Basiert auf meinem Video: Sony 11 mm F1.8 mit ZV-E10 – Bestes Vlogging Objektiv für APS-C Kameras
Ich halt die Kamera mit ausgestrecktem Arm, gehe in die pralle Sonne, dreh mich rein und wieder raus. Kein Ghosting, keine Lens Flares, mein Gesicht sauber belichtet. Und das Bild ist so weit, dass halbe Strassenzüge reinpassen. Ich hab das Sony 11mm F1.8 seit einer Weile an der ZV-E10 und sag es direkt: das ist mit Abstand das beste Vlogging-Objektiv, das ich an Sonys APS-C-Kameras gehabt hab.
Ist das Sony 11mm F1.8 das beste Vlogging-Objektiv für APS-C?
Ja. Für selbstgefilmtes Vloggen mit ausgestrecktem Arm gibt es bei Sony APS-C nichts Besseres. 11mm sind so weit, dass du nicht den Arm bis zum Anschlag rausstrecken musst, um dich und den Hintergrund im Bild zu haben. Genau das ist beim Vloggen der Punkt, an dem viele Objektive scheitern: zu eng, du schneidest dir den Kopf ab oder der Hintergrund verschwindet.
Dazu kommt die Blende f1.8. Die frisst Licht, gibt dir bei wenig Licht Reserve und zaubert bei Nahaufnahmen ein weiches Bokeh. Das Objektiv ist eine Festbrennweite, also eine Prime-Lens ohne Zoom, und genau darum optisch so stark und so kompakt.
Wenn du noch nicht weisst, welche Brennweite du überhaupt brauchst, lies vorher meinen Objektiv-Guide für Sony (APS-C und Vollformat). Da ordne ich das 11mm ins ganze Lineup ein.
Wie kompakt und robust ist das Objektiv?
Sehr. Das 11mm ist klein, leicht und liegt trotzdem wertig in der Hand. Klar, im Alltag hängt die Linse an der Kamera, du hältst sie selten allein. Aber das geringe Gewicht macht sich beim Vloggen sofort bemerkbar: der ausgestreckte Arm ermüdet später, das ganze Setup bleibt gimbal-tauglich und reisetauglich.
Zwei Sachen am Gehäuse mag ich besonders:
- AF/MF-Schalter direkt am Objektiv. Du wechselst zwischen Autofokus und manuellem Fokus, ohne ins Menü zu tauchen.
- Frei belegbarer Custom-Button. Leg dir drauf, was du oft brauchst, zum Beispiel Augen-AF oder Fokus-Halten.
Braucht das Sony 11mm einen ND-Filter, und was ist mit der Vignette?
Fürs Vloggen bei Sonne: ja, unbedingt. Und ja, es gibt einen Vignetten-Fallstrick, den du mit dem richtigen Ring vermeidest. Wenn ich in der Sonne mit f1.8 filmen will, ist das Bild sonst gnadenlos überbelichtet. Ein ND-Filter zieht das Ganze runter, damit ich die offene Blende und eine saubere Verschlusszeit halten kann. Warum das so wichtig ist, erklär ich im ND- und Filter-Guide.
Das 11mm hat ein 55mm-Filtergewinde. Meine ND-Filter sind aber 67mm, weil mein Sigma 16mm F1.4 und mein Tamron 17-70mm dieses Gewinde haben. Lösung: ein einzelner Step-up-Ring, damit ich meinen 67mm-ND weiterbenutzen kann. Du musst also keinen neuen 55mm-Filter kaufen.
Wichtig ist das eine Wort: ein Ring. Wenn du ein ganzes Step-up-Ring-Set stapelst und zwei Ringe übereinander schraubst, baut sich das Ganze so weit nach vorne, dass du aussen eine Vignette bekommst, also schwarze Ecken. Sieht mies aus. Mit einem sauberen Ring von 55mm auf 67mm ist das Bild komplett frei, keine Vignette, keine Abschattung.
Optische Qualität: Flares, Chromatic Aberration und Fokus-Breathing
Optisch spielt das 11mm über seiner Preisklasse. Selbst mit direkter Sonne vor der Linse: kaum Ghosting, praktisch keine Lens Flares. Beim Vloggen ist genau das Gold wert, weil die Sonne dir sonst das Gesicht verwäscht.
Die wichtigsten Punkte:
| Merkmal | Verhalten |
|---|---|
| Lens Flares / Ghosting | Kaum vorhanden, auch mit Sonne im Bild |
| Chromatic Aberration | Exzellent, bei f2.8 und f4 praktisch nichts |
| Schärfe Bildmitte | Schon offen bei f1.8 sehr scharf |
| Schärfe Ecken/Kanten | Bei f1.8 leicht soft, ab f4 knackscharf |
| Fokus-Breathing | Minimal, im Bild kaum wahrnehmbar |
Für Fotos heisst das: mach die Blende ein, zwei Stufen zu und du hast bis in die Ecken saubere, scharfe Bilder. Das Bokeh bei f1.8 ist weich und schön, wenn du bewusst freistellen willst.
Wie gut ist die Stabilisierung ohne Objektiv-IS?
Das Objektiv selbst hat keine Stabilisierung, du stabilisierst also über die Kamera oder in der Post. Fürs Vloggen reicht das erstaunlich gut. Die aktive Stabilisierung (Active SteadyShot) der ZV-E10 crop’t das Bild zwar rein, aber selbst mit diesem Crop bleibst du weiter als ein 16mm-Objektiv, bei mir landet das effektiv bei rund 15,8mm. Das ist der ganze Trick: 11mm ist so weit, dass du nach dem Stabilisierungs-Crop immer noch mehr Bild hast als bei anderen Weitwinkeln.
Mein Favorit ist trotzdem die Stabilisierung in der Nachbearbeitung mit Sony Catalyst Browse. Das gibt das ruhigste Ergebnis, ohne dass ich beim Dreh den vollen Active-Crop schlucken muss. Je nach Aufnahme wechsel ich zwischen beidem. Mehr zu den Optionen an der Kamera steht in meinem Guide zu den Stabilisierungsoptionen der ZV-E10.
Was nervt am Sony 11mm F1.8? Die ehrlichen Kritikpunkte
Es ist nicht perfekt. Der größte Minuspunkt ist die fehlende Objektivstabilisierung, ABER fürs Vloggen ist das fast egal. Hier die Downsides, ehrlich:
1. Keine Objektivstabilisierung. Mein Tamron 17-70mm hat sie, das 11mm nicht. Bei Fotos aus der Hand musst du die Verschlusszeit hochziehen, damit nichts verwackelt. Fürs Vloggen hätte ein optischer IS ohnehin nicht gereicht, dafür braucht es Active SteadyShot oder Catalyst Browse. 2. Vignette bei gestapelten Ringen. Nur ein Thema, wenn du zwei Step-up-Ringe übereinander schraubst. Mit einem Ring erledigt. 3. Barrel Distortion. Etwas Tonnenverzeichnung ist da, das ist der 11mm-Weitwinkel-Optik geschuldet. In der Post lässt sich das leicht ausgleichen, wie ich es unter Objektivverzerrung an Sony-Kameras korrigieren zeige. Ein Firmware-Profil von Sony würde ich mir hier noch wünschen.
Lohnt sich der Preis von rund 600 Euro?
Ja. Für etwa 599 Euro bekommst du eine lichtstarke f1.8-Festbrennweite mit 11mm Weitwinkel, top Flare-Kontrolle und mit dem passenden Step-up-Ring und ND-Filter ein sauberes, vignettenfreies Bild. Das ist ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich hab das Objektiv selbst gekauft, kein Sponsoring, kein Leihgerät, und würde es sofort wieder holen.
Wenn du noch am überlegen bist, welches Weitwinkel an die ZV-E10 soll, vergleich das 11mm mit dem Sony 10-20mm F4 G Weitwinkel-Zoom. Das Zoom ist flexibler, das 11mm ist lichtstärker und kompakter.
Häufige Fragen
Passt das Sony 11mm F1.8 an die ZV-E10? Ja. Es ist ein E-Mount-APS-C-Objektiv und sitzt perfekt an der ZV-E10. Ich nutze genau diese Kombi im Video. Wie du die Kamera dazu einstellst, steht im kompletten ZV-E10-Guide.
Welches Filtergewinde hat das Sony 11mm F1.8? 55mm. Wenn du wie ich 67mm-ND-Filter von anderen Objektiven hast, nimm einen einzelnen Step-up-Ring von 55mm auf 67mm und du kannst sie weiterbenutzen.
Hat das Sony 11mm F1.8 eine Stabilisierung? Nein, keine Objektivstabilisierung. Du stabilisierst über Active SteadyShot in der Kamera oder in der Post mit Catalyst Browse. Fürs Vloggen reicht das gut aus.
11mm oder 16mm fürs Vloggen an APS-C? 11mm, wenn du selbst filmst und viel Hintergrund willst, ohne den Arm ganz auszustrecken. 16mm ist enger. Nach dem Stabilisierungs-Crop bleibt das 11mm immer noch weiter als ein 16mm.
Kann man mit dem Sony 11mm auch fotografieren? Ja, und richtig gut. Ab f4 ist es bis in die Ecken scharf. Ohne Objektiv-IS solltest du für Fotos aus der Hand die Verschlusszeit hoch genug halten, damit nichts verwackelt.
Mein Fazit
Das Sony 11mm F1.8 ist die Linse, die ich an der ZV-E10 am liebsten fürs Vloggen aufsetze: ultraweit, lichtstark, kompakt und optisch über der Preisklasse. Die fehlende Stabilisierung ist der einzige echte Kritikpunkt, und den fange ich beim Vloggen locker mit Active SteadyShot oder Catalyst Browse ab.
Willst du deine ZV-E10 direkt richtig konfigurieren, statt selbst durchs Menü zu suchen? Hol dir meinen Sony ZV-E10 Settings-Download (5,00 EUR) und übernimm meine Video-Einstellungen 1:1.
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