Objektiv-Guide (Sony)

APS-C Weitwinkel-Objektive Sony: Die Kaufberatung

Beste APS-C Weitwinkel-Objektive für Sony: welches für Vlog, Studio, Low-Light und Landschaft? Meine ehrliche Kaufberatung mit Preis-Tipps.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 3. August 2022 8 Min Lesezeit
TL;DR: Willst du nur ein einziges Objektiv, das alles kann, nimm das Tamron 11-20mm f2.8. Fürs Studio ist das Sigma 16mm f1.4 der Preis-Leistungs-Hammer, das Sony 15mm f1.4 die Luxus-Variante. Zum Vloggen greif zum Sony 11mm f1.8 oder dem 10-20mm f4. Bei wenig Licht ziehen die f1.4-Objektive dem 10-20mm f4 klar davon.

Basiert auf meinen Videos: Welches ist das beste Weitwinkelobjektiv für APS-C?, Beste Objektive für APS-C Kameras und Bestes APS-C Weitwinkelobjektiv bei wenig Licht.

Es gibt inzwischen so viele Weitwinkel-Objektive für Sony APS-C, dass die Auswahl dich eher lähmt als weiterbringt. Ich hab die meisten davon selbst an der Kamera gehabt, ein paar wieder zurückgeschickt, und ich sag dir hier ohne Marketing-Sprech, welches du für welchen Zweck kaufen solltest.

Welches APS-C Weitwinkel-Objektiv für Sony ist das beste?

Es gibt nicht das eine beste APS-C Weitwinkel-Objektiv für Sony. Es kommt drauf an, was du filmst. Für die meisten ist das Tamron 11-20mm f2.8 die klügste Wahl, wenn nur ein einziges Objektiv ins Haus soll, weil es Landschaft, Vlog und normale Fotos abdeckt. Sobald du dich spezialisierst, gibt es bessere Kandidaten.

Damit du dich nicht durch sieben Objektive quälen musst, hier die Kurzfassung. Darunter geh ich auf jedes Szenario einzeln ein.

Zweck Meine Empfehlung Blende Warum
Nur ein Objektiv für alles Tamron 11-20mm f2.8 f2.8 Zoom deckt Landschaft, Vlog, Foto ab
Studio / Talking-Head Sigma 16mm f1.4 f1.4 Preis-Leistung, super Low-Light
Studio, Geld egal Sony 15mm f1.4 G f1.4 kleiner, leichter, kein Focus Breathing
Vloggen Sony 11mm f1.8 f1.8 leicht, klein, top Autofokus
Vloggen mit Zoom Sony 10-20mm f4 G f4 interner Zoom, ideal am Gimbal
Wenig Licht abends jedes f1.4 (Sigma/Sony/Viltrox) f1.4 lässt am meisten Licht rein

Wenn du bei Brennweite und Blende noch unsicher bist, lies vorher meine Objektiv-Grundlagen zu Brennweite und Blende. Dann macht die Tabelle oben sofort mehr Sinn.

Ich darf nur ein Objektiv kaufen, welches nehme ich?

Nimm das Tamron 11-20mm f2.8. Bei diesem Szenario hast du nur eine APS-C-Kamera, kein Vollformat, und musst Foto und Video mit einer einzigen Linse abdecken. Genau da spielt der Zoom seine Stärke aus.

Der Grund ist einfach: Du hast f2.8 statt f4, also mehr Licht und einen sauberen Bokeh. Und du hast den Zoombereich von 11 bis 20mm. Auf 11mm machst du weite Landschaftsaufnahmen und kannst vloggen, auf 20mm schießt du normale Fotos, und die 16mm dazwischen sind meine Lieblings-Brennweite fürs Studio. Ein Objektiv, alle Bereiche.

Klar, eine Festbrennweite mit f1.4 hätte mehr Licht und mehr Freistellung. Wenn du zwischen fest und Zoom grundsätzlich schwankst, hilft dir mein Beitrag zur Entscheidung Festbrennweite vs. Zoom weiter. Für den Ein-Objektiv-Fall gewinnt aber die Flexibilität.

Bestes Objektiv fürs Studio: Sigma oder Sony?

Fürs Studio ist das Sigma 16mm f1.4 meine Top-Empfehlung, weil kaum ein Objektiv so viel fürs Geld bietet. Gebraucht bekommst du es für rund 250 bis 300 Euro, teils sogar günstiger, wenn du ein gutes Angebot erwischst.

Die f1.4 lässt extrem viel Licht rein, in schlechten Lichtbedingungen hast du praktisch kein Problem. Der Bokeh ist stark, der Autofokus ist richtig gut. 16mm an APS-C entspricht 24mm an Vollformat, eine sehr angenehme Weitwinkel-Brennweite fürs Sitzen vor der Kamera. Mehr Details zu dem Objektiv findest du in meinem Sigma 16mm f1.4 Test an der ZV-E10.

Wenn dir das Geld egal ist, würde ich trotzdem nicht zum Sigma greifen, sondern zum Sony 15mm f1.4 G. Und nein, das ist nicht nur ein Millimeter Unterschied. Die neuen Sony-Festbrennweiten sind deutlich kompakter und leichter, die Bildqualität ist besser, der Fokusring hochwertiger, und sie haben so gut wie kein Focus Breathing. Also dieses Atmen des Bildausschnitts, wenn du aus dem Fokus rein- und rausfährst, fällt praktisch weg. Der einzige echte Nachteil gegenüber dem Sigma ist der Preis. Wie sich das Sony an einer echten Kamera schlägt, zeig ich im Sony 15mm f1.4 G an der ZV-E10.

Welches Objektiv zum Vloggen für Sony APS-C?

Zum Vloggen ist das Sony 11mm f1.8 mein klarer Favorit. Ich hab es mir selbst gekauft und war damit in Istanbul unterwegs. Es ist leicht, klein und wiegt fast nichts, der Autofokus ist richtig geil.

Ein Sigma 16mm zum Vloggen ist nach meiner Erfahrung deutlich schlechter geeignet. Bei 16mm streckst du den Arm aus und hast trotzdem einen zu engen Bildausschnitt, dazu kommt der Crop, sobald du die Stabilisierung einschaltest. Das 11mm hat zwar keine eigene Bildstabilisierung, aber mit Sonys aktiver Stabilisierung und dem kostenlosen Programm Catalyst Browse hab ich damit trotzdem sehr ruhige Aufnahmen bekommen. Ehrlich gesagt hat mich das 11mm so überzeugt, dass ich ihm einen eigenen Beitrag gewidmet hab: Sony 11mm f1.8 Vlogging-Objektiv Review.

Die zweite Vlog-Option ist das Sony 10-20mm f4 G. Und ja, jetzt denkst du dir wahrscheinlich, f4 zum Vloggen, geht’s noch? Aber überleg mal ehrlich: Vloggst du nachts? Vloggst du in dunklen Räumen ohne Licht? Man vloggt zu 90 Prozent draußen bei Tageslicht, und da reicht f4 locker. Ich hatte in der Türkei sogar auf f7 gestellt, weil ich zu faul für den ND-Filter war.

Das 10-20mm hat sogar zwei Vorteile, die dem 11mm fehlen. Du stellst die Kamera hin, läufst auf 10mm ins Bild und zoomst dann näher an deine Community heran. Und durch den internen Zoom verändert sich das Gewicht der Linse nicht, was das Objektiv am Gimbal zum Traum macht. Alles zum Zoom liest du im Sony 10-20mm f4 G an der ZV-E10.

Welches Objektiv bei wenig Licht?

Bei wenig Licht gewinnen die f1.4-Objektive, und zwar deutlich. Egal ob Sigma 16mm, Sony 15mm oder Viltrox 13mm: Eine f1.4 lässt genau gleich viel Licht rein, unabhängig vom Hersteller. Das gilt sogar über die Sensorgrößen hinweg, eine f1.4 an Vollformat oder Micro Four Thirds lässt dieselbe Lichtmenge durch.

Warum der Unterschied zu f4 so brutal ist, sieht man am F-Stop-Chart. Jede volle Blendenstufe halbiert das Licht. Von f1.4 bis f4 verlierst du also mehrere Blendenstufen, und das musst du beim ISO wieder reinholen. Konkret aus meinem Test bei gleicher Belichtung:

Blende Nötiger ISO-Wert
f1.4 ~1250
f2.8 ~5000
f4 ~10.000

Zwischen f1.4 und f4 liegen also gut acht Mal so viel ISO. Und mehr ISO heißt mehr Rauschen im Bild. Wenn du dich beim sauberen Belichten unsicher fühlst, hilft dir das Belichtungsdreieck für Einsteiger, und für Log-Aufnahmen bei wenig Licht mein Beitrag S-Log3 richtig belichten und Rauschen vermeiden.

Konkret aus dem Nachttest:

1. Alle f1.4-Objektive (Sigma, Sony, Viltrox) sind bei wenig Licht top. 2. Das Tamron f2.8 ist okay, klar schwächer als die f1.4-Linsen, aber besser als das 10-20mm. 3. Das Sony 10-20mm f4 würde ich bei Nacht gar nicht empfehlen.

Ein Ding hat mich aber echt umgehauen: Sonys Autofokus. Selbst mit dem f4-Objektiv und stark erhöhtem ISO hat der Autofokus im Dunkeln noch sauber gesessen. Das System ist einfach der Wahnsinn.

Was ist mit Viltrox und Samyang?

Die Randkandidaten sind gemischt. Das Viltrox 13mm f1.4 macht bei wenig Licht dank f1.4 eine gute Figur, ist mir aber zu groß und schwer, und in meinem ersten Test war ich mit Bildqualität, Autofokus und Lens Flare nicht zufrieden. Ich hab mein Exemplar zurückgeschickt. Ob ich ein Montagsmodell erwischt hab, weiß ich nicht, aber auch andere YouTuber waren nicht begeistert. Meine ausführliche Meinung steht im Viltrox 13mm f1.4 Test.

Das Samyang 12mm f2.0 hatte ich ebenfalls kurz. Es hatte selbst bei Tageslicht ab und zu Probleme mit dem Autofokus, deshalb ging es zurück. Für zuverlässiges Arbeiten kann ich es nicht empfehlen.

Was, wenn Geld keine Rolle spielt?

Auch mit unbegrenztem Budget würde ich nicht alles kaufen, was es gibt, sondern nur, was ich wirklich brauche. Bei mir wären das alle drei neuen Sony-Objektive: das 15mm f1.4 fürs Studio, das 11mm f1.8 zum Vloggen und das 10-20mm f4 für den Gimbal. Alle drei sind klein, leicht und kompakt, haben null Focus Breathing, gute Fokusringe und eine Bildqualität, die einfach stimmt.

Wenn dein Budget realistisch ist, kombinierst du besser über den Preis. Fürs Studio das gebrauchte Sigma 16mm f1.4 für 250 bis 300 Euro, zum Vloggen das Sony 11mm f1.8, und für Landschaft das Tamron 11-20mm f2.8. Damit deckst du alle Bereiche ab, ohne dich arm zu kaufen. Den vollständigen Überblick über Sony-Glas findest du in meinem Objektiv-Guide für Sony.

Häufige Fragen

Reicht f4 zum Vloggen aus? Ja, für Tageslicht draußen locker. Du vloggst selten nachts oder in dunklen Räumen ohne Licht. Erst wenn du regelmäßig bei wenig Licht filmst, brauchst du eine f1.8 oder f1.4.

Sigma 16mm oder Sony 15mm, was ist besser? Bildlich nimmt sich das wenig. Das Sony 15mm ist kleiner, leichter, hat weniger Focus Breathing und die etwas bessere Bildqualität. Der einzige echte Vorteil des Sigma ist der deutlich niedrigere Preis.

Welches Objektiv bei wenig Licht für Sony APS-C? Jedes f1.4-Objektiv, also Sigma 16mm, Sony 15mm oder Viltrox 13mm. Sie lassen alle gleich viel Licht rein. Das Sony 10-20mm f4 würde ich für Nachtaufnahmen nicht nehmen.

Was bedeutet 16mm an APS-C in Vollformat? 16mm an APS-C entspricht etwa 24mm an Vollformat. Rechne bei Sony APS-C grob mit Faktor 1,5.

Welche Kameras passen zu diesen Objektiven? Alle Sony E-Mount APS-C-Modelle, also die komplette 6000er-Reihe und die ZV-Kameras. Wenn du dazu die Kamera-Einstellungen willst, schau in meinen kompletten Guide zur Sony ZV-E10.

Fazit und nächster Schritt

Der schnellste Weg: Willst du eine Linse, die alles kann, hol das Tamron 11-20mm f2.8. Filmst du hauptsächlich vor der Kamera im Studio, nimm das Sigma 16mm f1.4. Vloggst du, dann das Sony 11mm f1.8. Damit machst du in keinem Szenario etwas falsch.

Schau dir am besten die Objektive in Aktion an. Ganzes Low-Light-Video auf YouTube ansehen und dann die Brennweite kaufen, die zu deinem Content passt. Wenn du danach noch Fragen hast, schreib sie mir in die Kommentare unter dem Video.

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Über den Autor

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Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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