Sony ZV-E10

Sony ZV-E10 Erfahrung nach 1 Jahr: Test & Nachteile

Meine ehrliche Sony ZV-E10 Erfahrung nach 1 Jahr und 200+ Videos: was die Kamera kann, welche Nachteile bleiben und für wen sie sich lohnt.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 1. Januar 2023 7 Min Lesezeit
TL;DR: Nach über einem Jahr und mehr als 200 Videos ist die Sony ZV-E10 für mich die beste Einsteiger-Content-Creator-Kamera fürs Geld. 6K downsampled auf 4K, kein Überhitzen, volle APS-C-Objektiv-Flexibilität. Die Nachteile bleiben ehrlich: starker Rolling Shutter, kein Sucher, keine IBIS, altes Sony-Menü. Wenn du die Schwächen kennst, ist es trotzdem eine grossartige Kamera.

Basiert auf meinem Video: Die Sony ZV-E10 nach 1 Jahr – Mein Fazit

Ich hab die ZV-E10 jetzt seit über einem Jahr im Dauereinsatz und meinen ganzen YouTube-Kanal damit aufgebaut. Ehrlich: mehr als 200 Videos gedreht und geschnitten, wahrscheinlich bin ich der mit den meisten ZV-E10-Videos im deutschsprachigen Raum. Wenn du die Kamera schon hast oder kurz vorm Kauf stehst, bleib dran. Ich sag dir, was nach einem Jahr wirklich zählt und wo die Kamera dich ärgert.

Lohnt sich die Sony ZV-E10 nach einem Jahr noch?

Ja. Für den Preis von rund 580 Euro ist die ZV-E10 nach wie vor eine der besten Einsteiger-Kameras für Content Creation. Sie war lange meine Hauptkamera, bis ich zur Sony A7 IV gewechselt bin, und ich hol sie immer noch raus. Der Grund ist einfach: das 4K-Bild wird aus 6K heruntergerechnet, du kriegst also ein knackiges, sauberes 4K. Dazu machst du damit auch richtig gute Fotos, obwohl sie keinen Sucher hat.

Sony hat die Kamera als Vlogging-Kamera vermarktet. Witzig, denn als reine Vlogging-Kamera finde ich sie ehrlich gesagt nicht mal besonders gut. Sie ist viel mehr als das. Für mich ist sie vom Preis-Leistungs-Verhältnis der perfekte Einstieg, wenn du mit Content jeder Art loslegen willst, egal ob YouTube oder Social Media. Warum ich das so sehe, steht auch im Beitrag warum die ZV-E10 mehr als eine Vlogging-Kamera ist.

Was macht die ZV-E10 so besonders?

Der größte Pluspunkt ist der APS-C-Sensor mit E-Mount. Du kannst also verschiedenste Objektive dranschrauben und die Kamera komplett anders einsetzen, je nachdem was du gerade brauchst.

Meine Objektiv-Praxis in Kurzform:

  • Sony 11mm f1.8 ist mein Lieblings-Vlogging-Objektiv. Ultra-Weitwinkel, extrem vielseitig, top für Fotos, weite Videos und Landschaft. Details im Review zum Sony 11mm f1.8.
  • Sigma 16mm f1.4 ist für mich das beste Preis-Leistungs-Objektiv an der ZV-E10. Nicht so weit wie das 11mm, deshalb hab ich es lange im Studio genutzt. Die f1.4 gibt dir ein richtig sahniges Bokeh. Mehr dazu im Test zum Sigma 16mm f1.4 an der ZV-E10.

Dazu kommen die Anschlüsse, und die sind für die Klasse stark: USB-C, Micro-HDMI, Mikrofon-Eingang und ein Kopfhöreranschluss. Der Kopfhöreranschluss ist Gold wert, wenn du zu zweit filmst und deinen Ton direkt mithören willst. Über USB-C streamst du ohne Capture-Card in 720p. Nicht der Hammer, aber besser als nichts.

Bei den Farbprofilen hast du S-Log2, S-Log3 und HLG3. Weil die ZV-E10 eine 8-Bit-Kamera ist, empfehle ich klar HLG3, in den Einstellungen ist das PP10. Setzt voraus, dass du Color Grading beherrschst. Wenn du da tiefer rein willst, hab ich einen kompletten Leitfaden geschrieben: HLG3 richtig belichten und color graden für 8-Bit-Sony.

Überhitzt die Sony ZV-E10?

Nein, in der Praxis nicht. Das war für mich der größte Sprung. Ich komme von der Sony a5100 und hab dort ständig mit Überhitzung und Aufnahme-Abbrüchen gekämpft. Bei der ZV-E10 sind diese Probleme weg. Du kannst aufnehmen so lange du willst.

Eine Sache musst du aber machen: in den Einstellungen die Temperatur-Empfindlichkeit auf „Hoch“ (High) stellen. Dann läuft sie durch. Wie das genau aussieht und was der Akku dabei mitmacht, hab ich im Überhitzungs- und Akku-Test der ZV-E10 dokumentiert.

Slow Motion, Serienbild und Stabilisierung

Für Slow-Motion nimmst du in Full HD mit 120 Frames auf. Damit hast du genug FPS für richtig saubere Zeitlupen. Der mechanische Verschluss schafft 11 Bilder pro Sekunde, das ist für diese Klasse ziemlich flott.

Bei der Stabilisierung wird es interessant. Die ZV-E10 zeichnet Gyro-Daten mit auf. Damit kannst du dein Footage nachträglich in Sonys kostenlosem Programm Catalyst Browse stabilisieren. Das ist der Weg, den ich empfehle. Wie das Schritt für Schritt geht, zeige ich im Guide zum Stabilisieren mit Sony Catalyst Browse.

Dann gibt es noch den elektronischen SteadyShot direkt in der Kamera. Der croppt aber extrem rein, ganze 44 Prozent, damit ist Vloggen im Gehen praktisch tot. Positiv drehen kannst du es trotzdem: durch den Crop bekommst du eine längere Brennweite. Aus einem 11mm wird faktisch ein 16mm, und dank des 6K-Oversamplings ohne echten Qualitätsverlust.

Welche Nachteile hat die Sony ZV-E10 wirklich?

Sie ist eine gute Kamera, aber keine perfekte. Nach einem Jahr sind das die Schwächen, die mir im Alltag begegnen:

1. Starker Rolling Shutter. Das ist für mich der größte Kritikpunkt. Bewegst du dich beim Filmen viel, wackelt und „wobbelt“ das Bild sichtbar. Bei einer Kamera, die als Vlogging-Kamera verkauft wird, ist das bitter. Catalyst Browse nimmt einen Teil davon raus, aber der Rolling Shutter bleibt stark. 2. Kein Sucher (EVF). Willst du wirklich nur fotografieren, fehlt dir das Ding zum Reinschauen. Beim Fotografieren in der Sonne wird das schnell nervig. 3. Keine IBIS. Keine Fünf-Achsen-Sensorstabilisierung. Es gibt nur den elektronischen SteadyShot mit dem 44-Prozent-Crop, mehr nicht. 4. Proxy killt die Gesichtserkennung. Aktivierst du in der Kamera Proxys, verlierst du die Augen- und Gesichtserkennung. Blöd, weil gerade schwache Rechner von Proxys leben. 5. Zoom-Rocker lässt sich nicht abschalten. Ich komme ständig mit dem Finger dran und zoome ausversehen. Ausschalten geht nicht. 6. Kein Minimum-Shutter in Auto-ISO. Für Fotografen ein echter Fehler, der zusammen mit dem fehlenden Sucher schwer wiegt. 7. Dunkles Display. Das LCD hat 921.500 Bildpunkte und ist nicht besonders hell. Mit Sonnenbrille draussen siehst du kaum was, das hat mir beim Fotografieren schon Probleme gemacht. 8. Nur eingeschränkter Touchscreen. Antippen zum Fokussieren geht. Das Menü per Touch bedienen geht nicht. 9. Altes Sony-Menü. Unübersichtlich, zu lang, teils kryptisch. Das neue Menü der A7 IV ist eine andere Welt. 10. Nicht wetterfest. Kein Spritzwasserschutz. Bei Regen lasse ich die Kamera lieber in der Tasche.

Kurz zu den Proxys, falls dir der Begriff nix sagt: du nimmst ganz normal in 4K auf, aktivierst Proxys, und die Kamera legt parallel eine kleine, leichte Version an. Du schneidest am leichten Footage und beim Export hängt sich dein volles 4K wieder dran. Perfekt für schwache Rechner, nur eben nicht zusammen mit der Gesichtserkennung.

Sony ZV-E10 oder A6400 für Fotografen?

Wenn du wirklich nur fotografieren willst, nimm die A6400. Ehrlich: die ZV-E10 kann ich dir dann nicht empfehlen. Der A6400 fehlt der Sucher nicht, sie hat einen, und sie nimmt ebenfalls 4K-Videos auf. Für reine Fotografie ist das der bessere Kauf. Den kompletten Kopf-an-Kopf-Vergleich findest du in der ZV-E10 vs A6400 Kaufberatung.

Bist du dagegen Content Creator, der Video und Foto mischt und ein kleines Budget hat, dann bleibt die ZV-E10 meine Empfehlung.

Für wen ist die ZV-E10 die richtige Kamera?

Für Einsteiger in Content Creation mit schmalem Budget ist die ZV-E10 das beste Gesamtpaket. Du kriegst 4K aus 6K, kein Überhitzen, den APS-C-Objektiv-Kosmos und ordentlichen Ton dank Kopfhöreranschluss, alles für rund 580 Euro. Das ist der Reason Why, warum ich sie nach einem Jahr immer noch empfehle.

Sie verlangt aber, dass du ihre Schwächen kennst und bereit bist, an ein paar Stellen Kompromisse einzugehen. Weisst du, wie du mit dem Rolling Shutter und dem fehlenden Sucher umgehst, liefert sie richtig gute Ergebnisse. Alle Einstellungen, Objektive und Praxis-Tipps sammle ich im kompletten Sony ZV-E10 Guide.

Häufige Fragen

Überhitzt die Sony ZV-E10 beim Filmen? In der Praxis nicht, solange du die Temperatur-Empfindlichkeit auf „Hoch“ stellst. Dann kannst du so lange aufnehmen wie du willst. Ich komme von der a5100 mit ständigen Abbrüchen, das ist bei der ZV-E10 kein Thema mehr.

Hat die Sony ZV-E10 einen starken Rolling Shutter? Ja, sie hat einen sehr starken Rolling Shutter. Bei viel Bewegung sieht man das deutlich. Catalyst Browse mit den Gyro-Daten hilft, löst es aber nicht komplett.

Welches Farbprofil sollte ich an der ZV-E10 nutzen? HLG3, also PP10. Weil es eine 8-Bit-Kamera ist, holst du damit am meisten raus, sofern du Color Grading beherrschst.

Kann man mit der ZV-E10 gut fotografieren? Ja, die Fotoqualität ist gut. Es fehlt aber der Sucher und ein Minimum-Shutter in Auto-ISO. Für reine Fotografie ist die A6400 die bessere Wahl.

Hat die Sony ZV-E10 eine IBIS-Stabilisierung? Nein. Es gibt nur den elektronischen SteadyShot mit 44 Prozent Crop. Eine echte Fünf-Achsen-Sensorstabilisierung hat sie nicht.

Mein Fazit

Nach einem Jahr steht mein Urteil: die ZV-E10 ist keine perfekte Kamera, aber wenn du weisst wie du mit ihr umgehst, eine grossartige. Sie hat mir 200+ Videos und meinen ganzen Kanal ermöglicht.

Willst du meine exakten Einstellungen nicht selbst zusammensuchen? Ich hab alles im Sony ZV-E10 Settings-Download (5 Euro) gebündelt, damit du sofort loslegen kannst.

Ganzes Video auf YouTube ansehen

Passend dazu: Sony ZV-E10 Settings-Download (5,00 EUR) → zum Produkt
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Über den Autor

Serkan · seroTech

Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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