Kaufberatung & Vergleiche

Sony A6700 Test: der neue APS-C-Hybrid-König 2023

Sony A6700 Test: 26 MP BSI-Sensor, 4K120, KI-Autofokus, kaum Überhitzung und 1.700 Euro. Warum sie ZV-E10 und A6600 vom Thron stößt und wie sie gegen die ZV-E1 steht.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 14. Juli 2023 7 Min Lesezeit
TL;DR: Die Sony A6700 ist für mich die neue beste APS-C-Kamera. 26-MP-BSI-Sensor, 4K bis 120p, der KI-Autofokus aus der A7R V, 5-Achsen-IBIS und LUT-Import. Sie überhitzt im Normalbetrieb praktisch nicht (nur 4K120 geht nach rund 20 Minuten aus) und kostet 1.700 Euro. Damit stößt sie für mich ZV-E10, A6600 und sogar die FX30 vom Thron.

Basiert auf meinem Video: APSC KÖNIG A6700! Beste Hybrid Kamera in 2023

Ich hab die A6700 in die Hand genommen und mein erster Gedanke war: Moment, halte ich hier gerade die ZV-E1? So nah dran fühlt sich das an. Nur zahlst du für die A6700 einen Bruchteil und bekommst APS-C mit einem Objektiv-Kosmos, der halb so teuer ist wie Vollformat. Wenn du bisher mit einer ZV-E10 oder A6600 unterwegs warst, ist das hier dein Upgrade.

Ist die Sony A6700 die beste APS-C-Kamera 2023?

Ja. Aus dem Sony-APS-C-Lager schlägt sie für mich alles: ZV-E10, A6600 und FX30. Der Grund ist die Kombination aus neuem Sensor, neuem Autofokus und Video-Features, die es vorher nur bei teureren Kameras gab.

Das steckt drin:

  • 26-Megapixel-BSI-Sensor (Backside-Illuminated)
  • 4K bis zu 120p
  • KI-Autofokus wie in der A7R V und der ZV-E1
  • 5-Achsen-Bildstabilisierung im Body (IBIS)
  • 14 Blendenstufen Dynamikumfang
  • S-Log3 und 4:2:2 10-Bit
  • LUT-Import direkt in der Kamera

Das ist kein kleines Update. Das ist der Sprung, auf den viele in der 6000er-Reihe seit Jahren gewartet haben. Wenn du erst noch grundsätzlich zwischen den Sensorgrößen schwankst, lies vorher den Vergleich APS-C vs. Vollformat vs. Micro Four Thirds, dann fällt die Einordnung leichter.

Wie gut ist der Autofokus der A6700?

Sehr gut, weil es exakt das KI-System aus der A7R V und der ZV-E1 ist. Wo die A6600 noch mit 425 Fokuspunkten für die Motiverkennung arbeitete, sind es bei der A6700 759. Für Video und Foto heißt das: Augen und Gesichter werden auch am Bildrand sauber getrackt.

In der Praxis merkst du das, wenn dein Motiv nicht brav in der Mitte steht. Person läuft an den Rand, dreht sich weg, kommt zurück, der Fokus bleibt trotzdem drauf. Genau da knickten ältere APS-C-Sonys ein. Hier nicht.

Videofunktionen: 4K120, oversampling und LUT-Import

Die A6700 holt die Cinema-Line-Features runter in den APS-C-Body. Bei 4K120 gibt es zwar einen Crop, aber weil das Bild aus höher aufgelöstem 6K-Material auf 4K heruntergerechnet wird, verlierst du kaum Qualität. Du kannst im Schnitt bis 200 Prozent reinzoomen und das Footage hält.

Was mich am meisten freut, ist der LUT-Import. Früher kannte man das nur von der Cinema-Line. Jetzt lädst du deine LUT direkt in die A6700 und siehst schon beim Dreh grob, wie dein Footage nach dem Grading aussieht. Kein Blindflug mehr in S-Log3. Ich bin ziemlich sicher, dass Sony dieses Feature in Zukunft in jede neue Kamera packt.

Die Videoausstattung im Überblick:

  • S-Log3 und 4:2:2 10-Bit
  • 4K aus 7K/6K oversampled für saubere Details
  • 120 Frames für Zeitlupe
  • 10-Bit auch im S&Q-Modus
  • Timelapse und neue Sony-Farben aus dem aktuellen Menü-System

Wenn du in S-Log3 drehst, entscheidet die Belichtung über alles. Wie du es richtig belichtest und Rauschen im Schatten vermeidest, zeige ich dir Schritt für Schritt im Guide S-Log3 richtig belichten und Rauschen vermeiden. Und wenn dein Material im Kasten ist: Mein gratis Premiere Pro Export-Preset spuckt dir sauberes 4K für YouTube aus, ohne dass du dich durch das Exportmenü quälst.

Überhitzt die Sony A6700?

Nein, im Normalbetrieb nicht. Genau das war bei der ZV-E1 der wunde Punkt, und genau da liefert die A6700 ab. Ich habe eine Menge Tests und Videos anderer Creator durchgesehen, alle sagen dasselbe: In der Praxis passiert nichts.

Der einzige Ausreißer ist 4K120. Da geht die Kamera nach rund 20 Minuten wegen Überhitzung aus. Aber ehrlich, wer nimmt schon 20 Minuten am Stück in 120 Frames auf? Bei normalen Aufnahmen war meist eher die SD-Karte voll oder der Akku leer, so nach einer Stunde 20 bis 30.

Und beim Akku ein echter Gewinn: In die A6700 passt der große NP-FZ100. Nicht die kleinen Zellen, die in ZV-E10, A6400, A6100 und Co. stecken. Nur die A6600 hatte den großen Akku vorher schon. Das merkst du an der Laufzeit deutlich.

A6700 vs. ZV-E1 vs. FX30: welche passt zu dir?

Kurz gesagt: Die A6700 ist die Hybrid-Kamera für Foto und Video, die ZV-E1 die Vollformat-Vlogging-Maschine, die FX30 die reine Video-Cinema-Line. Alle drei teilen sich viel Technik, aber sie zielen auf unterschiedliche Leute.

Kamera Sensor Ausrichtung Besonderheit Preis
A6700 APS-C, 26 MP Hybrid Foto + Video LUT-Import, 4K120, KI-AF, kaum Überhitzung 1.700 Euro
ZV-E1 Vollformat Vlogging, Low-Light Cinematic Vlog Mode, aber Überhitzung teurer
FX30 APS-C Video / Cinema-Line CineEI, aktive Kühlung im FX-Bereich

Die A6700 hat viele FX30-Features an Bord, nur ohne CineEI und ohne das aktive Kühlsystem. Dafür fotografierst du mit ihren 26 Megapixeln richtig gut, wechselst über das Foto-Video-S&Q-Rädchen blitzschnell den Modus und hast bei Low-Light brauchbare Videos. Vom Charakter her ist sie damit die APS-C-Antwort auf die Sony A7 IV als Hybrid-Arbeitstier.

Wenn du zwischen den Modellen noch grundsätzlich schwankst, hilft dir die große Kaufberatung, welche Sony Kamera du kaufen solltest weiter. Willst du tiefer in die ZV-E1, geht es hier zum Vollformat-Vlogging-Guide der ZV-E1, und die Video-Perspektive der FX30 findest du in der FX30-Analyse und Positionierung im Lineup.

Design, Bedienung und Anschlüsse

Vom Design bleibst du nicht auf fremdem Terrain. Wer die 6000er-Reihe kennt, findet sich sofort zurecht. Auf den ersten Blick wirkt sie wie die ZV-E1, auf den zweiten sehr nah an der A6600.

Das ist neu oder verbessert:

1. Voll nutzbares Touch-Display, wie bei der ZV-E1 2. Ausklappbares Vari-Angle-Display an der Seite, gut zum Vloggen 3. Hotshoe mittig, dadurch passt oben ein Mikrofon drauf ohne Konflikt mit dem Screen 4. Vorderes Blenden-Rädchen wie bei der A7 IV, praktisch für Video-Shooter 5. Foto-, Video- und S&Q-Rädchen plus Profile 1, 2, 3 und Automatik 6. SD-Kartenslot links (ein Slot, keine CF-Express) 7. USB-C für Webcam-Betrieb und schnelles Laden

Sie ist mit 505 Gramm sogar etwas leichter als die A6600 mit 515 Gramm. Die 10 Gramm merkt keiner, aber gut zu wissen.

Objektive: der eigentliche APS-C-Vorteil

Der große Hebel bei APS-C sind die Objektive. An die A6700 schraubst du wunderbare Gläser, die einen Bruchteil von Vollformat kosten. Ein Sony 16-35mm G Master liegt bei rund 2.000 Euro. Ein Tamron 17-70mm bekommst du für etwa 800 Euro, ein Sigma 18-50mm für 400 bis 500 Euro.

Und du kannst trotzdem Vollformat-Glas nutzen, wenn du willst. Setzt du ein Vollformat-Objektiv auf den APS-C-Body, greift der Crop-Faktor: Aus 16-35mm werden etwa 24-52mm, ohne Qualitätsverlust. Umgekehrt, also APS-C-Glas auf Vollformat, gäbe es Crop und Qualitätseinbußen. Welche Linsen sich lohnen, habe ich im Objektiv-Guide für Sony APS-C und Vollformat durchgekaut.

Lohnt sich der Preis von 1.700 Euro?

Ja, das ist fair. Ich hatte mit weit über 2.000 Euro gerechnet, dann wäre sie der FX30 gefährlich nah gekommen. 1.700 Euro passt, zumal die A6600 damals in einer ähnlichen Region gestartet ist. Für das, was du an Sensor, Autofokus und Video-Features bekommst, ist das ein starkes Paket.

Kleine ehrliche Einordnung von mir: Ich selbst kaufe sie mir nicht, weil ich schon die ZV-E1 im Vollformat habe und das für mich keinen Sinn ergibt. Für dich als APS-C-Shooter oder Umsteiger von ZV-E10 und A6600 ist sie aber genau die Kamera, auf die es sich zu warten gelohnt hat.

Häufige Fragen

Überhitzt die Sony A6700 beim Filmen? Im Normalbetrieb nicht. Nur bei 4K120 geht sie nach rund 20 Minuten aus. Normale Aufnahmen laufen locker eine Stunde 20 bis 30, dann ist eher Akku oder Karte am Limit.

Welchen Akku nutzt die A6700? Den großen NP-FZ100, denselben wie A6600, A7 IV und viele Vollformat-Sonys. Das gibt dir spürbar mehr Laufzeit als die kleinen Akkus der ZV-E10 oder A6400.

Kann ich Vollformat-Objektive an der A6700 nutzen? Ja. Durch den APS-C-Crop wird die Brennweite verlängert (aus 16-35mm werden etwa 24-52mm), ohne Qualitätsverlust. Umgekehrt, APS-C-Glas an Vollformat, gibt es Crop und Einbußen.

A6700 oder ZV-E1, was ist besser? Kommt auf den Einsatz an. Die A6700 ist die günstigere APS-C-Hybrid-Kamera für Foto und Video mit besserem Überhitzungsverhalten. Die ZV-E1 ist Vollformat, stärker im Low-Light und aufs Vlogging getrimmt, aber teurer und hitzeempfindlicher.

Kann die A6700 LUTs importieren? Ja. Du lädst deine LUT direkt in die Kamera und siehst beim Dreh, wie dein S-Log3-Material nach dem Grading grob aussehen wird. Vorher gab es das nur bei der Cinema-Line.

Das ganze Video mit allen Handgriffen findest du hier: APSC KÖNIG A6700! Beste Hybrid Kamera in 2023 auf YouTube ansehen.

Nächster Schritt: Wenn du dich zwischen A6700, ZV-E1 und FX30 nicht entscheiden kannst, arbeite dich durch die große Sony-Kaufberatung. Da sortiere ich das komplette Lineup nach Budget und Einsatz, damit du am Ende die eine Kamera in der Hand hast, die zu dir passt.

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