Basiert auf meinem Video: Sony FX30 gegen A7IV – Der langersehnte KAMPF
Beide Kameras kosten fast das Gleiche, die A7 IV liegt nur etwa 300 bis 400 Euro höher. Trotzdem sind es zwei komplett verschiedene Werkzeuge. Ich zeig dir hier ehrlich, wo jede punktet, damit du nicht 2300 Euro für die falsche ausgibst.
Sony FX30 vs A7 IV: was ist der Unterschied in einem Satz?
Die FX30 ist eine Cinema-Kamera mit APS-C-Sensor, die A7 IV ein Vollformat-Hybrid für Foto und Video. Beide filmen 4K 60fps in 10-Bit 4:2:2, beide haben S-Cinetone, Lens-Breathing-Compensation und Focus Mapping, beide nehmen unlimitiert auf und sind wettergeschützt gebaut. Fehler machst du mit keiner der beiden. Der Unterschied liegt in den Details, und genau die entscheiden für deinen Use-Case.
Wenn du dir generell unsicher bist, welches Sony-Modell zu dir passt, schau vorher in meine große Übersicht welche Sony Kamera kaufen. Dieser Artikel hier ist der Deep-Dive für genau dieses Duell.
Was kann die A7 IV besser als die FX30?
Die A7 IV gewinnt überall dort, wo es um Vielseitigkeit und Fotografie geht. Der Vollformat-Sensor und der Sucher sind ihre großen Hebel.
Das sind die klaren Vorteile:
1. Größerer Sensor. 33 Megapixel Vollformat gegen 26 Megapixel APS-C (Super 35). Mehr Fläche heißt mehr Licht, also besserer Dynamikumfang zwischen Schatten und Highlights und mehr Reserven bei wenig Licht. 2. Sucher. Die A7 IV hat einen 3,69-Millionen-Dot-EVF. Bei knalliger Sonne siehst du dein Bild damit sauber, ohne aufs Display zu schielen. Die FX30 hat gar keinen Sucher. 3. Mechanischer Auslöser mit 10 FPS. Für Fotos ist das Gold wert. Ohne mechanischen Verschluss kann es bei schnellen Motiven zu Rolling Shutter kommen, dem Jello-Effekt, wo alles wabbelt. Kurze Verschlusszeit hilft, aber der mechanische Auslöser räumt das Problem einfach weg. 4. Mehr Hintergrund-Trennung. Der größere Sensor trennt Motiv und Hintergrund cleaner. Eine Vollformat-Blende von f1.2 entspricht an APS-C rechnerisch etwa f0.8, und so ein Objektiv gibt es an APS-C schlicht nicht. 5. Freier APS-C-Crop-Mode. Setzt du ein 24mm-Objektiv drauf und aktivierst den Crop, hast du effektiv 36mm. Ein Objektiv, zwei Brennweiten, ohne Einschränkung. Bei der FX30 gibt es den Crop nur im 120fps-Modus.
Die A7 IV ist damit die Kamera für alles: Fotos, Videos, Porträt, Landschaft, Doku. Für den Preis ein ehrlicher Allrounder. Wenn du tiefer in ihre Stärken willst, hab ich den kompletten Sony A7 IV Hybrid-Guide für Foto und Video geschrieben.
Was kann die FX30 besser als die A7 IV?
Die FX30 ist eine reine Videomaschine, und in dieser Rolle stellt sie die A7 IV bei mehreren Punkten in den Schatten. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist der 16-Bit-RAW-Output über HDMI, und das für rund 2300 Euro.
Ihre Video-Vorteile im Detail:
- 16-Bit-RAW über HDMI. Auf einen externen Recorder bekommst du sauberes RAW-Signal. In dieser Preisklasse ist das eine Ansage.
- 4K 120fps Slowmotion. Ja, mit 1,6x Crop, aber die Pixel werden 1:1 ausgelesen. Keine Qualitätsverluste, kein Line-Skipping, das Bild bleibt knackscharf. Für sauberes Slow-Mo einfach einen Schritt zurücktreten, fertig.
- Kein Crop in 4K60. Die A7 IV hat in 4K60 einen Crop, die FX30 nicht. Für Weitwinkel-Video ein echter Pluspunkt.
- Custom LUTs direkt laden. Du filmst in S-Log3 oder HLG3 und willst schon vor Ort sehen, wie dein finales Bild aussieht? Lade deine LUT auf die Kamera und du siehst das gegradete Bild live. Ich fahr eine Korrektur-LUT plus eine kreative LUT obendrauf.
- Dual Base ISO 800 und 2500. Zwei native ISO-Stufen, sauberer in Low-Light.
- Aktive Kühlung. Die FX30 hat einen echten Lüfter. Die A7 IV kann warm werden, gerade wenn du im Menü die Temperaturschwelle auf Hoch stellst. Bei mir wurde sie nach etwa einer Stunde Menü-Fummeln richtig heiß, passiert ist nichts, aber an brüllheißen Drehtagen ist die aktive Kühlung der FX30 die sichere Bank.
- Profi-Ausstattung fürs Set. Timecode über Adapter, XLR-Anbindung über den Griff, viele Mounting-Punkte und ein videofreundlicheres Button-Layout. Dazu zwei Kartenslots, beide als CFexpress Type A nutzbar.
Ganz ehrlich: die FX30 hat keinen Sucher und keinen mechanischen Auslöser, und für reine Fotografen ist sie nichts. ABER ihr 26-Megapixel-Sensor macht trotzdem brauchbare Fotos, und als Videokamera ist sie für 2300 Euro aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei APS-C, das ich kenne. Wie sie sich im Sony-Lineup einordnet, hab ich in der FX30 Analyse und Positionierung auseinandergenommen.
Vollformat oder APS-C: was ist besser für Video?
Für reines Video ist APS-C oft die klügere Wahl, für Hybrid-Arbeit gewinnt Vollformat. Der Sensor entscheidet über Look, Low-Light und Objektiv-Budget zugleich.
| Kriterium | Sony A7 IV (Vollformat) | Sony FX30 (APS-C / Super 35) |
|---|---|---|
| Sensor | 33 MP Vollformat | 26 MP APS-C |
| Dynamikumfang / Low-Light | Vorteil durch größeren Sensor | Solide, Dual Base ISO 800/2500 |
| 4K 60fps | mit Crop | ohne Crop |
| 4K 120fps | nein | ja (1,6x Crop, 1:1 Readout) |
| 16-Bit RAW (HDMI) | nein | ja |
| Sucher (EVF) | ja, 3,69 Mio Dot | nein |
| Mechanischer Auslöser | ja, 10 FPS | nein |
| Aktive Kühlung | nein | ja |
| Kartenslots | 2 (1x CFexpress Type A) | 2x CFexpress Type A |
| Objektiv-Budget | teurer | deutlich günstiger |
| Preis | rund 300-400 Euro über FX30 | rund 2300 Euro |
Ein oft übersehener Punkt ist das Objektiv-Budget. Für APS-C gibt es viel mehr bezahlbare Optiken. Die Sigma 16mm f1.4 zum Beispiel bekommst du gebraucht für rund 250 bis 300 Euro, gute Vollformat-Objektive kosten schnell das Doppelte oder mehr. Wenn dich die Sensor-Grundlagen generell interessieren, lies APS-C vs Vollformat vs Micro Four Thirds. Und falls du an der A7 IV mit APS-C-Glas im Crop arbeiten willst, hilft dir mein Guide zu APS-C-Weitwinkel im A7 IV Crop-Mode.
Für wen lohnt sich welche Kamera?
Die Entscheidung hängt an einer Frage: Wie viel fotografierst du? Danach fällt die Wahl fast von selbst.
- Nimm die A7 IV, wenn du Hybrid arbeitest, viel fotografierst, einen Sucher willst und eine Kamera für wirklich alles suchst, von Porträt über Landschaft bis Doku.
- Nimm die FX30, wenn du zu 90 Prozent filmst, 4K 120fps und RAW-Output willst, an heißen Tagen drehst und dir das Set-taugliche Layout mit XLR und Timecode wichtig ist.
Wenn du dich für die A7 IV entscheidest, spar dir die stundenlange Menü-Sucherei: In meinem A7 IV Settings-Download hab ich meine kompletten Foto- und Video-Einstellungen fertig aufbereitet, für 5 Euro. Und wenn du beide Kameras parallel im Einsatz hast, findest du in 10 Tipps für den A7 IV und FX30 Workflow das passende Setup.
Häufige Fragen
Können beide Kameras 4K 60fps in 10-Bit? Ja. Beide filmen 4K 60fps in 10-Bit 4:2:2. Der Unterschied: Die A7 IV macht das mit einem Crop, die FX30 ohne.
Hat die FX30 einen Sucher? Nein. Die FX30 hat keinen EVF, weil sie als Cinema-Kamera auf Videografen ausgelegt ist. Wenn dir ein Sucher wichtig ist, führt kein Weg an der A7 IV vorbei.
Überhitzt die Sony A7 IV? Sie kann warm werden, vor allem wenn du im Menü die Temperaturschwelle auf Hoch stellst und lange im Menü arbeitest. Im normalen Drehbetrieb passiert in der Regel nichts, aber die FX30 ist durch ihre aktive Kühlung an heißen Tagen die sicherere Wahl.
Kann man mit der FX30 auch fotografieren? Ja, mit Einschränkungen. Kein Sucher, kein mechanischer Auslöser, aber der 26-Megapixel-Sensor liefert brauchbare Fotos. Als Fotokamera ist sie trotzdem nicht gedacht, dafür ist die A7 IV die klar bessere Wahl.
Lohnt sich der Aufpreis zur A7 IV? Nur wenn du den Vollformat-Look, den Sucher, den mechanischen Auslöser und die Hybrid-Vielseitigkeit brauchst. Für reines Video bekommst du mit der FX30 für 2300 Euro mehr Video-Features fürs Geld.
Welche wird es bei dir?
Kurz gesagt: A7 IV für Hybrid und Foto, FX30 für reines Video. Beide sind starke Kameras, und mit keiner machst du einen Fehler. Wenn du in S-Log3 filmst, egal mit welcher der beiden, lies vorher unbedingt S-Log3 richtig belichten und Rauschen vermeiden, das rettet dir das Bild in der Post.
Ganzes Video auf YouTube ansehen und mir in den Kommentaren sagen, für welche du dich entscheiden würdest. Je mehr Meinungen da zusammenkommen, desto mehr Leute profitieren von der Diskussion.



