Sony ZV-E10

Sony ZV-E10 Foto Einstellungen: Das komplette Setup

Die besten Foto Einstellungen für Sony ZV-E10 und A6400: RAW+JPEG, Wide-AF, Zebra 100, Peaking und mein manueller Modus mit ISO-Auto. Direkt zum Nachmachen.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 25. April 2022 8 Min Lesezeit
TL;DR: Für Fotos mit der ZV-E10 oder A6400 schießt du RAW+JPEG, stellst die Fokus-Area auf Wide, ISO auf Auto (125–2000) und Zebra auf 100. Den Dynamic Range Optimizer schaltest du aus, Silent Shooting auch. Ich fotografiere im manuellen Modus: Verschlusszeit fest, Blende per Rad, ISO macht die Kamera. Diese Sony ZV-E10 Foto Einstellungen kannst du 1:1 übernehmen.

Basiert auf meinem Video: Sony ZV-E10 & A6400 Fotografie – Die besten Einstellungen

Du hast eine ZV-E10 oder eine Kamera aus der 6000er-Reihe wie die A6400 und deine Fotos sehen okay aus, aber nicht so, wie du sie im Kopf hast? Meistens liegt das nicht am Objektiv, sondern an drei, vier Menü-Einstellungen, die ab Werk falsch stehen. Ich geh mit dir das komplette Foto-Setup durch, Seite für Seite, so wie ich es selbst benutze.

Welche Foto-Einstellungen sind die wichtigsten?

Kurz vorweg, damit du die Reihenfolge kennst: RAW+JPEG als Format, Fokus-Area auf Wide, ISO auf Auto mit gedeckeltem Maximum, Dynamic Range Optimizer aus und Zebra auf 100. Das sind die fünf, die dein Bild am meisten verändern. Der Rest ist Feinschliff. Hier alles im Überblick, dann die Details dazu.

Einstellung Mein Wert Warum
File Format RAW + JPEG RAW zum Colorgraden, JPEG zum schnell Teilen
JPEG-Qualität Extra Fein maximale Detailtiefe
Aspect Ratio 3:2 volle 24 Megapixel
Fokus-Modus Kontinuierlicher AF (AF-C) Sonys AF trifft zuverlässig
Fokus-Area Wide ganzer Bildbereich statt Zone
Face/Eye-AF On Augen bleiben scharf
ISO Auto, 125–2000 kein Rauschen durch die Decke
Weißabgleich Auto macht einen guten Job
DRO Off ehrliche RAW-Vorschau
Silent Shooting Off weniger Rolling Shutter
Zebra On, Level 100 zeigt überbelichtete Stellen
Peaking On, High, Rot Schärfekontrolle beim manuellen Fokus

RAW oder JPEG? Ich nehme beides

Stell das File Format auf RAW+JPEG, nicht auf reines JPEG. RAW gibt dir die volle Bildinformation, damit du später in Lightroom oder Premiere Pro die Farben nach deinem Geschmack ziehen kannst. Adobe kennt das Farbprofil der ZV-E10 mittlerweile, deine RAW-Dateien landen also gleich mit den richtigen Sony-Farben in der Bibliothek.

Warum trotzdem zusätzlich JPEG? Weil du nicht jedes Bild aufwendig bearbeiten willst. An einem Shooting-Tag knipst du gefühlt eine Million Fotos. Die JPEGs schiebst du direkt aufs Handy und teilst sie. Die richtig guten Aufnahmen, Hochzeit, Portrait, was auch immer, greifst du dir als RAW und graded sie sauber durch. Die JPEG-Qualität stell ich auf Extra Fein. Kein großer Grund dahinter, es ist einfach das Maximum, also nehm ich es.

Wenn du beim Bearbeiten tiefer einsteigen willst, hilft dir mein Guide zur Portrait-Retusche in Lightroom mit KI-Masken.

Aspect Ratio: warum 3:2 dir 4 Megapixel schenkt

Lass das Seitenverhältnis auf 3:2, dem Standard für Fotos. Der Grund ist handfest: bei 3:2 nutzt du die volle Auflösung von 24 Megapixel. Stellst du auf 16:9 um, etwa für ein Thumbnail, schrumpft das Bild auf 20 Megapixel. Du verschenkst also 4 Megapixel, sobald du croppst. 1:1 ist der Wert für Social Media. Für die normale Fotografie bleibt 3:2 gesetzt, da kitzelst du das Maximum raus.

Fokus richtig einstellen: Wide statt Zone

Beim Fokus-Modus wähle ich kontinuierlichen Autofokus (AF-C). Sonys AF ist wirklich stark, das Motiv sitzt fast immer sauber im Fokus. Wenn du bewusst manuell fokussieren willst, geht das natürlich auch, aber der AF reicht in den allermeisten Fällen.

Die Fokus-Area stell ich auf Wide. Ab Werk steht sie oft auf Zone, und Zone heißt: nur ein bestimmter Ausschnitt des Bildes wird zum Scharfstellen genutzt. Bei Wide umfasst der Fokusbereich den kompletten Screen, die Kamera darf sich im ganzen Bild bedienen. Face/Eye-AF setzt du auf On, dann erkennt die Kamera Gesichter und hält die Augen scharf. Pre-AF lässt du ebenfalls auf On. Für den Feinschliff beim manuellen Scharfstellen hilft dir mein Beitrag zum manuellen Fokussieren mit Sony-Kameras.

Warum du den Dynamic Range Optimizer ausschalten solltest

Der Dynamic Range Optimizer (DRO) steht ab Werk auf Auto, ich empfehle dir Off. Der Grund ist wichtig, wenn du RAW schießt: Der DRO optimiert nur die JPEG-Vorschau. Nach dem Auslösen zeigt dir die Kamera also ein aufgehübschtes JPEG-Bild, das mit deiner RAW-Datei wenig zu tun hat.

Und genau da liegt die Falle. Deine RAW-Fotos wirken auf dem Display dann oft stark unterbelichtet, obwohl die Datei selbst in Ordnung ist. Schaltest du den DRO aus, bekommst du eine ehrliche Vorschau, die zu deinem RAW-Material passt. Du beurteilst die Belichtung also an dem, was du wirklich in der Hand hast. Creative Style bleibt auf Standard, das Picture Profile lässt du für Fotos aus. Was die Profile im Videobereich bringen, erklär ich dir separat in Sony Picture Profiles / Farbprofile erklärt.

Zebra und Peaking: deine zwei Kontroll-Helfer

Schalte Zebra ein und stell den Level auf 100. Ab Werk steht der Wert meist auf 70. Zebra zeigt dir mit schwarz-weißen Streifen, so wie bei einem Zebra, die Stellen im Bild, wo zu viel Licht ist, also ausgefressen und überbelichtet. Siehst du die Streifen, weißt du sofort, was zu tun ist: Verschlusszeit hoch oder ISO runter. Das nimmt dir das Rätselraten bei hellem Wetter ab.

Peaking (im Menü teils als „Peaking Setting“ geführt) stellst du auf On, Level auf High, Farbe auf Rot. Das ist beim manuellen Fokussieren Gold wert. Alles, was scharf ist, bekommt auf dem Display rote Kanten. Weil du mit bloßem Auge kaum erkennst, was gerade sitzt, drehst du einfach am Objektiv, bis die rote Linie genau da liegt, wo du sie haben willst.

Silent Shooting aus: der ehrliche Rolling-Shutter-Grund

Das klingt erst verkehrt, hat aber einen echten Grund. Lass Silent Shooting auf Off. Damit ist der mechanische Verschluss aktiv, du hörst also ein Klacken beim Auslösen. Der Nachteil: es macht Geräusch. Der Vorteil wiegt für mich schwerer, denn die APS-C-Sensoren von Sony lesen langsamer aus als eine Vollformat-Kamera, und langsames Auslesen heißt mehr Rolling Shutter.

Der mechanische Verschluss wirkt dem entgegen, du bekommst weniger Artefakte bei schnellen Bewegungen und weniger Flackern bei künstlichem Licht. Bist du auf einer Hochzeit oder irgendwo, wo das Klacken stört, schaltest du Silent Shooting an, achtest dann aber auf schnelle Motive und Lichtquellen. Wenn dich das Rolling-Shutter-Thema tiefer interessiert, das betrifft vor allem Video, schau dir die Video-Einstellungen für die ZV-E10 an.

Ein Detail noch: Release Without Lens auf Enable lassen. Nur so erkennt die Kamera ein rein manuelles Objektiv und lässt dich damit fotografieren.

Warum ich manuell fotografiere statt Blendenpriorität

Jetzt der Teil, wegen dem viele fragen. Ich schieße Fotos im manuellen Modus (M), nicht in Blendenpriorität (A). Klingt nach mehr Arbeit, ist aber genau umgekehrt, weil ISO die Kamera für mich übernimmt. So läuft mein Setup:

1. ISO auf Auto mit fester Range: Minimum 125, Maximum 2000. Damit ist mein ISO gedeckelt und springt mir nicht auf 51.200 durch die Decke. Nachts, wenn ich mehr brauche, hebe ich das Maximum kurz an. 2. Verschlusszeit fest setzen: meistens 1/250, 1/500 oder 1/1000. Bei sonnigem Wetter liege ich gern bei 1/500 bis 1/1000. 3. Blende per Rädchen einstellen, je nach gewünschter Tiefe. Darüber mach ich mir tatsächlich als Einziges bewusst Gedanken.

Ein Beispiel aus der Praxis: Will ich meine Tochter fotografieren, die gern durchs Bild rennt, geh ich auf 1/1000, damit nichts verwischt. ISO steht auf Auto, also muss ich in dem Moment nur die Blende drehen. Kein Hexenwerk, aber volle Kontrolle über das, was mir wichtig ist. Wenn dir die Zusammenhänge zwischen Blende, Zeit und ISO noch nicht ganz klar sind, lies vorher mein Belichtungsdreieck für Einsteiger.

Zwei Kleinigkeiten zum Schluss, die dir draußen das Leben leichter machen: Monitor Brightness auf „Sunny“ stellen, dann ist das ohnehin mäßige Sony-Display bei Sonne deutlich heller. Und bei Power Setting den Auto Power Off Temp auf High, sonst geht die Kamera früher aus, als dir lieb ist.

Häufige Fragen

Gelten diese Einstellungen auch für die A6400? Ja. ZV-E10 und A6400 teilen sich das gleiche Menü-System der 6000er-Reihe, die Foto-Einstellungen sind identisch. Einzig die reinen Vlogging-Funktionen wie Product Showcase fehlen der A6400, für Fotos spielt das keine Rolle. Welche der beiden besser zu dir passt, klärt meine ZV-E10 vs. A6400 Kaufberatung.

Warum RAW und nicht nur JPEG? RAW behält die komplette Bildinformation, du kannst Belichtung und Farben nachträglich stark ziehen, ohne dass das Bild auseinanderfällt. JPEG ist beqüm zum schnellen Teilen. Beides gleichzeitig gibt dir beide Vorteile ohne Kompromiss.

Welchen ISO-Wert soll ich als Maximum wählen? Ich deckle bei 2000, da bleibt das Rauschen an der ZV-E10 gut im Griff. Für Nachtaufnahmen kannst du das Maximum hochsetzen, rechne dann aber mit mehr Bildrauschen.

Sollte ich den Dynamic Range Optimizer für JPEG anlassen? Wenn du ausschließlich JPEG schießt, kann DRO helfen. Sobald RAW im Spiel ist, führt er dich mit einer geschönten Vorschau in die Irre. Ich lass ihn grundsätzlich aus.

Wie speichere ich diese Settings, um sie schnell abzurufen? Über die Recall-Camera-Set-Funktion sicherst du dein komplettes Setup auf der Speicherkarte und rufst es mit einem Klick wieder auf. Wie das geht, zeig ich im Menü-Setup und Einstellungen-Backup.

Nächster Schritt

Übernimm das Setup einmal komplett und geh damit für einen Nachmittag raus fotografieren. Du wirst den Unterschied schon in der Vorschau sehen, vor allem durch den ausgeschalteten DRO und Zebra auf 100. Alle Einstellungen dieses Kanals im großen Zusammenhang findest du im kompletten Guide zur Sony ZV-E10.

Wenn du dir das Tippen sparen willst: Meinen fertigen Sony ZV-E10 Settings-Download gibt es für 5 Euro, damit hast du alle Werte schwarz auf weiß neben der Kamera.

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Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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