Sony ZV-E10

ZV-E10 Slow Motion einstellen: S&Q vs. manuell + Premiere

ZV-E10 Slow Motion einstellen ohne S&Q: 100 FPS manuell für mehr Details, plus Premiere-Pro-Time-Remapping für saubere Zeitlupen-Rampen. Schritt für Schritt.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 25. Juli 2022 7 Min Lesezeit
TL;DR: Für die beste Zeitlupe stellst du die ZV-E10 manuell auf XAVC S HD, 100p, 100 Mbit statt den S&Q-Modus zu nutzen. Das gibt dir 100 Mbit statt 16 Mbit, also deutlich mehr Details. In Premiere Pro ziehst du das Footage per Time Remapping auf 25 % runter und baust weiche Speed-Rampen mit Keyframes.

Basiert auf meinem Video: ZV-E10 Slow Motion richtig einstellen vs. S&Q + Premiere Pro

Die meisten drehen ihre Zeitlupe mit dem S&Q-Modus, weil das der beqüme Weg ist. Der Haken: S&Q nimmt nur mit 16 Mbit auf, und im Schnitt sieht man das. Ich zeig dir den manuellen Weg mit 100 Mbit, der fast keinen Aufwand mehr macht, dir aber sauberes Footage liefert. Und danach schneiden wir das Ganze in Premiere Pro so, dass die Zeitlupe wirklich smooth wird.

Wie stelle ich Slow Motion an der ZV-E10 ein?

Kurz: du gehst ins Menü, stellst das Aufnahmeformat von 4K auf XAVC S HD (Full HD) um und wählst 100p mit 100 Mbit. Mehr ist es für den Slow-Motion-Modus nicht.

Die Schritte im Detail:

1. Menü öffnen, File Format von 4K auf XAVC S HD stellen. Das ist Full HD. 2. Darunter die Framerate auf 100p und die Bitrate auf 100 Mbit setzen. 3. Shutter Speed anpassen (dazu gleich mehr). 4. Blende oder ISO nachziehen, weil das Bild dunkler wird. 5. Aufnehmen. Fertig.

Das war die komplette Einstellung. Du drehst jetzt mit 100 Bildern pro Sekunde, und im Schnitt verlangsamst du das auf 25 FPS. Das ist ein Vierfach-Slow-Motion, also 25 % Geschwindigkeit.

Wenn du beim ganzen Menü-Setup unsicher bist, geh vorher meinen ZV-E10 Guide zu den besten Video-Einstellungen durch. Da sitzen die Grundlagen, auf denen dieser Slow-Motion-Modus aufbaut.

Warum musst du den Shutter Speed anpassen?

Weil die Verschlusszeit immer das Doppelte der Framerate sein sollte. Bei 25 FPS drehst du das ganze Jahr mit 1/50. Sobald du auf 100 FPS gehst, brauchst du 1/200.

Die Regel ist simpel: Framerate mal zwei ist dein Shutter Speed.

Framerate Shutter Speed
25 FPS 1/50
50 FPS 1/100
100 FPS 1/200
120 FPS 1/240

Und jetzt kommt der Punkt, den viele übersehen: mit dem schnelleren Shutter wird dein Bild dunkler. Deutlich dunkler. Du musst das ausgleichen, entweder mit einer offenen Blende oder mit höherer ISO. Wenn du oft in Zeitlupe drehst, lohnt sich eine lichtstarke Festbrennweite wie das Sigma 16mm F1.4 an der ZV-E10. Bei f1.4 holst du das Licht rein, das dir der schnelle Shutter klaut, ohne die ISO hochjagen zu müssen.

Noch was, das du wissen solltest: bei 100 FPS funktioniert die Eye- und Face-Detection nicht mehr. Der Autofokus läuft zwar, aber die Gesichts- und Augenerkennung ist raus. Plan deine Slow-Motion-Shots also so, dass du auch ohne Face-Tracking scharf bleibst.

Was ist der Unterschied zwischen S&Q und dem manuellen Modus?

Der Kernunterschied ist die Bitrate: manuell drehst du mit 100 Mbit, S&Q nur mit 16 Mbit. Das ist der ganze Grund, warum ich den manuellen Weg empfehle.

Im S&Q-Modus ist alles vorgekaut. Du kannst weder Blende noch Shutter Speed verändern, nur die Helligkeit über die ISO. Stellst du zum Beispiel ISO 1000 ein, zieht die Kamera die Blende automatisch mit. Unter den S&Q-Settings wählst du nur die Framerate, sinnvoll ist hier 100 FPS. Und unten steht dann: 16 Mbit pro Sekunde.

Der manuelle Modus gibt dir die volle Kontrolle und die 100 Mbit. Genau das siehst du im fertigen Bild.

S&Q-Modus Manuell (100p)
Bitrate 16 Mbit
Blende einstellbar nein
Shutter einstellbar nein
Details im Bild weniger
Aufwand minimal

Ehrlich: S&Q ist gar nicht so schlecht, wie ich vorher dachte. Auf den ersten Blick sieht man kaum einen Unterschied, das hat mich selbst überrascht. ABER sobald du in Premiere reinzoomst, wird’s klar: bei S&Q ist mein Gesicht sichtbar verpixelter, die Hose verliert Struktur, feine Details verschwinden. Bei 100 Mbit ist einfach mehr da. Auf der Terrasse bei mehr Licht war der Abstand noch deutlicher. Für ein bisschen mehr Aufwand kriegst du also spürbar besseres Footage.

Dass die Bitrate der Hebel ist, hab ich auch im Vergleich 4K vs. 1080p an der ZV-E10 auseinandergenommen. Da geht’s um den Unterschied zwischen 60 und 100 Mbit, und der ist größer, als man denkt.

PAL oder NTSC: 100 oder 120 FPS?

In Europa stehst du auf PAL, und damit sind 100 FPS dein Maximum in Full HD. Willst du 120 FPS, musst du die Kamera auf NTSC umstellen, und dann fängst du dir unter Kunstlicht ein Flackern ein.

Der Grund: unser Stromnetz läuft mit 50 Hz, darauf ist PAL abgestimmt. NTSC ist für Nordamerika gemacht. Stellst du auf NTSC um, öffnet die Kamera dir 30 FPS in 4K und 120 FPS in Full HD. Klingt verlockend, weil 120 FPS mehr Slow-Motion-Spielraum geben.

Der Haken: normale Lampen bei dir zu Hause flackern im NTSC-Modus im Bild, weil sie nicht zur Framerate passen. Draußen bei Tageslicht ist das egal. Und mit echten Studio-Lampen oder professioneller Dauerbeleuchtung ist die Frequenz auch egal, dann kannst du bedenkenlos auf 120 FPS gehen. Wenn du das Thema Flackern ganz verstehen willst, hab ich den Unterschied zwischen NTSC und PAL und wie du Flackern löst separat erklärt.

Slow Motion in Premiere Pro schneiden

Zieh das 100p-Footage in eine 4K-Sequenz, pass es per „Set to Frame Size“ an und verlangsame es dann. Es gibt zwei Wege, und den zweiten nutze ich fast immer.

Vorher noch der Bitraten-Check, damit du weißt, was du wirklich in der Timeline hast: Rechtsklick auf den Clip, Properties, dann Details. Unten steht die Total Bitrate. Bei S&Q siehst du hier 16 Mbit, beim manuellen Clip rund 96 Mbit. Die Zahl schwankt leicht, weil die Bitrate variabel ist.

Weg 1: Speed / Duration

Der schnelle Weg für eine gleichmäßige Zeitlupe.

1. Rechtsklick auf den Clip, Speed/Duration wählen. 2. Den Wert eingeben. Für Vierfach-Slow-Motion nimmst du 25 %. 3. Willst du es nur halb so langsam, nimm 50 %. Dann läuft es entsprechend schneller.

Fertig. Ein Wert, ein Klick, gleichmäßige Zeitlupe über den ganzen Clip.

Weg 2: Time Remapping mit Speed-Rampen

Der Weg, den ich nehme, wenn die Zeitlupe smooth ein- und aussteigen soll. Also wenn eine Bewegung normal startet, mitten drin in die Zeitlupe gleitet und wieder rauskommt.

1. Doppelklick auf den Clip in der Timeline, dann die Spur etwas hochziehen. 2. Rechtsklick, Show Clip Keyframes, dann Time Remapping und Speed. 3. Jetzt siehst du eine waagerechte Linie im Clip. Die kannst du hoch- und runterziehen, um schneller oder langsamer zu werden. 4. Mit Strg + Linksklick auf die Linie setzt du Keyframes. Zwei Keyframes definieren einen Bereich. 5. Den Bereich zwischen zwei Keyframes ziehst du auf zum Beispiel 25 % runter. Der Rest bleibt bei 100 %. 6. An jedem Keyframe siehst du einen grauen Anfasser. Zieh den auseinander, dann entsteht eine Rampe. Genau das macht den Übergang smooth statt abgehackt. 7. Die eckigen Übergänge kannst du zusätzlich abrunden, indem du die kleinen Griffe verschiebst, bis die Linie eine weiche Kurve bildet.

Am Ende hast du eine Kurve, die von 100 % sanft auf 25 % rampt, kurz in Zeitlupe bleibt und wieder auf 100 % hochzieht. Die Audiospur bleibt dabei unberührt, nur das Bild ändert seine Geschwindigkeit. Das ist der Look, der teuer aussieht, aber nur ein paar Keyframes braucht.

Das Ganze funktioniert genauso in Final Cut Pro und DaVinci Resolve, das Prinzip ist überall gleich. Ich nutze halt Premiere Pro. Wenn du an deinem Schnitt generell feilen willst, schau in meine Schnitt-Techniken, mit denen du dein Footage aufwertest.

Häufige Fragen

Kann die ZV-E10 4K Slow Motion? Nein. Für 100 FPS musst du auf XAVC S HD, also Full HD, runter. In 4K gibt dir die Kamera im PAL-Modus maximal 25 FPS und im NTSC-Modus 30 FPS, das reicht nicht für echte Zeitlupe.

Wie viel Slow Motion sind 100 FPS? Wenn du 100 FPS auf 25 FPS runterrechnest, ist das ein Vierfach-Slow-Motion, also 25 % Geschwindigkeit. Bewegungen laufen viermal langsamer als in Echtzeit.

Warum ist mein Slow-Motion-Bild so dunkel? Weil der schnellere Shutter Speed weniger Licht durchlässt. Bei 100 FPS drehst du mit 1/200 statt 1/50, das ist zwei Blendenstufen dunkler. Gleich das über eine offenere Blende oder höhere ISO aus.

Ist S&Q oder der manuelle Modus besser? Manuell, wenn dir Qualität wichtig ist, weil du 100 Mbit statt 16 Mbit bekommst und mehr Details hast. S&Q ist beqümer und für schnelle Clips okay, verliert aber sichtbar Struktur, sobald du reinzoomst.

Bekomme ich bei Slow Motion Autofokus? Der Autofokus läuft, aber die Eye- und Face-Detection ist bei 100 FPS deaktiviert. Rechne also nicht mit Gesichtserkennung, wenn du in Zeitlupe filmst.

Und wie speicherst du das ab?

Wenn du diese Settings nicht jedes Mal neu klicken willst, leg sie auf einen Memory-Recall-Slot. Dann rufst du deinen Slow-Motion-Modus mit einem einzigen Klick ab. Wie das geht, zeig ich dir im ZV-E10 Menü-Setup mit Einstellungen-Backup.

Alle Video- und Foto-Settings der Kamera an einem Ort findest du im kompletten Sony ZV-E10 Guide. Und wenn du dir das Klicken komplett sparen willst: meinen fertigen ZV-E10 Settings-Download für 5 Euro lädst du direkt in die Kamera, Slow-Motion-Setup inklusive.

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Passend dazu: Sony ZV-E10 Settings-Download (5,00 EUR) → zum Produkt
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Mein Tipp dazu
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Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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