Basiert auf meinen Videos: Zoom F3 vs Tascam X8 – Review, 32-Bit-Float mit dem Zoom F3 und Tascam X8 – die besten Einstellungen.
Stell dir vor, du drehst einen Clip, der Ton war perfekt, und im Schnitt merkst du: viel zu leise oder komplett übersteuert. Früher war das Footage tot. Mit 32-Bit-Float ziehst du den Pegel einfach zurecht und die Aufnahme lebt wieder. Genau darum geht es beim Zoom F3 und beim Tascam X8. Ich hatte beide hier, habe sie gegeneinander laufen lassen, und in diesem Vergleich sag ich dir ehrlich, welcher Audio-Recorder zu dir passt.
Was ist 32-Bit-Float und warum brauchst du das?
32-Bit-Float ist wie RAW oder Log, nur für Ton. Du zeichnest einen riesigen Dynamikbereich auf und kannst im Schnitt zu leises Audio lauter ziehen oder Übersteuertes wieder runterholen, ohne dass es scheppert.
Denk an Fotos: Du knipst in JPEG oder in RAW. RAW hält viel mehr Informationen fest, deshalb kannst du hinterher Belichtung und Farben stark biegen. Beim Video ist Log das Gegenstück zum flachen Standard-Profil. Und beim Ton ist 32-Bit-Float genau dieses RAW. Ich hab im Test extra viel zu laut und viel zu leise reingeredet, mit total falsch eingestelltem Pegel. Im Programm ein Slider nach links, Aufnahmepegel angepasst, und die Spur klingt normal.
Eine Grenze gibt es trotzdem. Du kannst nicht jeden Krach retten, egal wie laut. Der Dynamikbereich ist gross, aber nicht unendlich. Für normale Sprach- und Interviewsituationen reicht er dicke. Und pass auf, wenn du eine sehr leise Spur hochziehst, holst du dir auch Umgebungsgeräusche und Rauschen mit rein. Wie du das im Schnitt sauber hinbiegst, zeige ich dir im Artikel Stimme und Audio verbessern in Audition und Premiere.
Zoom F3 vs Tascam X8: der schnelle Vergleich
Die kurze Antwort: Das F3 ist der schlanke Solist, das X8 der Recorder für mehrere Quellen. Hier die harten Fakten aus dem Test nebeneinander.
| Merkmal | Zoom F3 | Tascam X8 |
|---|---|---|
| Größe | kompakt | rund doppelt so gross |
| Gewicht (mit Batterien) | 242 g | 472 g |
| Display | Schwarz-Weiss, spartanisch | Farbdisplay + Launcher |
| Eingänge | 2x XLR | 4x XLR-Combo (Klinke) + 2 Aufsteck-Mics |
| Spuren | 2 | 8 (inkl. Stereo-Mix) |
| Aufnahme | nur 32-Bit-Float | 16 / 24 / 32-Bit-Float |
| Pegelanzeige | nur Waveform | Pegelmeter mit dB-Werten |
| Backup-Audio | via Line-Out zu 2. Recorder | interne Backup-Spur in 32-Bit |
| Timecode | ja | nein |
| SD-Karte | bis 1 TB, mit Benchmark-Test | bis 512 GB |
| Batterien | 2x AA | 4x AA |
| Preis (Stand 29.01.2024) | 309 Euro | 479 Euro |
Beide haben ausserdem einen Slot für einen Bluetooth-Dongle. Damit steuerst du den Recorder per App aus der Ferne. Der Dongle kostet extra, ich glaube so um die 40 Euro. Ich hab ihn nicht gekauft, weil ich ihn schlicht nicht brauche.
Wie funktioniert das Zoom F3 in der Praxis?
Das F3 schaltest du ein, druckst auf Rec, fertig. Kein Menü-Dschungel, keine Presets, nur das Nötigste. Genau das mag ich daran.
Auf dem Schwarz-Weiss-Display siehst du die Waveform pro Eingang. Über das Plus-Symbol ziehst du den Aufnahmepegel hoch oder runter, bei mir sassen so um die 32 gut. Es hat zwei XLR-Eingänge, kein Combo, wenn du also Klinke brauchst, kommt ein Adapter dazu. Phantomspeisung mit 48 Volt liefert es, mein Mikro dafür lief ohne Zicken.
Ein paar Details, die im Alltag richtig helfen:
1. Hot-swap-Batterien. Gehen die zwei AAs zur Neige, hängst du eine Powerbank an den USB-C-Port und tauschst die Zellen mitten in der laufenden Aufnahme, ohne Unterbrechung. 2. Line-Out als Backup. Über ein AUX-Kabel schickst du das Signal live an einen zweiten Recorder oder direkt in die Kamera. Fällt das F3 aus, hast du die Aufnahme trotzdem physisch woanders liegen. 3. Timecode. Mehrere Spuren oder Kameras synchronisierst du sauber über Timecode, das X8 kann das nicht. 4. Hold-Button. Runtergedrückt lässt sich die Aufnahme nicht mehr aus Versehen stoppen. Zum Beenden erst wieder entriegeln.
Das Material ist Plastik, aber wirklich hochwertig, fühlt sich nicht billig an. Hinten sitzt ein Viertelgewinde plus Metallhalterungen, damit klemmst du das Ding flexibel irgendwo fest, sogar am Arm.
Ehrlich zur Batterie: Mit billigen Alkaline-Zellen war bei mir nach knapp zwei Stunden Schluss. Mit ordentlichen Batterien wie Duracell sollten fünf bis sechs Stunden drin sein. Nimm also gute Zellen, sonst ärgerst du dich. Als Funkstrecke daneben nutze ich übrigens das DJI Mic, dessen Bedienung und Workflow erkläre ich hier.
Wann lohnt sich das Tascam X8?
Das X8 lohnt sich, sobald du mehr als eine Quelle aufnimmst oder feinere Kontrolle willst. Vier XLR-Combo-Eingänge, ein Farbdisplay mit Launcher und eine echte Pegelanzeige mit Dezibel-Werten machen es zum Recorder für Podcasts mit Gästen, Interviews und Live-Events.
Das X8 steht für acht Audiospuren. Du hast sechs physische Inputs, dazu oben zwei Aufsteck-Mikrofone, mit denen du auch ohne externes Mikro aufnimmst. Die Spuren lassen sich zusätzlich in Stereo mixen, so kommen die acht zusammen. Der grosse Vorteil gegenüber dem F3: Du kannst intern eine Backup-Spur mitlaufen lassen, ebenfalls in 32-Bit-Float. Fällt eine Aufnahme aus, hast du die zweite direkt auf derselben Karte.
Ausserdem wählst du beim X8 die Bittiefe selbst. 32-Bit-Float, wenn du auf Nummer sicher gehst, oder 24-Bit für mehr Batterielaufzeit. Diese Wahl gibt dir das F3 nicht, dort ist 32-Bit-Float fest gesetzt. Bei mir hielt das X8 mit 48-Volt-Phantomspeisung im Schnitt vier bis sechs Stunden, je nach Batterien und Modus.
Die Kehrseite: Es ist doppelt so gross und schwer, das Material fühlt sich weniger edel an als beim F3, und es kostet fast 200 Euro mehr. Für den Solo-Creator ist das Overkill. Für jemanden, der weiss, dass gleich mal eine dritte Person am Tisch sitzt, ist es die zukunftssichere Wahl.
Die besten Tascam X8 Einstellungen
Weniger, als du denkst. Ein paar Punkte in den General Settings, dann der Launcher im manuellen Modus, mehr braucht das Teil nicht. Hier mein Setup für Run-and-Gun und den normalen Gebrauch.
General Settings:
1. Rec Settings: Format auf WAV, nicht MP3. Im WAV-Container stecken mehr Informationen, also bessere Qualität. Sample Rate auf 48 kHz (nur für Musik lohnen 192 kHz). Bittiefe auf 32-Bit-Float, darum geht ja das ganze Spiel. 2. Input/Output: 48-Volt-Phantomspeisung an, wenn dein Mikro sie braucht. Sonst schaltet sich so ein Mikro gar nicht erst ein. Bei Lautsprechern am XLR lass sie aus. 3. System: Datum und Uhrzeit setzen, Dateibenennung nach Projekt oder Event vergeben (spart auf der Hochzeit Nerven), neue SD-Karte im Gerät formatieren für die richtige Ordnerstruktur. 4. Power & Display: Batterietyp korrekt einstellen, Alkaline oder Lithium. Sonst zeigt dir das X8 einen falschen Akkustand an, und das geht im Zweifel richtig nach hinten los.
Launcher und Input: Geh auf den manuellen Modus. Über Input Select ordnest du Track 1 bis 6 zu, ich lasse 1 und 2 wirklich auf 1 und 2. In den Input Settings ist eine Sache wichtig: Stereo-Link aus, sonst landen zwei verschiedene Mikros auf einer Spur. Auto-Gain, Low-Cut, Noise-Gate, Limiter und Equalizer schalte ich alle aus, weil ich ja 32-Bit-Float nutze und im Schnitt korrigiere. Den Input-Gain stellst du grob auf Low oder High und feinst dann über den roten Drehregler nach, zum Beispiel Low auf 20 dB, High auf 35 dB.
Zum Schluss der Pegel. Ziel ist ein Wert zwischen minus 15 und minus 9 Dezibel. In der Postproduktion legst du eh nochmal Hand an, wie du die Lautstärke in Audition sauber angleichst, zeige ich separat.
Welchen Audio-Recorder solltest du kaufen?
Bist du solo unterwegs oder machst Podcast mit einer Person am selben Ort, nimm das Zoom F3. Brauchst du mehrere XLR-Quellen oder feine Kontrolle, nimm das Tascam X8.
- Zoom F3 (309 Euro): Klein, leicht, günstig, 32-Bit-Float, Timecode. Zwei XLR reichen für Solo und Podcast locker. Für Klinke brauchst du einen Adapter. Damit machst du nichts falsch.
- Tascam X8 (479 Euro): Vier XLR-Combo, interne Backup-Spur, wählbare Bittiefe, Pegelmeter mit dB. Kostet fast 200 Euro mehr, ist doppelt so gross, dafür zukunftssicher für mehrere Sprecher.
Einen klaren Gewinner gibt es nicht, das nimmt sich in der Tonqualität nicht viel. Ich selbst habe am Ende das teurere X8 behalten, weil ich die vier XLR-Plätze und die Backup-Spur nutzen kann. Wenn du aufs Kleingeld achtest und die Extra-Eingänge nicht brauchst, hol dir das F3.
Welches Mikro du davor hängst, entscheidet am Ende genauso stark über den Klang wie der Recorder. Ich hab dazu ein Budget-Mikro gegen das Sennheiser MKH416 getestet. Und den Überblick über Mikrofone, Recorder und Ton-Bearbeitung findest du im Hub Audio fürs Video. Zur passenden Speicherkarte hilft dir mein SD-Karten-Guide.
Häufige Fragen
Was bedeutet 32-Bit-Float beim Audio-Recorder? Es ist das RAW für Ton. Du zeichnest einen sehr grossen Dynamikbereich auf und kannst im Schnitt zu leise oder übersteuerte Aufnahmen zurechtziehen, ohne dass sie kaputtgehen. Eine Grenze gibt es trotzdem, unendlich ist der Bereich nicht.
Ist das Zoom F3 oder das Tascam X8 besser? Kommt auf den Einsatz an. Für Solo und Podcast ist das F3 besser, weil klein und günstig. Für mehrere XLR-Quellen und feine Kontrolle ist das X8 besser. Die reine Tonqualität nimmt sich kaum etwas.
Kann ich mit dem Zoom F3 in 24-Bit aufnehmen? Nein. Das F3 zeichnet ausschliesslich in 32-Bit-Float auf. Nur das Tascam X8 lässt dich zwischen 16-, 24- und 32-Bit wählen, wobei 24-Bit etwas mehr Batterielaufzeit bringt.
Wie lange halten die Batterien? Beim X8 kam ich mit 48-Volt-Phantomspeisung auf rund vier bis sechs Stunden. Beim F3 waren es mit billigen Alkaline-Zellen nicht mal zwei Stunden, mit guten Batterien wie Duracell sollten fünf bis sechs Stunden drin sein.
Brauche ich beim Zoom F3 ein externes Mikrofon? Ja. Das F3 hat nur zwei XLR-Eingänge und keine eingebauten Kapseln. Das X8 kommt mit zwei Aufsteck-Mikrofonen, damit nimmst du auch ohne externes Mikro auf.
Das ganze Duell und meine X8-Einstellungen siehst du hier: Zoom F3 vs Tascam X8 auf YouTube ansehen. Wenn dir das weiterhilft, abonnier den Kanal, dann verpasst du die nächsten Gear-Tests nicht.



