Kaufberatung & Vergleiche

Sony FX30 Test: lohnt sich die Cinema-Kamera?

Sony FX30 Test: Cinema-Farben, 16-Bit RAW und Super 35 für 2300 Euro. Warum sie die Lücke zur FX3 füllt und für wen sie sich lohnt.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 30. September 2022 7 Min Lesezeit
TL;DR: Die Sony FX30 ist eine Super-35-Cinema-Kamera mit APS-C-Sensor für rund 2300 Euro. Sie liefert die gleichen Farben wie die grosse Sony-Cinema-Reihe, nimmt intern in 4K 10-Bit 4:2:2 auf und schickt 16-Bit RAW über HDMI raus. Sie füllt die Lücke unter der FX3 und lohnt sich für alle, die ernsthaft Content produzieren, ohne 5000 Euro nur für den Body auszugeben.

Basiert auf meinem Video: Der Sony FX30 Hype! Was ist Sonys Plan?

Eine Cinema-Kamera von Sony hat bis vor Kurzem mindestens 4700 Euro gekostet. Die FX3, keine Chance unter dem Preis. Und dann kommt die FX30 für 2300 Euro und liefert dieselben Farben. Genau das ist der Punkt, warum bei der Vorstellung so viele im Hype waren. In diesem Sony FX30 Test schaue ich, ob am Hype was dran ist und für wen sich die Kamera lohnt.

Was ist die Sony FX30 und für wen lohnt sie sich?

Die Sony FX30 lohnt sich für Content Creator, die ihre Videoproduktion ernst nehmen und den Cinema-Look wollen, aber nicht das Budget für Vollformat haben. Sie ist eine Super-35-Cinema-Kamera mit APS-C-Sensor für rund 2300 Euro und damit die günstige Tür in Sonys Cinema-Linie.

Sony hat ein riesiges Lineup, von der ZV-Reihe bis rauf zur Cinema-Reihe. Zwischen den günstigen Vlogging-Bodies und der 4700-Euro-FX3 war aber eine dicke Lücke. Viel Luft nach oben, wenig darunter. Genau diesen Platz füllt die FX30. Wenn du wissen willst, wie das gesamte Angebot zusammenhängt, hab ich das in der grossen Sony Kamera Kaufberatung sortiert.

Warum ist die FX30 so viel günstiger?

Weil APS-C das ganze Setup günstiger macht, nicht nur die Kamera. Der Body kostet die Hälfte der FX3, und die passenden Objektive kosten einen Bruchteil von Vollformat-Glas.

Rechne es einmal durch. Vollformat-Objektive fangen schnell bei 800 Euro an, und viele haben dieses Budget pro Linse einfach nicht. Mit 5000 Euro kommst du bei Vollformat nicht weit: Body, ein paar Objektive, Mikro, Monitor, Gimbal, Rig, und du bist längst drüber. Mit der FX30 sieht das anders aus:

Ausrüstung ungefährer Preis
Sony FX30 Body 2300 Euro
3 Objektive (je ca. 500 Euro) 1500 Euro
Gimbal 600 Euro
Gutes Mikrofon 200 Euro
Externer Monitor 400 Euro
Summe 5000 Euro

Für das gleiche Geld hast du ein komplettes, sehr gutes Setup statt nur einen nackten Vollformat-Body mit einem Objektiv. Das ist der eigentliche Mehrwert von APS-C. Welche Linsen sich dafür lohnen, steht im Objektiv-Guide für Sony. Und weil es eine Sony ist, läuft nicht nur APS-C-Glas dran, sondern auch Vollformat. Rund 70 E-Mount-Objektive stehen zur Auswahl.

Sony FX30 vs FX3: was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied ist der Sensor. Die FX3 ist Vollformat, die FX30 ist Super 35 (APS-C). Äusserlich sind die beiden praktisch 1 zu 1 identisch, die FX30 ist nur etwas leichter.

Das Gehäuse teilt sich fast alles: internes Kühlsystem mit Lüfter, zwei Slots für Speicherkarten, USB-Fast-Charging zum schnelleren Laden. Du kannst eigene LUTs importieren, genau wie bei der FX3.

Merkmal Sony FX30 Sony FX3
Sensor Super 35 / APS-C Vollformat
Preis (Body) ca. 2300 Euro ca. 4700 Euro
Cinema-Farben ja ja
Eigene LUTs importieren ja ja
Gehäuse 1:1, etwas leichter Referenz
Low-Light sehr gut, aber unter FX3 stärker

Ehrlich: du bekommst mit der FX30 keinen echten Full-Frame-Look, und bei schlechtem Licht ist sie nicht so stark wie die FX3 oder eine A7S III. ABER mit den richtigen Objektiven ist der Unterschied im Bild wirklich schwer zu erkennen, und die Cinema-Farben sind exakt dieselben. Wer den direkten Vergleich zum Hybrid-Bruder sucht, findet ihn im Sony FX30 vs A7 IV Vergleich.

Welche Cinema-Features stecken drin?

Die FX30 bringt die gleiche Farbwiedergabe wie Sonys Cinema-Reihe, also den Look, den du von FX6 oder Venice kennst. Allein das ist für viele schon der Kaufgrund.

Das steckt an Video-Technik drin:

1. Farben der Cinema-Reihe und eigene LUTs zum Importieren. 2. Picture Profiles: S-Cinetone, S-Log2 und S-Log3. Wie du S-Log3 sauber belichtest, ohne dass es rauscht, zeige ich dir im Guide zu S-Log3. 3. Intern 4K 10-Bit 4:2:2, also genug Spielraum fürs Color Grading. 4. 16-Bit RAW über HDMI an einen externen Monitor wie den Atomos Ninja. Nicht in 4K, sondern in 4672 x 2628. Für 2300 Euro ist das schon fast unverschämt gut. 5. Focus Map, Breathing Compensation und Active Stabilization, ganz wie bei der A7 IV.

Praktisch im Alltag: die Active Stabilization schreibt Gyro-Daten in die Metadaten der Clips. Damit kannst du das Footage nachträglich in Sony Catalyst Browse stabilisieren, und ein passendes Plugin für Premiere Pro ist angekündigt. Dazu gibts ein aufgeräumtes Menü: ISO, White Balance oder FPS änderst du über kleine Kacheln direkt per Klick.

Wie steht es um Crop, Slow Motion und Low-Light?

Beim Slow-Motion-Crop musst du aufpassen. In 4K bei 120p greift ein Crop von 1,6, und das ist viel. In Full HD nimmst du dagegen ohne Crop in 120p oder 240p auf. Für sauberes Slowmo in 4K ist das die Kompromiss-Stelle.

Der grosse Vorteil von Super 35: praktisch kein Rolling Shutter. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass dein Footage bei schnellen Schwenks wabbelig wird. Beim Thema Sensorgröße und was das für dein Bild bedeutet, hilft der Vergleich APS-C vs Vollformat.

Fürs Low-Light hat die FX30 Dual Base ISO. Sauberes Footage gibt es bei ISO 800 und ISO 2500. Klar, an eine A7S III kommt sie damit nicht ran, aber der Sensor ist trotzdem richtig gut. Auch bei einem 4K60p-Crop, wie man ihn von der A7 IV kennt, sieht man dem Bild kaum an, ob es von APS-C oder Vollformat kommt. Es sieht einfach gut aus.

Ab wann lohnt sich das Upgrade?

Wenn du aktuell eine A6600 oder eine ZV-E10 hast und schon gute Objektive besitzt, ist die FX30 ein sinnvolles Upgrade. Dein Glas bleibt, du steigst nur beim Body und den Cinema-Funktionen auf.

Meine Regel bleibt trotzdem: kauf nur, wenn du es wirklich brauchst. Für jemanden, der Videoproduktion ernsthaft und professionell angeht, ist die FX30 aber ziemlich nah an der perfekten Kamera in dieser Preisklasse. Und die perfekte Kamera gibt es sowieso nicht, es gibt immer etwas zu meckern. Wenn du noch unsicher bist, ob dir APS-C reicht oder ob die kleinere Schwester genügt, schau in den FX30 vs ZV-E10 Vergleich. Und für die Praxis danach hab ich 10 Tipps für den FX30-Workflow gesammelt.

Drei Gründe, warum sich die Sony FX30 lohnt

1. Du bekommst dieselben Farben wie von der Sony-Cinema-Reihe. 2. Du kannst 16-Bit RAW über HDMI aufnehmen. 3. Eine echte Cinema-Kamera für 2300 Euro statt 4700 Euro wie die FX3.

Ein Wermutstropfen: in den USA kostet die Kamera nur 1798 Dollar, hier sind es rund 500 Euro mehr. Das ist schon happig. Am Gesamtpaket ändert es aber wenig.

Häufige Fragen

Ist die Sony FX30 eine Vollformat-Kamera? Nein. Sie ist eine Super-35-Kamera mit APS-C-Sensor. Du bekommst keinen echten Full-Frame-Look, aber mit den richtigen Objektiven ist der Unterschied im Bild kaum zu erkennen.

Kann die FX30 RAW aufnehmen? Ja, aber nicht intern. Über HDMI schickt sie 16-Bit RAW an einen externen Monitor wie den Atomos Ninja, in 4672 x 2628. Intern nimmt sie in 4K 10-Bit 4:2:2 auf.

Hat die FX30 einen starken Crop bei Slow Motion? In 4K 120p ja, dort greift ein Crop von 1,6. In Full HD nimmst du dagegen ohne Crop in 120p oder 240p auf.

Überhitzt die FX30? Sie hat wie die FX3 ein internes Kühlsystem mit Lüfter, ist also fürs längere Filmen ausgelegt. Getestet hab ich sie selbst noch nicht, das ist die Einordnung aus den technischen Daten und der Presse.

Lohnt sich das Upgrade von einer A6600 oder ZV-E10? Wenn du schon gute Objektive besitzt, ja. Dein Glas bleibt, du gewinnst die Cinema-Farben, 16-Bit RAW über HDMI und die Stabilisierung mit Gyro-Daten.

Fazit und nächster Schritt

Die FX30 füllt genau die Lücke, die Sony jahrelang offen gelassen hat: eine echte Cinema-Kamera mit den Farben der grossen Reihe, aber zum halben Preis der FX3. Für ernsthafte Content Creator ist das Preis-Leistungs-Verhältnis stark.

Ganzes Video auf YouTube ansehen.

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