Basiert auf meinem Video: Godox Wireless WEC Mic vs DJI Wireless Mic
Godox hat mir das Teil zum Testen geschickt (mein erstes Placement, kein Geld dafür, nur ein ehrliches Review). Und die erste Frage war sofort da: kann ein Wireless-Set für ein Drittel vom DJI-Preis wirklich mithalten? Ich hab es auf den Feldberg geschleppt, gegen mein Sennheiser MKH 416 und das DJI Mic gestellt und im Regen über die Hauptstrasse getestet. Hier ist, was rauskam.
Ist das Godox WEC eine echte Alternative zum DJI Mic?
Ja. Für den Einstieg ist das Godox WEC Kit 2 eine ernsthafte Alternative zum DJI Wireless Mic mit seinem kompletten Workflow. Es hat dieselbe Aufgabe, liefert solide Audioqualität und kostet nur einen Bruchteil. Das DJI Mic liegt bei rund 280 Euro, zum Release waren es sogar um die 330 Euro. Das Godox kostet knapp über 100 Euro. Du zahlst also ein Drittel und bekommst am Ende Ton, der im Video absolut brauchbar ist.
Das Prinzip ist bei beiden gleich, und auch das Rode Wireless spielt in derselben Liga: zwei kleine Sender, ein Empfänger auf der Kamera, fertig. Beim Kit 2 sind zwei Sender dabei, beim Kit 1 nur einer. Wenn du also zu zweit vor der Kamera stehst, ist das Kit 2 die richtige Wahl.
Godox WEC vs DJI Mic im direkten Vergleich
Die kurze Antwort: Godox gewinnt beim Preis, DJI beim Feintuning. Beide bringen dich sauber ans Ziel, aber DJI hat ein paar Extras, für die du eben auch das Dreifache zahlst.
| Punkt | Godox WEC Kit 2 | DJI Wireless Mic |
|---|---|---|
| Preis | ~110 Euro | ~280 Euro (Release ~330) |
| Sender im Set | 2 (Kit 2) | 2 |
| Nutzbare Reichweite | bis ~30 m, auf freiem Feld ~60-70 m | bis ~30 m im Praxistest |
| Aufnahme im Sender | nein | ja |
| Display am Empfänger | nein | ja |
| Gehäuse | billiges Plastik | wertiger |
| Noise Cancellation | ja (DNR-Taste) | ja |
| Gewicht Sender | ~9 g | vergleichbar |
Wenn du das Gefühl kennst, dass Budget-Audio immer nach Kompromiss klingt: das ist hier nicht der Fall. Ich hab im Video ständig zwischen MKH 416, DJI und Godox umgeschaltet, damit du den Unterschied selbst hörst. Das Godox fällt dabei nicht negativ auf.
Wie weit reicht das Godox WEC wirklich?
Nutzbar sind etwa 30 Meter, auf freiem Feld auch mal 60 bis 70. Der Hersteller gibt 200 bis 250 Meter an, aber die gelten nur unter perfekt abgestimmten Bedingungen, die du im Alltag praktisch nie hast. Genau das gleiche Muster hatte ich schon beim DJI Mic gesehen: ab etwa 30 Metern ist der Ton nicht mehr brauchbar.
Wichtig ist die Ausrichtung. Sender und Empfänger dürfen den Sichtkontakt nicht verlieren. Steckt der Empfänger vorne an der Kamera und du drehst dich um 90 oder 180 Grad weg, schwächelt das Signal. Dann hast du Störungen im Ton, und die Aufnahme ist hin. Positionier die Kamera also so, dass der Sender möglichst frei zum Empfänger funkt. Das ist keine Godox-Schwäche, das gilt für die ganze Klasse.
Was ist im Godox WEC Kit 2 alles drin?
Alles kommt in einer Tasche, und die ist wirklich ordentlich. Bei manchen Herstellern fehlt so eine Tasche komplett, hier macht sie einen guten Eindruck und hat links und rechts Fächer. Der Lieferumfang:
1. Case mit Akku – lädt Sender und Empfänger unterwegs, Display zeigt die Kapazität (bei mir 93 Prozent). Einheiten allein laufen etwa 8 Stunden, mit dem Case zusammen rund 24 Stunden. 2. Zwei Sender und ein Empfänger – verbinden sich automatisch, sobald du sie aus dem Case holst. Leuchtet die LED grün und blinkt nicht, sind sie gekoppelt. Das geht ratzfatz. 3. TRS-zu-TRS-Kabel – vom Empfänger an die Kamera. 4. Zweites TRS-zu-TRS-Kabel – für Smartphone oder einen externen Audio-Recorder wie den Zoom F3 oder Tascam X8. 5. Zwei Dead Cats – Fellwindschutz für beide Sender. 6. USB-A-zu-USB-C-Kabel – hier hätte ich mir USB-C auf USB-C gewünscht, aber gut.
Bedienung: Tasten, Gain und Mute
Das Godox ist bewusst simpel gehalten, und das ist im Feld ein Vorteil. Am Sender sitzt der Power-Button, ein oranger Button mit Kopplungssymbol für den Fall, dass die automatische Verbindung mal hakt, und die DNR-Taste für die Noise Cancellation. Unten der USB-C-Eingang zum Laden oder fürs Handy.
Am Empfänger siehst du über die LEDs, mit welchem Sender er verbunden ist. Auf der Seite der Out-Anschluss für das Mikrofonkabel und der Power-Button. Hinten ein Clip fürs Shirt. Mit dem Plus- und Minus-Button regelst du den Aufnahmepegel in 6-Dezibel-Schritten: vom Standardwert 0 rauf auf +6 oder runter auf -6 dB. Und ein M-Button für Mute. Mehr brauchst du für sauberen Ton nicht.
Die Noise Cancellation würde ich selbst nicht dauerhaft anlassen. So ein Feature ist nett fürs Testen, aber Rauschen und Umgebungsgeräusche räumst du im Schnitt sauberer weg. Wie das geht, zeige ich dir im Guide zum Stimme und Audio verbessern in Audition und Premiere Pro.
Die ehrlichen Nachteile
Damit du weisst, worauf du dich einlässt, hier die Punkte, die mich gestört haben. Es sind nicht viele, aber sie gehören gesagt.
- USB-C sitzt unten. Beim Laden liegt das Case dadurch blöd rum. Kleinkariert, ich weiss, aber hinten wäre schöner gewesen.
- Billiges Plastik. Das Material fühlt sich nicht hochwertig an. Bei 110 Euro kann ich aber schlecht meckern, irgendwo muss der Preis herkommen.
- Keine Aufnahme im Sender. Beim DJI kannst du direkt im Sender aufnehmen, hier nicht. Keine Speicherkarte, keine interne Aufnahme. Für mich wär das ein Verzicht, den ich ungern mache, für viele andere ist es egal.
- Kein Display am Empfänger. Kein Bildschirm, keine LED-Spielereien. Bei dem Preis aber auch nicht zu erwarten.
Ehrlich gesagt: das Plastik und der fehlende Sender-Recorder sind echte Abstriche. ABER die Features, die zählen, sitzen: solide Audioqualität, Plug and Play, direkt verbunden ohne Tastenkombination, und das alles zum Drittelpreis eines DJI. Genau deshalb ist es ein cooles Einsteiger-Set.
Für wen lohnt sich das Godox WEC?
Für alle, die günstig in Funkstrecke einsteigen wollen und keinen Schnickschnack brauchen. Du holst es aus dem Case, es ist verbunden, du legst los. Kein Menü, kein Setup, kein Stress. Wenn du gerade dein erstes ordentliches Setup zusammenstellst, passt es gut zu günstigem Kamera-Zubehör unter 70 Euro für Einsteiger.
Willst du dagegen im Sender aufnehmen, ein Display haben oder ein wertigeres Gehäuse, dann greif zum DJI Mic und zahl den Aufpreis bewusst. Wer noch günstiger sucht, sollte auch den Movo X3 II gegen das Sennheiser MKH 416 im Blick behalten. Und wenn du tiefer in Ton generell einsteigen willst, ist mein Hub Audio fürs Video mit Mikrofonen, Recordern und Ton-Bearbeitung die richtige Anlaufstelle.
Häufige Fragen
Was kostet das Godox WEC Kit 2? Knapp über 100 Euro, ich schätze rund 110. Damit ist es etwa ein Drittel so teuer wie das DJI Wireless Mic mit rund 280 Euro.
Wie viele Sender sind beim Kit 2 dabei? Zwei Sender und ein Empfänger. Beim Kit 1 ist nur ein Sender dabei. Für Interviews oder zwei Personen vor der Kamera nimmst du das Kit 2.
Wie ist die echte Reichweite? Nutzbar etwa 30 Meter, auf freiem Feld auch mal 60 bis 70. Die 200 bis 250 Meter vom Hersteller gelten nur unter perfekten Bedingungen. Sender und Empfänger sollten Sichtkontakt halten.
Kann ich im Sender aufnehmen wie beim DJI? Nein. Das Godox hat keine interne Aufnahme und keine Speicherkarte im Sender. Wenn dir das wichtig ist, ist das DJI Mic die bessere Wahl.
Wie lange hält der Akku? Sender und Empfänger laufen allein rund 8 Stunden, mit dem Case zusammen etwa 24 Stunden. Das Case lädt die Einheiten unterwegs nach.
Fazit und nächster Schritt
Für 110 Euro bekommst du ein Wireless-Mikrofon, das dieselbe Aufgabe erfüllt wie ein Set für den dreifachen Preis. Billiges Plastik hin oder her, der Ton stimmt und die Bedienung ist idiotensicher. Klarer Daumen hoch für den Einstieg.
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