder Cloudy, je nach Situation. Im Studio nehme ich meine Graukarte und setze den Weißabgleich exakt. Draußen ist der Automatik-Wert der Sony eigentlich richtig gut.

„Focus Peaking ist wirklich eine sehr, sehr gute Einstellung: Sobald du am Fokusring drehst, leuchten alle scharfen Kanten rot auf, und du siehst sofort, was scharf ist.“

Die Display-Helfer: Focus Peaking, Zebras und Product Showcase

Jetzt zu den Helfern, die dir das Leben im Sucher leichter machen. Focus Peaking steht ab Werk auf Off. Schalt es auf On, das Peaking-Level auf High und die Peaking-Farbe auf Rot. Sobald du am Fokusring drehst, leuchten alle scharfen Kanten rot auf. Du siehst also sofort, was im Fokus ist. Wichtig: Das funktioniert nur beim manuellen Fokus, beim Autofokus brauchst du es nicht.

Der Product Showcase-Modus ist ein richtig nettes Feature. Du aktivierst ihn vor der Aufnahme, auch direkt über die Papierkorb-Taste an der Kamera. Hältst du dann ein Produkt in die Kamera, springt der Fokus in unter einer Sekunde darauf. Nimmst du es weg, ist sofort wieder dein Gesicht scharf, weil die Kamera dein registriertes Gesicht erkennt. Das geht wirklich ruckzuck.

Die Zebras solltest du auf jeden Fall einschalten. Sie zeigen dir mit einem Schwarz-Weiß-Muster im Display, welche Bereiche überbelichtet sind. 75 ist der Wert für Hauttöne, ab 100+ erkennst du echte Überbelichtung. Wenn zum Beispiel der Himmel im Muster erscheint, gehen dort Bildinformationen verloren. Ich nutze wegen meiner LUT eine Custom-Einstellung, aber für den Anfang reicht dir das Standard-Zebra völlig. Das Gitternetz schalte ich zusätzlich ein, damit ich immer sauber mittig im Bild sitze.

Picture Profiles und LUTs: PP10, HLG3 und BT.2020

Kurz zu den Spielereien, die du überspringen kannst: Creative Style brauchst du nicht, lass es auf Standard. Der Picture Profile Effekt ist reine Spielerei mit anderen Farben. Und der Soft Skin Effekt ist ehrlich gesagt eine lächerliche Funktion, nutz ihn nicht, das sieht nicht gut aus, vertrau mir.

Jetzt zu den Picture Profiles. Ich arbeite mit Picture Profile 10, weil ich eine korrektive LUT nutze. Dafür wähle ich HLG3 und BT.2020. Das sind bewusst nicht die Farben, die am Ende echt aussehen, die ziehe ich später im Post gerade. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Farbprofile.

Wenn du damit überhaupt nichts am Hut hast und dich nicht ins Color Grading einarbeiten willst, dann lass die Picture Profiles einfach aus. Dann macht die Kamera ihre eigenen Farben und du musst später nichts korrigieren. Beides ist völlig legitim, es kommt nur darauf an, wie viel Arbeit du in die Nachbearbeitung stecken willst.

Display-Ansicht mit aktivem Focus Peaking: scharfe Kanten leuchten rot, während am Fokusring gedreht wird.

Aufnahmeformat, PAL/NTSC und SteadyShot

Beim Dateiformat hast du XAVC S HD (Full HD) und XAVC S 4K. In Full HD bekommst du für Slow Motion Optionen wie 100p bei 100 Mbit, und ich empfehle immer das Maximum. In 4K stellst du 25 fps mit 100 Mbit oder 60 Mbit ein.

Ganz wichtig ist der PAL/NTSC-Umschalter. Wir in Europa müssen auf PAL stellen. Der Grund sind die Frequenzen: Unsere Lichtquellen laufen mit 50 Hertz, nicht mit 60 wie in Amerika. Stellst du auf NTSC, bekommst du zwar Bildraten wie 60 oder 120 fps, aber deine normalen Lampen zu Hause fangen an zu flackern. Nur mit reinen Studiolichtern kannst du gefahrlos auf NTSC gehen und dir so noch ein paar Frames mehr für Slow Motion herauskitzeln.

Proxy Recording ist für schwache oder ältere Rechner gedacht. Du hast trotzdem 4K, nur komprimiert. Ich würde das aber lieber am PC lösen und nur nutzen, wenn dein Rechner wirklich gar nicht mitkommt. Das Audio Level Display stell auf On, dann siehst du die Pegel von Kanal 1 und 2.

Zwei weitere Punkte: SteadyShot lasse ich fast immer aus, denn die Stabilisierung kostet dich einen Crop von rund 44 Prozent, das ist mir nicht zumutbar. Nur situationsbedingt schalte ich sie ein. Und statt Optical Zoom Only nutze ich den Clear Image Zoom von Sony.

Die kleinen System-Settings gegen Überhitzung und leere Akkus

Zum Schluss die kleinen Settings, die im Alltag den Unterschied machen. Release ohne Objektiv stell auf Enable. Sonst geht die Kamera aus, wenn du das Objektiv löst, und vor allem funktionieren rein manuelle Objektive ohne Autofokus nur, wenn das aktiviert ist.

Die Monitor-Helligkeit stell auf Sunny. Das Display ist nicht das beste, und auf Sunny wird es deutlich heller und besser ablesbar. Den Piepton beim Aufnehmen (Volume Setting) hab ich mir auf die Mitte gezogen, weil er ab Werk viel zu laut war.

Beim Stromsparen setzt du die automatische Abschaltung auf 5 Minuten, damit dir die Kamera nicht gefühlt nach zehn Sekunden ausgeht. Und ganz entscheidend gegen das bekannte Überhitzungsproblem: Stell die Abschalttemperatur auf HIGH, sonst geht die ZV-E10 dir schon nach rund 20 Minuten aus. Den Flugmodus kannst du einschalten, wenn du die Funkfunktionen nicht brauchst, das spart Akku.

Der Rest ist Feintuning: Du kannst dir alle Tasten frei belegen, was extrem praktisch ist, und das HDMI Info Display lässt du einfach auf Auto. Damit hast du alle video-relevanten Einstellungen durch.

Das Wichtigste in Kürze
  • Aufnahmemodus auf M stellen: Verschlusszeit, Blende und ISO steuerst du komplett selbst.
  • Fokusfeld auf Weit und Messmethode auf Multi für maximalen Fokusbereich und korrekte Belichtung.
  • Focus Peaking (On, High, Rot) und Zebras (75 für Haut, 100+ für Überbelichtung) einschalten.
  • 4K mit 25 fps und 100 Mbit, und in Europa unbedingt PAL, sonst flackert das Bild.
  • SteadyShot aus wegen ca. 44 % Crop, stattdessen Clear Image Zoom statt Optical Zoom Only.
  • Abschalttemperatur auf HIGH gegen Überhitzung und Auto-Aus auf 5 Minuten setzen.
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Über den Autor

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Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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