Basiert auf meinem Video: Sony ZV-E10 – die BESTEN Einstellungen für Video
Die ZV-E10 kommt ab Werk auf „Intelligent Auto“. Heißt: Die Kamera entscheidet alles, und du gibst dein Bild aus der Hand. Genau da verlierst du das gute Footage. Ich zeig dir jetzt die ZV-E10 beste Einstellungen für Video, Menüpunkt für Menüpunkt, so wie ich sie selbst fahre. Du brauchst dafür kein Profi zu sein, du musst nur wissen, wo du hinklickst.
Wie stelle ich die ZV-E10 richtig auf Video ein?
Fang beim Aufnahme-Modus an: Stell das Rad auf M (Manuell). Standard ist Intelligent Auto, und das willst du nicht. Im M-Mode bestimmst du Blende, Verschlusszeit und ISO selbst. Das ist die Basis für ein Bild, das immer gleich aussieht und nicht bei jedem Schwenk die Helligkeit ändert.
Wenn dir das am Anfang zu viel ist: Aperture Priority (A) gibt dir nur die Blende in die Hand, Shutter Priority (S) nur die Verschlusszeit. Zum Lernen okay. Aber für echtes Video willst du irgendwann M, weil du sonst nie die volle Kontrolle hast. Wie Blende, ISO und Verschlusszeit zusammenspielen, hab ich in den Videografie-Grundlagen für Anfänger erklärt.
Autofokus, Messung und Weißabgleich
Für Talking-Head und Vlog gilt: Focus Mode auf Continuous AF, damit die Kamera dich durchgehend scharf hält. Nutzt du manuelle Objektive, geh auf manuellen Fokus. Den Focus Area stell ich auf Weit (Wide) statt Zone. So nutzt die Kamera das ganze Bild für den Fokus und hat einen viel größeren Bereich, in dem sie greifen kann. Face und Eye AF sind ab Werk an, das lässt du so.
Metering Mode auf Multi. Das ist die beste Messung für die meisten Situationen, die Kamera bewertet das ganze Bild statt nur einen Punkt.
Beim Weißabgleich hängt es davon ab, wo du drehst:
- Draußen, Run & Gun: Daylight, Shade oder Cloud, je nach Wetter. Sony ist im Auto-Weißabgleich eigentlich ziemlich gut, den kannst du auch nehmen.
- Studio: Graukarte ins Bild halten und den Weißabgleich manuell darüber setzen. Dann stimmt die Farbe wirklich.
Welches Picture Profile ist das beste für die ZV-E10?
Das beste Picture Profile hängt davon ab, ob du dein Material im Schnitt bearbeitest. Ich fahre PP10 mit HLG3 und BT.2020 und lege eine korrigierende LUT drüber. Das gibt mir mehr Spielraum in der Farbe, aber die Farben auf dem Display sind eben nicht die echten Endfarben.
Willst du dich damit nicht rumschlagen und im Schnitt nichts korrigieren, dann schalt das Picture Profile ganz aus. Dann macht die Kamera ihre eigenen Farben, und dein Bild ist direkt fertig. Das ist die ehrliche Empfehlung für Einsteiger: Kein Grading heißt aus, Grading heißt PP10. Was die einzelnen Profile machen und wie sie aussehen, zeig ich dir in den Sony Farbprofilen erklärt. Wenn du mit HLG3 arbeitest, hilft dir außerdem HLG3 richtig belichten und color graden.
Zwei Sachen noch: Soft Skin Effect lass aus. Das matscht die Haut, das sieht nicht gut aus. Creative Style brauchst du im Video-Kontext nicht, lass es auf Standard.
Zebra und Peaking: die zwei Helfer, die keiner nutzt
Zebra zeigt dir überbelichtete Stellen, Peaking zeigt dir, was scharf ist. Beide gehören an, sonst belichtest und fokussierst du blind.
Peaking Set: auf On, Peaking Level auf High, Peaking Color auf Red. Wenn du jetzt den Fokusring drehst, markiert die Kamera alles, was scharf ist, in Rot. Bei manuellen Objektiven ist das Gold wert, weil du sonst nie sicher weißt, ob dein Motiv sitzt.
Zebra: einschalten. Zebra malt schwarz-weiße Streifen über die Bereiche, die zu hell sind. Faustregel: 75 für Hauttöne, 100+ zeigt dir, wo wirklich Informationen absaufen. Wenn der Himmel plötzlich gestreift ist, weißt du, er ist überbelichtet und du verlierst dort Zeichnung. Die Stellen ohne Streifen sind sauber.
4K, PAL und die Aufnahme-Formate
Für das beste Bild nimmst du XAVC S 4K mit 25p und 100 Mbit. Die 100 Mbit sind die höhere Datenrate, also mehr Qualität. In Full HD kannst du für Slow Motion 100p mit 100 Mbit wählen. Nimm bei der Bitrate immer das Maximum, das dir die Kamera anbietet.
Ein Punkt, an dem viele hängen bleiben: Stell auf PAL, nicht NTSC. Wir sind in Europa, hier läuft das Stromnetz mit 50 Hertz. Nimmst du mit NTSC (30/60p) unter normalen Lampen auf, flackert dein Bild. Mit PAL (25/50p) ist Ruhe. Ausnahme: Wenn du nur mit Studiolicht drehst, kannst du NTSC nehmen und dir so mehr Frames für Slow Motion holen. Die ganze Mechanik dahinter steht in NTSC und PAL sowie Flackern lösen.
| Zweck | Format | Framerate | Bitrate |
|---|---|---|---|
| Bestes Bild | XAVC S 4K | 25p | 100 Mbit |
| Standard-Video | XAVC S HD | 25p | 50 Mbit |
| Slow Motion | XAVC S HD | 100p | 100 Mbit |
| Region (Europa) | PAL | – | – |
Ob 4K oder Full HD für dich Sinn ergibt, hab ich in 4K vs 1080p an der ZV-E10 durchgespielt. Und wenn du Slow Motion sauber in den Schnitt bringen willst, schau in Slow Motion einstellen und in Premiere schneiden.
Stabilisierung, Zoom und die restlichen Video-Menüs
Proxy Recording lass aus. Proxys komprimieren dein Material, damit ein schwacher Rechner es leichter schneidet. Aber die ZV-E10 macht das nicht besonders gut. Erstell die Proxys lieber am PC, da hast du mehr Kontrolle. Nur wenn dein Rechner wirklich am Limit ist, schalt es an der Kamera an.
Audio Level Display auf On. Dann siehst du die Pegel für Kanal 1 und 2 und weißt, ob dein Ton übersteuert oder zu leise ist.
SteadyShot hab ich meist auf Off. Die Stabilisierung frisst einen 44%-Crop, dein Bild wird also deutlich enger. Das ist mir zu teuer. Situationsbedingt schalt ich es mal ein, aber als Dauereinstellung nein. Welche Wege es sonst gibt, dein Footage ruhig zu bekommen, steht in den Stabilisierungsoptionen der ZV-E10.
Release without Lens auf Enable. Klingt nach einer Randfunktion, ist aber wichtig: Nutzt du manuelle Objektive ohne elektronischen Kontakt, funktioniert das Objektiv sonst gar nicht. Und die Kamera geht nicht aus, wenn du bei laufendem Betrieb das Objektiv wechselst.
Zoom Setting auf Clear Image Zoom statt „Optical Zoom Only“. Clear Image Zoom holt mehr Reichweite raus als der reine optische Zoom, ohne dass das Bild sofort matschig wird. Warum ich das bevorzuge, hab ich in Clear Image Zoom erklärt auseinandergenommen.
Für die Komposition: Gridline auf Rule of Thirds. Die Linien helfen dir, dich mittig oder auf den Drittel-Punkten zu platzieren.
Wie verhindere ich, dass die ZV-E10 überhitzt?
Geh in die Power-Einstellungen und stell die Auto Power OFF Temperature auf High. Das ist der wichtigste Punkt gegen den Abschalt-Frust. Ohne das geht die Kamera bei längeren Clips schnell aus, teils gefühlt schon nach kurzer Zeit. Mit High läuft sie deutlich länger, bevor sie dichtmacht.
Dazu noch drei Klicks fürs Handling:
1. Auto Power Off Start Time auf 5 Minuten, damit die Kamera nicht ständig einschläft. 2. Monitor Brightness auf Sunny, das Display ist von Haus aus zu dunkel, so siehst du draußen wieder was. 3. Display Quality auf High und Airplane Mode an, das spart Akku, wenn du WLAN eh nicht brauchst.
Wie lange die ZV-E10 in echt durchhält, hab ich im Überhitzung und Akku-Test gemessen. Und wenn du all diese Einstellungen nicht jedes Mal neu klicken willst, sichere sie über Camera Set Memory, das erklär ich im Menü-Setup und Einstellungen-Backup.
Häufige Fragen
Welcher Modus ist der beste für Video an der ZV-E10? Der M-Mode (Manuell). Du stellst Blende, Verschlusszeit und ISO selbst und hast ein Bild, das konstant bleibt. Aperture oder Shutter Priority sind okay zum Einstieg, aber M gibt dir die volle Kontrolle.
Soll ich 4K in 25p oder 30p aufnehmen? In Europa 25p, weil du dafür PAL brauchst und PAL das Flackern unter normalen Lampen verhindert. 30p gibt es nur unter NTSC, das lohnt sich nur bei reinem Studiolicht.
Brauche ich ein Picture Profile für gute Farben? Nur wenn du im Schnitt color gradest. Dann PP10 mit HLG3. Willst du fertige Farben direkt aus der Kamera, schalt das Picture Profile aus.
Warum geht meine ZV-E10 beim Filmen aus? Meistens Überhitzung. Stell die Auto Power OFF Temperature auf High, dann läuft sie deutlich länger, bevor sie abschaltet.
Was bringt Peaking bei der ZV-E10? Peaking markiert alles, was scharf ist, in Farbe (ich nehm Rot, Level High). Besonders bei manuellem Fokus siehst du so sofort, ob dein Motiv sitzt.
Fertig eingestellt, jetzt drehen
Das sind die Einstellungen, mit denen ich selbst filme. M-Mode, 4K in 25p mit 100 Mbit, PAL, Zebra und Peaking an, Clear Image Zoom, Überhitzung auf High. Klick sie einmal sauber durch, sichere sie im Speicher, und du musst dir beim nächsten Dreh nur noch Gedanken über dein Motiv machen.
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