Kaufberatung & Vergleiche

FX30 vs ZV-E10: welche Sony APS-C kaufen?

FX30 vs ZV-E10 im ehrlichen Vergleich: 620 vs 2300 Euro, 10-Bit, IBIS, Rolling Shutter. Ich zeige dir, welche Sony APS-C für dich die richtige ist.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 17. Oktober 2022 7 Min Lesezeit
TL;DR: Die FX30 ist die klare Pro-Kamera: 10-Bit 4:2:2, IBIS, Dual Base ISO, deutlich weniger Rolling Shutter. Aber sie kostet mit rund 2300 Euro fast viermal so viel wie die ZV-E10 (ca. 620 Euro). Für Einsteiger und die meisten Creator reicht die ZV-E10 dicke, weil sie dank 6K-Oversampling ein fast identisch scharfes 4K-Bild liefert. Willst du filmen als Beruf, nimm die FX30. Willst du lernen und trotzdem gut aussehen, nimm die ZV-E10.

Basiert auf meinem Video: FX30 vs ZV-E10 – Du wirst überrascht sein!

Ich hab die ZV-E10 jetzt fast ein Jahr im Einsatz und bin immer noch schwer zufrieden. Trotzdem höre ich ständig die eine Frage: FX30 oder ZV-E10? Beide sind APS-C, beide von Sony, und auf dem Papier trennt sie fast das Vierfache im Preis. Das klingt nach einem sinnlosen Vergleich, ist es aber nicht. Denn viele wollen genau wissen: Zahle ich die 1700 Euro Aufpreis oder verbrenne ich das Geld?

Ich mach dir die Entscheidung leicht. Erst die Gemeinsamkeiten, dann die Punkte, wo die FX30 wirklich davonzieht, dann die Trumpfkarten der ZV-E10. Und am Ende sag ich dir ehrlich, welche du kaufen solltest.

Was FX30 und ZV-E10 gemeinsam haben

Mehr als du denkst. Beide sind APS-C mit fast identischer Auflösung (FX30 26 MP, ZV-E10 24 MP) und beide rechnen ihr 4K aus einem 6K-Sensor runter. Das Ergebnis: eine Bildschärfe, bei der du im fertigen Footage kaum sagen kannst, welche Kamera es war. Ich hab Vergleiche gesehen, wo das ZV-E10-Bild kaum von einer A7 IV zu unterscheiden war.

Der gemeinsame Nenner kurz:

  • 6K-Downsampling auf knackiges 4K
  • Klapp-Display für Vlogging und Selfie-Aufnahmen
  • Mikrofon- und Kopfhöreranschluss
  • Unbegrenzte Aufnahmezeit ohne Hitze-Stop (bei der ZV-E10 musst du die Temperatur-Abschaltung im Menü auf „hoch“ stellen, sonst geht sie früher aus, mehr dazu in meinem ZV-E10 Überhitzungs- und Akku-Test)
  • Gyro-Daten aufzeichnen und später stabilisieren
  • Kein Sucher, du schaust bei Fotos aufs Display

Beide zeichnen Gyro-Daten auf, die du durch Catalyst Browse jagst, um dein Footage zu stabilisieren. Mittlerweile gibt es dafür sogar ein Premiere-Pro-Plugin, das den Workflow deutlich schneller macht.

Warum ist die FX30 so viel teurer?

Weil sie eine echte Pro-Kamera ist, keine Vlogging-Kamera mit Video-Ambitionen. Sony hat der FX30 fast alles reingepackt, was Filmemacher brauchen, und dafür zahlst du. Hier die Punkte, die den Aufpreis erklären.

Das Wichtigste: 10-Bit 4:2:2. Die ZV-E10 filmt nur in 8-Bit. Das heisst, du kannst nach dem Grading kaum was aus dem Bild ziehen, bevor es bricht. Bei 8-Bit solltest du deshalb auf HLG statt Log setzen, um den maximalen Dynamikumfang zu behalten. Wie das sauber geht, zeig ich im HLG3 richtig belichten und color graden. Die FX30 gibt dir mit 10-Bit dagegen den vollen Spielraum plus alle All-I-Codecs (I-Frame). Das bedeutet hohe Bitraten und exzellentes Footage, gerade bei schnellen Motiven wie Wasserfällen.

Mehr Frames, weniger Crop. Die FX30 filmt 4K60 praktisch ohne Crop (winzige 1,06x, merkst du nicht) und sogar 4K120, dann allerdings mit 1,6x Crop. Für 120p in APS-C ist das fair, ein Schritt zurück und du hast den Bildausschnitt wieder.

Stabilisierung, die Sinn macht. Die ZV-E10 hat nur die elektronische Active-Stabilisierung, die satte 44 Prozent reincroppt. Die FX30 hat IBIS plus Active, und croppt nur etwa 10 Prozent. Das ist ein Riesenunterschied, wenn du aus der Hand filmst.

Weniger Rolling Shutter. Den Jello-Effekt der ZV-E10 beim schnellen Schwenken kennt jeder ZV-E10-Nutzer. Die FX30 hat den deutlich besser im Griff, was bei einer Cinema-Kamera auch das Mindeste ist.

Dazu kommt der ganze Profi-Kram: 16-Bit Linear RAW über HDMI (z. B. auf einen Atomos Ninja V), Standard-HDMI statt Micro-HDMI, zwei SD-Slots fürs Backup, optionaler XLR-Griff, Timecode-Adapter, S-Cinetone, Dual Base ISO 800/2500 für besseres Low-Light, ein besseres 2,36-Millionen-Dot-Display (die ZV-E10 hat nur 921.000), das neue Touch-Menü, das Cinema-Line-Layout, größerer Akku (ca. 120 statt 90 Minuten in 4K25), 1080p60-Streaming statt nur 720p, alle Mounting-Punkte ohne Cage, besserer Grip und Wetterschutz. Wenn du tiefer in die Einordnung der Kamera willst, hab ich das in meiner FX30 Analyse und Positionierung im Lineup und im FX30 vs A7 IV Vergleich auseinandergenommen.

Was kann die ZV-E10 besser als die FX30?

Vier Dinge, und eins davon ist entscheidend: der Preis. Wir reden von rund 620 Euro gegen 2300 Euro. Für die Differenz kaufst du dir einen Haufen Objektive.

1. Preis. Fast viermal günstiger. Das ist kein kleiner Punkt, das ist DER Punkt. 2. Gewicht. 343 Gramm gegen 646 Gramm. Die ZV-E10 läuft auf kleinen Gimbals wie dem Zhiyun Crane M2S oder M3, wo die FX30 schnell zu schwer wird. Und du nimmst sie einfach mit, wenn du eigentlich keine Kamera brauchst. 3. Mechanischer Verschluss mit 11 FPS. Die FX30 hat keinen mechanischen Auslöser. Für Fotos ist der Gold wert, weil er dir Rolling-Shutter-Artefakte im Bild erspart. Nutze ihn, wenn nicht zwingend was anderes nötig ist. 4. Einsteiger-Features. Produktpräsentation-Modus und der Background-Defocus-Knopf. Klar, das ist Anfänger-Kram. Aber wenn du anfängst, hilft genau das.

Ein kleiner Nachteil bei Fotos bleibt: Die ZV-E10 geht nur bis 1/4000 Verschlusszeit, die FX30 bis 1/8000. Trotzdem bevorzuge ich für Stills jederzeit den mechanischen Auslöser.

FX30 vs ZV-E10: die Vergleichstabelle

Merkmal Sony ZV-E10 Sony FX30
Preis (ca.) 620 Euro 2300 Euro
Sensor 24 MP APS-C 26 MP APS-C
Farbtiefe 8-Bit 10-Bit 4:2:2, All-I
4K60 nein ja (1,06x Crop)
4K120 nein ja (1,6x Crop)
Stabilisierung Active (ca. 44% Crop) IBIS + Active (ca. 10% Crop)
Display 921.000 Dots 2,36 Mio. Dots, Touch-Menü
SD-Slots 1 2 (Backup)
Verschluss mechanisch, 1/4000, 11 FPS elektronisch, 1/8000
RAW über HDMI nein 16-Bit Linear RAW
Akku (4K25) ca. 90 Min ca. 120 Min
Gewicht 343 g 646 g
Wetterschutz nein ja

Welche Sony APS-C solltest du kaufen?

Für die meisten: die ZV-E10. Wenn du neu einsteigst, erstmal lernen willst und noch gar nicht weisst, wohin die Reise geht, dann gib keine 2300 Euro aus. Die ZV-E10 hat Farbprofile, du kannst mit HLG3 filmen und graden, stabilisieren über Catalyst Browse, und du kriegst dieses geniale 6K-Down-4K-Bild. Ein kompletter Überblick steckt in meinem ZV-E10 Komplett-Guide.

Die FX30 kaufst du, wenn du filmen als Beruf machst oder weisst, dass du 10-Bit, IBIS und RAW wirklich brauchst. Sie ist zu 100 Prozent eine Pro-Kamera, und ehrlich: nicht jeder braucht so viel Power. Bevor Sony die FX30 rausgebracht hat, hatte die APS-C-Reihe kein klares Ziel. Jetzt ist es klar: ZV-E10 zum Reinkommen, FX30 für den Profi-Weg.

Das Schöne am Upgrade-Pfad: Deine APS-C-Objektive nimmst du einfach mit rüber, welche das sein sollten, steht im Objektiv-Guide für Sony. Und selbst nach dem Umstieg bleibt die ZV-E10 als leichte Zweitkamera mit Top-Bildqualität im Rucksack. Wenn du eher zwischen APS-C und Vollformat schwankst, hilft dir der A7C vs ZV-E10 Vergleich. Und den grossen Überblick über alle Modelle findest du in meiner Sony Kamera Kaufberatung.

Häufige Fragen

Ist die FX30 den vierfachen Preis gegenüber der ZV-E10 wert? Nur wenn du 10-Bit, IBIS, RAW oder Dual Base ISO wirklich nutzt. Für reines Vlogging und YouTube liefert die ZV-E10 ein fast identisches Bild zum Bruchteil des Preises.

Haben FX30 und ZV-E10 die gleiche Bildqualität? Im Kern ja. Beide rechnen 4K aus 6K und sind bei der Schärfe kaum zu unterscheiden. Der Unterschied liegt in Farbtiefe (10-Bit vs 8-Bit), Stabilisierung, Rolling Shutter und Codecs, nicht in der Grundschärfe.

Überhitzen ZV-E10 oder FX30 beim langen Filmen? Beide nehmen unbegrenzt auf. Die FX30 hat einen aktiven Lüfter und geht mit Hitze souveräner um. Bei der ZV-E10 musst du im Menü die Abschalt-Temperatur auf „hoch“ stellen, sonst kann sie früher stoppen.

Kann ich meine ZV-E10-Objektive an der FX30 nutzen? Ja. Beide sind Sony E-Mount APS-C. Deine Objektive wandern eins zu eins mit, das macht den Upgrade günstig.

Hat die FX30 einen mechanischen Verschluss für Fotos? Nein. Die FX30 ist rein elektronisch (bis 1/8000). Die ZV-E10 hat einen mechanischen Auslöser mit 11 FPS, der bei Stills Rolling-Shutter-Probleme vermeidet.

Fazit und nächster Schritt

Die FX30 ist die bessere Kamera, keine Frage. Aber „besser“ heisst nicht „richtig für dich“. Wenn du lernst und dein Geld sinnvoll einsetzen willst, ist die ZV-E10 der klare Kauf, und du holst mit den richtigen Settings fast alles raus, was die FX30 kann.

Damit du nicht bei null anfängst: Meine kompletten Video-Einstellungen für die ZV-E10 gibt es als Settings-Download für 5 Euro, einmal laden, in die Kamera übertragen, loslegen.

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Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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