Basiert auf meinem Video: Sony ZV-E10 II: Die BESTEN Video & Foto Einstellungen
Du hast die Sony ZV-E10 II gerade ausgepackt und willst nicht drei Tage im Menü verschwinden. Verstehe ich. Ich habe die Kamera direkt nach dem Auspacken durchkonfiguriert und gebe dir hier genau die Sony ZV-E10 II Einstellungen, die ich selbst nutze, Punkt für Punkt in der Reihenfolge des Menüs. Kein Fachchinesisch ohne Erklärung, kein Rumraten.
Eine Sache vorweg, ehrlich: die ZV-E10 II hat kein IBIS und keinen dedizierten KI-Autofokus-Chip. ABER der Autofokus ist trotzdem klasse, der Codec kann endlich 10-Bit, und die Bildqualität aus dem 26-Megapixel-Sensor holt jeden Cent raus. Fangen wir an.
Welche Video-Einstellungen sind die besten für die ZV-E10 II?
Die kurze Antwort: XAVC S 4K, 25 Bilder pro Sekunde, 140 Mbit/s in 10-Bit 4:2:2. Das ist der Sweetspot aus Qualität und Handhabbarkeit.
Geh im Menü auf Aufnahme, dann Bildqualität und Aufnahme, dann Dateiformat. Sony sortiert die Codecs von klein nach groß:
| Codec | Was du bekommst | Für wen |
|---|---|---|
| XAVC HS 4K | stark komprimiert, kleine Dateien | starker Rechner (ab M1 Pro / RTX 4070) |
| XAVC S 4K | bester Kompromiss | die meisten Creator |
| XAVC S-I 4K | jeder Frame gespeichert, riesige Dateien | Kundenshoots, easy im Grading |
| XAVC HS/S HD | dasselbe in Full HD | Notlösung |
Nimm XAVC S 4K. Der Unterschied in der reinen Bildqualität zwischen den 4K-Codecs ist minimal, aber die Dateigröße und die Last für dein Schnittprogramm sind es nicht. HS 4K lohnt nur, wenn dein Rechner richtig Dampf hat, weil er sonst beim Schneiden ordentlich strugglet.
Bei den Movie Settings wählst du 25p (PAL). Mehr Frames sind nicht automatisch besser. Alles ab 50p ist für Slow Motion oder schnellen Sport gedacht, nicht für den Alltag. Bei den Aufnahme-Einstellungen gehst du auf 140 Mbit/s und 4:2:2 10-Bit.
Warum 10-Bit statt 8-Bit?
Weil du über eine Milliarde Farben speicherst statt 16,7 Millionen. 8-Bit hält gut 16 Millionen Farbwerte fest, 10-Bit über eine Milliarde. Das klingt nach Zahlenspielerei, macht aber im Color Grading den Unterschied. Filmst du flach in einem Log-Profil, hast du mit 8-Bit schnell ein Limit und die Farben brechen weg. Mit 10-Bit hast du deutlich mehr Spielraum und mehr Dynamikumfang. Stell es auf 10-Bit, auch wenn du gar nicht in Log filmst. Es ist einfach besser.
Wenn du wissen willst, wie du dieses flache Bild später sauber belichtest, hab ich dir das in meinem Guide zu S-Log3 richtig belichten im Detail auseinandergenommen.
Welches Farbprofil solltest du an der ZV-E10 II einstellen?
Direkt vorweg: für den einfachen Einstieg lässt du das Picture Profile auf Off und filmst mit Sonys eigenen Farben. Willst du mehr Kontrolle, hast du drei sinnvolle Wege.
1. PP11 (S-Cinetone): schöne Farben ab Werk, minimal graden reicht. Mein Tipp, wenn du wenig Zeit in der Post hast. 2. PP10 (HLG3): Detail auf -7 stellen, dann hast du Dynamikumfang ohne den grauen Log-Look. Wie du HLG3 in 8-Bit sauber belichtest und gradest, zeige ich dir separat im HLG3-Guide. 3. PP6 (S-Log3): Color Mode auf S-Gamut3.Cine, dann hast du den maximalen Spielraum. Nur für Log, ich filme fast ausschließlich so.
Wichtig, bevor du überhaupt LUTs importieren oder Log fein einstellen kannst: die Kamera muss im manuellen Modus sein, nicht im Intelligent Auto. Sonst sind halbe Menüpunkte ausgegraut. Geh übers Schnellmenü in Main 2 und stell auf Manual Exposure um. Danach kannst du unter Flexible ISO deine LUTs laden und dir dein finales Bild direkt auf dem Display anzeigen lassen.
Slow Motion, Proxy und die kleinen Helfer
Für Slow Motion kannst du den S&Q-Modus nehmen, ich mache es aber anders. Der Grund: im S&Q-Modus wird der Ton nicht mitgeschrieben. Du kannst also nicht sauber von normaler Geschwindigkeit in die Zeitlupe schneiden. Ich lege Slow Motion lieber auf einen eigenen Memory-Platz (dazu unten mehr) mit 25p Aufnahme und 50p Framerate, das ergibt saubere zweifache Zeitlupe.
Proxy Recording ist dein Freund, wenn dein Rechner schwächelt. Die Kamera schreibt parallel zur 4K-Datei eine kleine HD-Datei (1280 × 720, rund 6 Mbit/s) mit. Damit schneidest du flüssig und exportierst am Ende trotzdem aus dem Original. Wie du diesen Proxy-Workflow in Premiere Pro aufsetzt, hab ich extra erklärt.
Noch zwei Sachen, die im Menü untergehen und wichtig sind:
- Breathing Compensation auf On. Das killt das Pulsieren beim Fokussieren. Die Kamera croppt dafür minimal rein, aber das Ergebnis ist es wert.
- Lens Compensation (Shading, Chromatic Aberration, Distortion) auf Auto, soweit dein Objektiv es zulässt.
Stabilisierung, Zoom und Weißabgleich richtig setzen
Die ZV-E10 II hat keinen internen Stabilisator, nur einen elektronischen. Auf dem Stativ lässt du ihn aus. Hat dein Objektiv eine eigene Stabilisierung, stell auf Standard. Active croppt zusätzlich rein, etwa 30 Prozent, also spürbar weniger als bei der Mark I mit ihren rund 44 Prozent. Was sich beim Umstieg sonst noch geändert hat, liest du im Überblick zu den Upgrades gegenüber der Mark I.
Beim Zoom empfehle ich dir Clear Image Zoom. Der rechnet den Zoom per Algorithmus und du verlierst kaum sichtbare Qualität, richtig stark. Mehr dazu in meinem Beitrag zu Sony Clear Image Zoom.
Und die eine Einstellung, bei der ich streng bin: den Weißabgleich niemals auf Auto lassen. Draußen stellst du fix auf Daylight oder 5600 Kelvin. Wer es genau will, misst mit einer Graukarte ein. Auto springt dir sonst mitten in der Aufnahme in der Farbe rum.
Zebra und Belichtung: so schützt du deine Hauttöne
Zebra ist die wichtigste Belichtungshilfe an dieser Kamera. Stell es auf Standard, Level 70 mit Range +/- 5. Wenn die Zebra-Streifen auf deiner Haut auftauchen, sitzt die Belichtung der Hauttöne perfekt. Schaltest du testweise auf 100 und siehst Zebra, bist du überbelichtet, und Überbelichtung bekommst du in der Post nicht mehr zurück. Custom Lower Limit setze ich zusätzlich auf 94+.
Beim ISO gilt: je höher, desto mehr Rauschen. In einem Standard-Profil begrenze ich ISO-Auto auf 2500. In Log arbeitest du am Base ISO. Die Base ISO liegt bei Log übrigens bei 800, im Standard-Profil bei 100. Metering stellst du auf Multi mit Gesichtspriorität.
Die Verschlusszeit koppelst du an die Framerate: doppelter Wert. Bei 25p also 1/50, bei 24p 1/48, bei 50p Slow Motion 1/125. Danach regelst du nur noch die Blende, das ist dein kreativer Hebel.
Was ist mit Ton und Autofokus?
Ton schaltest du im Menü ein und pegelst so, dass du beim Sprechen um die -12 dB landest. Rec Level 26 ist zu heiß, 19 ist ein guter Startwert. Die internen Mikros sind okay, entsprechen den Kapseln der ZV-1, aber ehrlich: für Talking Heads nimm ein externes Mikro. Welches sich lohnt, ordne ich im Audio-Guide für Video ein.
Den Autofokus stelle ich auf Continuous, Transition Speed 5 (7 ist zu schnell), Responsiveness 5. Focus Area auf Wide reicht für Talking Heads locker. Für schnelle Handheld-Szenen, etwa als ich einen Werbespot für einen Dönerladen gedreht habe, nehme ich Spot, weil der Fokus dann nicht wegwandert. Peaking auf High und Rot hilft dir beim manuellen Nachziehen.
Die besten Foto-Einstellungen für die ZV-E10 II
Kurz und ehrlich: als reine Fotokamera würde ich die ZV-Reihe nicht empfehlen, dafür fehlen Custom-Knöpfe und der mechanische Auslöser. Wenn du trotzdem knipst, sind das meine Settings.
- Format: RAW compressed. Lossless ist deutlich größer, und ich sehe in Lightroom keinen echten Unterschied. Willst du beides, nimm RAW + JPEG (Extra Fein).
- Sensor: volle 26 Megapixel, Seitenverhältnis 3:2.
- Different Setting for Still/Movie: unbedingt an. So bleiben deine Foto- und Video-Settings sauber getrennt.
- ISO: Auto bis 8000. Auch 4000 geht, 8000 ist heute kein Problem, gerade mit Blitz.
- Picture Profile: Off, Standard. Fotos machst du in RAW, da brauchst du kein Profil.
- White Balance: bei Foto darf Auto bleiben, weil du im RAW eh frei nachziehst.
- Drive Mode: Continuous, High oder Mid, bei Hochzeiten High+.
Ein Wort zum Auslöser: die ZV-E10 II hat nur einen elektronischen, keinen mechanischen wie die Mark I. Bei schnellen Motiven (ein vorbeifahrendes Auto) wäre ein mechanischer Verschluss sauberer, weil du weniger Rolling-Shutter-Effekte und Banding hast. Für ruhige Motive fällt das nicht ins Gewicht.
Ich fotografiere manuell, weil es schneller ist, als es klingt: ISO fasse ich fast nie an, die Verschlusszeit drehe ich bei praller Sonne kurz hoch, und dann regle ich nur noch die Blende. Wenn du beim manuellen Fokussieren sicherer werden willst, hilft dir mein Beitrag zum manuellen Fokussieren mit Sony-Kameras.
Settings speichern und auf Memory-Plätze legen
Damit du im Feld nicht jedes Mal neu einstellst, legst du deine Konfigurationen auf die Memory-Plätze. Ich speichere über Camera Set Memory:
1. MR1: normale Aufnahme, 25p, mein Standard-Setup. 2. MR2: Slow Motion, 50p, Verschlusszeit 1/125.
Über das FN-Menü holst du den Shoot Mode dann in einer Sekunde zurück. Praktisch ist auch der NTSC/PAL-Umschalter: im NTSC-Modus bekommst du 24p und 30p frei, damit kannst du den komprimierten HS-4K-Codec sauber für Talking Heads in 24p nutzen. Flackern gibt es dabei nur bei billigem Haushaltslicht, Studiolicht und Tageslicht machen keine Probleme.
Den kompletten Menü-Kontext und die Upgrade-Frage findest du gebündelt in meinem Sony ZV-E10 II Guide.
Häufige Fragen
Welche Framerate ist am besten für die ZV-E10 II? Für normale Videos 25p (PAL) oder 24p (NTSC). Erst ab 50p wird es zur Slow-Motion-Framerate. Koppel die Verschlusszeit immer an das Doppelte der Framerate.
Soll ich auf der ZV-E10 II in 8-Bit oder 10-Bit filmen? In 10-Bit. Du speicherst über eine Milliarde Farben statt 16,7 Millionen und hast im Color Grading deutlich mehr Spielraum, besonders in Log. Stell 140 Mbit/s und 4:2:2 10-Bit ein.
Warum sollte ich Auto Power Off Temperature auf High stellen? Auf Standard überhitzt die Kamera früher und stoppt die Aufnahme. Auf High läuft sie länger. Sony würde keine Einstellung anbieten, die die Hardware beschädigt, also nutz sie ruhig.
Hat die ZV-E10 II einen internen Bildstabilisator? Nein, nur einen elektronischen. Nutze die Objektivstabilisierung (Standard) oder für mehr Ruhe Active, das aber zusätzlich rund 30 Prozent ins Bild croppt.
Welchen Weißabgleich soll ich für Video nehmen? Fix auf Daylight oder 5600 Kelvin, draußen. Auto niemals, weil die Kamera sonst mitten in der Aufnahme die Farbe verändert.
Fertig eingestellt, jetzt filmen
Das sind alle Sony ZV-E10 II Einstellungen, die ich im Alltag wirklich nutze, für Video und Foto. Arbeite sie einmal von oben nach unten durch, leg sie auf MR1 und MR2, und du musst nie wieder im Menü suchen.
Willst du dir das Durchklicken sparen: meine kompletten Settings gibt es als Sony ZV-E10 II Settings-Download für 5 Euro, inklusive Anleitung, wie du sie direkt in die Kamera importierst.
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