Basiert auf meinem Video: APS-C vs. VOLLFORMAT – Was brauchst du in 2023? Die WAHRHEIT!
Du stehst vor dem Kamerakauf und liest überall „Vollformat ist besser“. Stimmt zur Hälfte. Ich hab beide Systeme im Einsatz, die ZV-E10 als APS-C und die A7 IV als Vollformat, und der Unterschied ist genau da, wo du ihn brauchst, und genau da egal, wo du ihn nicht brauchst. Ich zeig dir, was der Sensor wirklich ändert, damit du beim Thema APS-C vs Vollformat nicht das falsche Teil kaufst.
Was ist der Unterschied zwischen APS-C, Vollformat und Micro Four Thirds?
Der Unterschied ist die physische Größe des Sensors. Drei Formate, drei Größen, und daraus folgt fast alles andere.
Vollformat ist mit etwa 36 x 24 mm der größte der drei. APS-C liegt bei ungefähr 23 x 15 mm, Micro Four Thirds bei rund 17 x 13 mm. Ein größerer Sensor fängt mehr Licht ein und hat größere Pixel. Das entscheidet später über Bokeh, Low-Light und Dynamik.
| Format | Sensorgröße (ca.) | Crop-Faktor | Typische Kamera |
|---|---|---|---|
| Vollformat | 36 x 24 mm | 1,0 | Sony A7 IV |
| APS-C | 23 x 15 mm | 1,5 (Sony), 1,6 (Canon) | Sony ZV-E10 |
| Micro Four Thirds | 17 x 13 mm | 2,0 | z.B. OM System / Panasonic |
Wenn dir die Sensorgröße noch komplett neu ist, fang lieber ganz vorne an. In meinen Videografie- und Foto-Grundlagen für Einsteiger erkläre ich die Basics der Reihe nach.
Crop-Faktor erklärt: warum aus 50 mm plötzlich 75 mm werden
Der Crop-Faktor sagt dir, wie stark ein kleinerer Sensor das Bild „beschneidet“. Du rechnest die Brennweite deines Objektivs immer auf Vollformat um.
Ein Beispiel aus meinem Setup. Ich hatte die A7 IV mit dem Sigma 24-70mm f2.8 auf 50 mm, daneben die ZV-E10 mit dem Tamron 17-70mm auf ca. 33 mm. Warum 33? Weil 50 geteilt durch 1,5 rund 33 ergibt. So haben beide Kameras denselben Bildausschnitt, obwohl an der Brennweite unterschiedliche Zahlen stehen.
Andersrum gilt: setzt du ein 50-mm-Objektiv auf eine APS-C-Kamera, wirkt es wie ein 75-mm. Bei Micro Four Thirds mit Crop 2,0 werden aus 50 mm sogar 100 mm, also ein ordentliches Zoom. So rechnest du es aus:
1. Nimm die aufgedruckte Brennweite des Objektivs (z.B. 50 mm). 2. Multipliziere mit dem Crop-Faktor deiner Kamera (Sony APS-C: 1,5). 3. Das Ergebnis ist die Wirkung in Vollformat-Sprache (50 x 1,5 = 75 mm).
Das ist kein Nachteil, nur eine Eigenschaft. Willst du weite Aufnahmen, brauchst du bei APS-C und erst recht bei Micro Four Thirds ein weiteres Weitwinkel. Willst du näher ran, schenkt dir der Crop gratis Reichweite. Genau dieses Umrechnen ist auch der Grund, warum Weitwinkel-Objektive an APS-C so ein Thema sind, mehr dazu im Objektiv-Guide für Sony.
Wie stark unterscheidet sich das Bokeh?
Grosser Sensor, mehr Bokeh. Vollformat gibt dir bei gleicher Blende die geringste Schärfentiefe, also den weichsten Hintergrund.
Nimm dasselbe Objektiv, sagen wir ein 35 mm f1.4, und setz es nacheinander an Vollformat, APS-C und Micro Four Thirds. Das cremigste Freistellen bekommst du am Vollformat. APS-C trennt weniger stark vom Hintergrund, Micro Four Thirds noch weniger. Für mich ist das einer der Hauptgründe für Vollformat, weil ich cinematische Aufnahmen mag, bei denen die Person klar vom Hintergrund abgehoben wird.
Ehrlich dazu: schönes Bokeh machst du auch mit APS-C, du musst nur lichtstarke Festbrennweiten nehmen und näher rangehen. Ein Sigma 16mm f1.4 oder ein 56mm f1.4 an der ZV-E10 stellen sehr gut frei. Der Sensor ist ein Faktor, das Objektiv ist der andere.
Low-Light, Dynamik und Autofokus: hier zieht Vollformat davon
Bei wenig Licht spielt Vollformat seine größten Pixel aus. Du kannst höhere ISO-Werte fahren und bekommst trotzdem ein saubereres, rauschärmeres Bild.
Das hängt zusammen mit dem größeren Dynamikbereich, also wie viele Abstufungen zwischen ganz dunkel und ganz hell die Kamera behält. Für mich ist die Dynamik fast wichtiger als alles andere, weil sie dir in der Nachbearbeitung Spielraum gibt. Dazu kommt der Autofokus: bei Sony fokussiert Vollformat im Dunkeln schneller und sicherer, wo kleinere Sensoren und lichtschwächere Objektive anfangen zu pumpen.
Kurz zusammengefasst, was der größere Sensor dir gibt:
- Sauberere hohe ISOs, also weniger Rauschen im Dunkeln.
- Mehr Dynamikbereich für die Farbkorrektur.
- Schnelleren, treffsichereren Autofokus bei schlechtem Licht.
- Stärkeres Freistellen bei gleicher Blende.
Wenn du dieses Bild danach benotest, willst du den Spielraum auch nutzen. Wie du Log- und HLG-Material in den Griff bekommst, zeige ich dir Schritt für Schritt im Bereich Postproduktion in Premiere Pro.
Was kostet dich der größere Sensor wirklich?
Vollformat kostet mehr, doppelt. Erst die Kamera, dann die Objektive.
Die ZV-E10 als APS-C liegt je nach Angebot etwa zwischen 500 und 700 Euro, und dafür bekommst du richtig viel Kamera. Meine A7 IV liegt bei rund 2500 Euro. Dazu kommen die Objektive: gute Vollformat-Gläser gehen schnell in die Tausende, und die schweren Zooms machen das Setup gross und klobig. APS-C-Kameras sind durch den kleineren Sensor meist kompakter und leichter, Micro-Four-Thirds-Systeme noch mehr. Eine gute Micro Four Thirds bekommst du für vergleichsweise wenig Geld.
Der Preis ist also kein Detail, sondern oft die eigentliche Entscheidung. Wenn du zwischen einer kompakten Vollformat und APS-C schwankst, hilft dir mein direkter Vergleich Sony A7C vs ZV-E10, und wer im APS-C-Lager bleiben will, schaut sich FX30 vs ZV-E10 an.
Welcher Sensor ist der beste?
Es gibt keinen Sieger, nur den passenden. Wenn du die maximale Bildqualität willst, nimm Vollformat, das ist meine ehrliche Meinung. Für alles andere ist die Antwort „kommt drauf an“.
So gehe ich beim Kauf vor:
1. Zuerst klären, welche Sensorgröße du überhaupt brauchst, nach Einsatz, nicht nach Hype. 2. Dann die Hersteller vergleichen, es gibt einige gute Systeme am Markt. 3. Nur das kaufen, was du wirklich brauchst, lieber etwas mehr ausgeben und zufrieden sein als ständig Kompromisse ärgern.
Ich sag immer: wer billig kauft, kauft zweimal. Ich hab mir die ZV-E10 damals bewusst als Einstieg geholt und wusste schon, dass irgendwann eine Vollformat dazukommt. Genau so kam es, weil ich als Content Creator mehr Bokeh, cinematischere Aufnahmen, bessere Dynamik und besseres Low-Light wollte, und weil ich mit den Aufnahmen Geld verdiene.
Ein Sonderfall noch: bei Sony kannst du APS-C-Objektive auch an einer Vollformat-Kamera nutzen, die Kamera schaltet dann in einen Crop-Modus. Wie das praktisch aussieht und wann es sinnvoll ist, steht in APS-C-Objektive an Vollformat-Kameras nutzen.
Häufige Fragen
Ist Vollformat immer besser als APS-C?
Nein. Vollformat gibt dir mehr Bokeh, besseres Low-Light und mehr Dynamik, kostet aber deutlich mehr und ist größer und schwerer. Für viele Creator ist APS-C das bessere Gesamtpaket aus Preis, Größe und Qualität.
Was bedeutet Crop-Faktor genau?
Der Crop-Faktor rechnet die Brennweite eines Objektivs auf Vollformat um. Bei Sony APS-C multiplizierst du mit 1,5, bei Canon mit 1,6, bei Micro Four Thirds mit 2,0. Ein 50-mm-Objektiv wirkt an APS-C also wie 75 mm.
Welcher Sensor ist am besten für wenig Licht?
Vollformat. Die größeren Pixel sammeln mehr Licht, dadurch kannst du höhere ISO-Werte nutzen und bekommst trotzdem ein rauschärmeres Bild. In Kombination mit dem Sony-Autofokus ist das im Dunkeln ein klarer Vorteil.
Lohnt sich Micro Four Thirds überhaupt noch?
Ja, wenn du kompakt und günstig unterwegs sein willst. Der zweifache Crop macht Weitwinkel schwieriger und das Freistellen geringer, dafür sind Kameras und Objektive klein und bezahlbar. Für Reise und Run-and-Gun ist das ein Argument.
Kann ich mit APS-C cinematische Videos machen?
Klar. Mit lichtstarken Festbrennweiten, dem richtigen Look und sauberer Belichtung holst du auch aus APS-C sehr cineastische Ergebnisse. Der größere Sensor macht es leichter, aber er ist nicht die Voraussetzung.
Fazit und nächster Schritt
Sensorgröße ist kein Ranglisten-Thema, sondern eine Frage deines Einsatzes. Vollformat für maximale Qualität und Bokeh, APS-C als starker, bezahlbarer Allrounder, Micro Four Thirds für klein und günstig. Entscheide nach dem, was du wirklich filmst, nicht nach dem, was am teuersten ist. Wenn du noch tiefer einsteigen willst, findest du im Hub Videografie- und Foto-Grundlagen für Einsteiger alle Bausteine, und die grosse Sony Kamera-Kaufberatung hilft bei der konkreten Modellwahl.
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