Basiert auf meinem Video: Die BESTEN Sony A7IV Video & Foto Einstellungen – A7 IV SETUP GUIDE
Du hast die Sony A7 IV neu ausgepackt und stehst vor einem Menü, das dich erschlägt. Kenn ich. Ich hab die Kamera seit über einem Jahr, nutze sie gefühlt jeden Tag und mache mittlerweile Foto und Video gleichermaßen. Hier sind die Sony A7 IV Einstellungen, mit denen ich wirklich arbeite. Kein Theorie-Kram, sondern das Setup, das ich einmal eingestellt habe und seitdem nicht mehr anfasse.
Der wichtigste erste Schritt vor allen Sony A7 IV Einstellungen
Bevor du irgendwas einstellst, trenn Foto und Video. Geh ins Koffer-Menü und aktiviere „Different Set for Still and Movie“ (Punkt 3). Ohne diesen Haken passiert Folgendes: Du stellst dein Video auf S-Log3, wechselst in den Fotomodus, und plötzlich fotografierst du auch in Log. Das willst du nicht.
Mach vorher noch ein Backup deiner aktuellen Settings („Save/Load Settings“), falls dir mein Setup nicht gefällt. Danach kannst du alles gefahrlos umbauen.
Kleiner Hinweis: Mein Menü ist auf Englisch. Technik ist für mich auf Englisch einfach logischer, und die meisten Tutorials laufen so. Wir gehen die Punkte chronologisch durch, also findest du sie auch mit deutschem Menü.
Welche Foto-Einstellungen brauche ich an der A7 IV?
Kurz: RAW, ISO-Limit bei 12800, Weißabgleich auf Auto, Autofokus auf AF-S. Der Rest sind Feinheiten. Dreh das obere Rädchen aufs Foto-Symbol und stell die Kamera auf manuell (M).
- Image Quality / JPEG-HEIF-Switch: Lass es auf JPEG. HEIF hat zwar mehr Bildinfos, ist aber mit Adobe Lightroom nicht kompatibel. Kein Spaß beim Entwickeln.
- RAW File Type: Ich schieße alles in RAW und entwickle in Lightroom. Bei der Komprimierung reicht „Lossless Compressed – M“ locker. Die Dateien sind rund 30 MB statt 50+ MB bei „Uncompressed“, und ich sehe im Ergebnis keinen Unterschied. Nur bei kritischen Jobs (Astro, Kundenauftrag) geh auf Uncompressed.
- Aspect Ratio: 3:2, der Standard.
- APS-C Crop: Auf Auto. Wenn du ein APS-C-Objektiv ansetzt, croppt die Kamera von selbst.
- Long Exposure NR: Aus. Frisst nur Zeit zwischen den Fotos.
- Color Space: sRGB. Lens Compensation: alles auf Auto (Verzerrung, Vignette).
Beim ISO stell den Auto-Bereich so ein, dass die Obergrenze bei fotorelevanten Motiven nicht durch die Decke geht. Über 12800 sieht es nur noch matschig aus. Für Fotos setze ich das Maximum auf 3200 bis 4000 – da ist noch was zu retten.
Beim Metering nutze ich Multi mit Gesichts-Priorität. Weißabgleich auf Auto reicht fürs Fotografieren völlig. Und stell die Zebras auf Level 75: Tauchen bei einem Gesicht Zebras auf, ist der Hautton überbelichtet. Fürs Scharfstellen nehme ich AF-S (Single Shot) und Focus Area: Wide, dazu Gesichts- und Augenerkennung an.
Die besten Video-Einstellungen für die A7 IV
Direkt vorweg: Filmen ist bei der A7 IV kein Hexenwerk, du brauchst nur den richtigen Codec und das passende Farbprofil. Dreh das Rädchen auf Video und leg los.
Beim File Format hast du drei Optionen, und die unterscheiden sich vor allem darin, wie schwer dein Rechner damit kämpft:
| Format | Codec | Dateigröße | Schnitt |
|---|---|---|---|
| XAVC HS 4K | H.265 | am kleinsten | ressourcenhungrig, braucht starken Rechner |
| XAVC S 4K | H.264 | mittel | der Sweetspot |
| XAVC S-I 4K | H.264 Intra | am größten | am leichtesten zu schneiden |
Ich filme meist in XAVC HS 4K (H.265), weil ich einen starken Rechner habe. Hast du eher Mittelklasse-Hardware, nimm XAVC S 4K. Als Auflösung bei den Bitraten wählst du 422, 10 Bit mit 100M – das gibt dir die Farbtiefe fürs Color Grading. Die Feinheiten der Formate hab ich in den Video-Codecs der A7 IV im Detail auseinandergenommen.
Wichtig: Ich habe meine Kamera auf NTSC stehen, nicht PAL. Nur so bekomme ich in XAVC HS 4K die 24p frei. In PAL wäre bei diesem Codec kein 25p wählbar. Draußen und im Studio mit modernen Lichtern hast du bei 24p kein Flackern. Falls doch, hilft dir die Erklärung zu NTSC oder PAL und Flackern lösen.
Bei der Stabilisierung hast du Off, Standard und Active. Für Freihand und Vlog nehme ich Active – das ist die 5-Achsen-IBIS-Stabilisierung. Du zahlst mit rund 10 % Crop, kriegst dafür ein spürbar ruhigeres Bild. Steht die Kamera aufm Stativ, schalte ich auf Standard oder Off.
Beim Audio setz den Aufnahmepegel hoch, wenn du kein externes Mikro dran hast, und runter (etwa auf 5), sobald ein Mikro dranhängt. Wind Noise Reduction nur mit externem Mikro an.
Wie stelle ich S-Log3 und den ISO richtig ein?
S-Log3 aktivierst du über Picture Profile PP8. Das Bild sieht dann grau und flau aus – genau so soll es sein. Die Farben holst du dir im Grading zurück. Der entscheidende Punkt ist der ISO: Bei S-Log3 ist der native ISO 800 die Basis. Alles darunter geht nicht sauber.
Die A7 IV hat ein Dual-Base-ISO. Erhöhst du den Wert über 800, kommt erst Rauschen rein, bis du bei ISO 3200 wieder auf einer sauberen zweiten Basis landest. (Zum Vergleich: Die A7S III liegt bei 640 und 12800.) Wer kein Log will, stellt das Picture Profile auf Off, Creative Look auf Standard und den Weißabgleich ruhig auf Auto – sieht überraschend gut aus. Wie du in S-Log3 richtig belichtest und Rauschen vermeidest, zeige ich dir Schritt für Schritt beim Thema S-Log3 richtig belichten.
Für den Autofokus im Video nutze ich AF-C mit rund 80 % Fokus-Area, Gesichts-/Augenerkennung auf „Human“ und die AF Transition Speed auf etwa 5. Für weiche, cineastische Fokus-Übergänge bei B-Roll drehe ich die Transition Speed runter auf 2 – dann zieht der Fokus langsam und smooth rüber.
Die Tastenbelegung, die alles schneller macht
Die Settings sind das eine, die Tasten das andere. Genau hier gewinnst du Zeit im echten Dreh. Das leg ich mir für Foto und Video fast identisch:
1. ÄL auf Toggle statt Hold – einmal drücken, Belichtung ist gelockt, kein Dauerdrücken. 2. AF/MF auf Toggle – gleiche Logik, ein Klick statt Halten. 3. Focus Area auf eine Taste, damit ich den Fokusbereich schnell eingrenze. 4. APS-C Crop auf C3 – ein Druck, und ich habe quasi mehr Brennweite. Praktisch, wenn deine APS-C Weitwinkel im Crop-Mode sitzen. 5. Clear Image Zoom auf den Papierkorb-Knopf – rechnet den Zoom verlustfrei hoch, überraschend gute Ergebnisse. Mehr dazu beim Sony Clear Image Zoom. 6. Focus Map und Focus Magnifier (auf C2) fürs saubere Scharfstellen. Beides erkläre ich ausführlich beim manuell fokussieren mit Sony.
Überhitzung, Akku und das eine Setting, das du nicht vergessen darfst
Direkte Antwort: Stell Auto Power Off Temperature auf High. Ab Werk steht das auf Standard, und dann macht dir die Kamera nach 30 bis 40 Minuten mit „zu heiß“ dicht. Auf High läuft sie durch. Ich hab die A7 IV seit fast einem Jahr auf High, filme fast täglich, nie ist was passiert. Du bekommst höchstens eine kleine Warnung.
Zwei weitere Griffe: Monitor Brightness auf „Sunny“ – zieht etwas mehr Akku, aber du siehst dein Display draußen überhaupt. Und aktiviere die Anti-Dust Function, damit sich beim Ausschalten der Shutter vor den Sensor legt.
Alles sichern mit Memory Recall (sonst ist es weg)
Jetzt der Schritt, an dem viele ihre Arbeit verlieren. Deine ganzen Einstellungen und Tasten liegen aktuell unter dem M-Modus. Wenn du das obere Rädchen auf 1/2/3 drehst, ohne vorher zu speichern, ist alles weg.
Also: Geh ins Menü, Shooting Mode → Camera Set Memory → 1. Damit sicherst du dein komplettes Setup auf Profil 1. Danach kannst du dir Varianten anlegen. Ich mach das so:
- Profil 1: XAVC HS 4K, 24p (mein Standard)
- Profil 2: 60p für Slowmotion – Rädchen drehen, Verschlusszeit und ISO sind sofort gesetzt
- Profil 3: XAVC S 4K für leichtes Schneiden
Ein Dreh am Rädchen, und du nimmst in weniger als einer Sekunde in Slowmotion auf, ohne ein einziges Untermenü zu öffnen.
Häufige Fragen
Welche ISO für S-Log3 an der Sony A7 IV? Der native Basis-ISO ist 800. Die zweite saubere Basis liegt bei 3200. Dazwischen steigt das Rauschen, darüber wird es wieder besser. Fang immer bei 800 an.
XAVC HS oder XAVC S bei der A7 IV? XAVC HS (H.265) gibt dir die kleinste Datei bei bester Qualität, braucht aber viel Rechenleistung im Schnitt. XAVC S (H.264) ist der Sweetspot für die meisten Rechner. XAVC S-I ist am größten, aber am einfachsten zu schneiden.
Warum stellt Serkan die A7 IV auf NTSC statt PAL? Nur in NTSC lässt sich in XAVC HS 4K die 24p-Framerate auswählen. In PAL wäre bei diesem Codec kein 25p verfügbar. Bei modernen Studio-Lichtern und draußen gibt es dabei kein Flackern.
Überhitzt die Sony A7 IV beim Filmen? Mit „Auto Power Off Temperature“ auf Standard schaltet sie nach 30 bis 40 Minuten ab. Auf High läuft sie durch. Nach fast einem Jahr täglichem Einsatz hatte ich damit nie ein echtes Problem.
Foto in RAW oder JPEG? RAW, wenn du in Lightroom entwickelst. „Lossless Compressed – M“ reicht dabei völlig. Wenn du null Lust auf Bildbearbeitung hast, nimm JPEG oder RAW+JPEG parallel.
Fertig einstellen und loslegen
Nimm dir einmal die 30 Minuten, stell alles sauber ein, sichere es über Memory Recall – und deine A7 IV fühlt sich danach an wie eine ganz andere Kamera. Ein Rädchen-Dreh, und du bist bereit für Foto, Video oder Slowmotion.
Ganzes Video auf YouTube ansehen
Willst du meine exakten Werte nicht abtippen? Ich hab alle Settings aus diesem Guide als kompakten Sony A7 IV Settings-Download (5,00 EUR) zusammengefasst – einmal reinladen, Häkchen setzen, fertig.



