Kaufberatung & Vergleiche

Sony Stabilisierung Vergleich: ZV-E1 vs ZV-E10 vs A7 IV

Sony Stabilisierung im Vergleich: ZV-E1 vs ZV-E10 vs A7IV. Catalyst Browse, Dynamic Active Stabilization und IBIS im Praxistest, mit der richtigen Verschlusszeit.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 23. Mai 2023 8 Min Lesezeit
TL;DR: Im Sony Stabilisierung Vergleich liegen ZV-E1, ZV-E10 und A7 IV viel enger zusammen, als man denkt. Catalyst Browse und Dynamic Active Stabilization liefern fast identisch glattes Bild, wenn du die Verschlusszeit auf 1/200 s stellst. Fürs normale Vloggen reicht Active Stabilization völlig. Nur die ZV-E10 hat kein IBIS und braucht den elektronischen Stabi plus Catalyst Browse.

Basiert auf meinem Video: Sony Stabilization Test: ZV-E1 vs ZV-E10 vs A7IV (MIT ÜBERRASCHUNG!)

Ich hab drei Kameras genommen, bin damit gerannt, hab gevloggt und dann alle Clips ohne Beschriftung nebeneinander gelegt. Und ehrlich: Ich konnte selbst kaum sagen, welche Aufnahme von welcher Kamera kommt. Genau darum geht es hier. Nicht welche Kamera auf dem Papier den fetteren Stabi hat, sondern was am Ende im Bild ankommt.

Welche Stabilisierung hat welche Kamera?

Kurz vorweg, weil das der Kern ist: Die drei Kameras spielen nicht in derselben Liga, was die Hardware angeht. Die A7 IV und die ZV-E1 haben IBIS (In-Body Image Stabilization, also einen beweglichen Sensor). Die ZV-E10 hat das nicht, die verlässt sich auf Objektiv-Stabi und einen elektronischen Crop.

Kamera Standard Active Stabilization Dynamic Active Catalyst Browse
ZV-E10 Objektiv-Stabi (OSS) elektronisch, ~44 % Crop nein ja (Gyro-Daten)
ZV-E1 IBIS, kein Crop IBIS stärker, ~10 % Crop ja, ~40 % Crop ja (Gyro-Daten)
A7 IV IBIS, kein Crop IBIS stärker, Crop nein ja (Gyro-Daten)

Dynamic Active Stabilization ist zum Testzeitpunkt neu und steckt in keiner anderen Sony. Es ist im Grunde Catalyst Browse direkt in der Kamera, dazu unten mehr. Wenn du die ganzen ZV-E10-Optionen im Detail willst, hab ich dir die Stabilisierungsoptionen der Sony ZV-E10 separat aufgeschrieben.

Wie sieht der Test aus?

Zwei Szenarien, mehr braucht es nicht. Erstens normales Vloggen: Kamera abstellen, wieder aufnehmen, rumlaufen, das was die meisten von uns eh machen. Zweitens ein Härtetest, bei dem ich die Kamera handheld gehalten und bin gerannt bin. Alles handheld, kein Gimbal, damit man wirklich sieht, was die Stabi allein kann.

Für jede Kamera hab ich mehrere Modi durchgespielt und die Clips gegeneinandergestellt. Weiter unten zeig ich dir, warum ausgerechnet die kleinste Kamera im Test die größte Überraschung war.

ZV-E1 vs ZV-E10 vs A7IV beim Vloggen: was war der Unterschied?

Beim normalen Vloggen sieht man kaum einen Unterschied zwischen den drei, sobald der jeweils passende Modus läuft. Am deutlichsten erkennbar war die ZV-E10, die wackelt beim reinen Standard etwas mehr. Sobald der elektronische Stabi mit dem 44-Prozent-Crop drin ist, zieht sie aber erstaunlich gleich.

Der Vergleich ohne Stabilisierung gegen Standard-IBIS an der A7 IV zeigt es am besten: ohne alles wackelt es sichtbar, mit Standard-IBIS wird es ruhig, und das ganz ohne Crop. Der Sensor gleicht das einfach aus. Für entspanntes Gehen ist das schon ganz okay.

Richtig krass wird es beim direkten Duell ZV-E1 mit Dynamic Active gegen ZV-E10 mit Catalyst Browse. Da liegt praktisch nichts dazwischen. Und Active Stabilization an der A7 IV gegen Active an der ZV-E1? Auch quasi identisch. Wer hier die Kameras auseinanderhalten will, muss raten. Genau das ist die gute Nachricht: Du bist nicht auf das teuerste Gehäuse angewiesen, um ruhiges Vlog-Footage zu bekommen.

Der Härtetest: warum die A7 IV die ZV-E10 schlägt

Beim Rennen zeigt sich der wahre Charakter, und hier kommt der Twist. Man würde tippen, die ZV-E10 mit ihrem aggressiven 44-Prozent-Crop stabilisiert am stärksten. Tut sie aber nicht. Die A7 IV lag beim Rennen vorne, obwohl beide ein sehr ähnliches Ergebnis liefern.

Der Grund ist nicht die Elektronik, sondern die Hand. Die A7 IV ist größer und liegt einfach satter in der Hand. Weil sie besser liegt, halte ich sie ruhiger. Weil ich sie ruhiger halte, muss die Stabi weniger ausbügeln. So simpel ist das. Ein Detail, das keine Spec-Tabelle abbildet.

Und noch was Wichtiges: Der elektronische Stabi der ZV-E10 braucht beim Rennen die richtige Verschlusszeit, sonst bekommst du dieselben Jitter-Artefakte wie bei Catalyst Browse. Dazu jetzt.

Warum ist die Verschlusszeit so entscheidend?

Die Verschlusszeit ist der Punkt, an dem die meisten scheitern. Merk dir eine Zahl: 1/200 s. Egal ob Catalyst Browse, Dynamic Active oder der elektronische Stabi der ZV-E10, ohne kurze Verschlusszeit sieht das Ergebnis eklig aus.

Ich hab bewusst einen Clip mit zu langer Verschlusszeit reingeschnitten, damit du es siehst: Sobald du dich schneller bewegst oder rennst, franst jedes Bild aus, es kommen Jitter und Artefakte rein. Das Footage ist dann unbrauchbar, da hilft kein Nachbearbeiten mehr. Mit 1/200 s dagegen wird alles butterweich.

Warum das so ist: Diese Stabi-Verfahren rechnen das Bild pro Frame gerade. Wenn ein einzelner Frame durch eine lange Verschlusszeit schon in sich verwischt ist, kann die Software den Wisch nicht mehr entfernen. Sie schiebt nur einen unscharfen Frame hin und her. Kurze Verschlusszeit heisst scharfe Einzelframes, und die lassen sich sauber stabilisieren. Wer tiefer in die Verschlusszeiten für den Sony-Workflow will, findet bei mir den Verschlusszeit-Vergleich für Catalyst Browse und die komplette Anleitung zum Footage stabilisieren mit Sony Catalyst Browse.

Dynamic Active Stabilization oder Catalyst Browse: was ist besser?

Für mich ist Dynamic Active Stabilization einfach Catalyst Browse, nur In-Body, und zwischen beiden liegt im Ergebnis fast nichts. Beide brauchen die 1/200 s, beide glätten extrem. Der Unterschied steckt im Workflow und im Crop.

1. Dynamic Active Stabilization (ZV-E1): Direkt fertig aus der Kamera, du musst nichts rendern. Nachteil: Du musst die Verschlusszeit kürzer stellen, und der Crop ist mit rund 40 % happig. 2. Catalyst Browse (alle drei): In Sonys kostenlosem Tool nachträglich stabilisiert, weniger extremer Crop als Dynamic Active, dafür musst du jeden Clip rendern. Braucht Zeit und Rechenpower. 3. Active Stabilization (ZV-E1 / A7 IV): Nur rund 10 % Crop, kein Rendern, für normales Vloggen völlig ausreichend.

Mein Praxis-Tipp für Handheld-B-Roll mit der ZV-E1: Dynamic Active plus 60p. Dann hast du Catalyst-Browse-Glätte In-Body und kannst das Ganze noch in Slow-Motion legen. Das Ergebnis ist absurd smooth. Überhitzung ist ein Thema, aber B-Roll dreht man eh nicht 10 Minuten am Stück, also kein Problem. Details zur ZV-E1 gibt es im Sony ZV-E1 Vollformat-Vlogging Komplett-Guide.

Die Überraschung: APS-C-Objektiv an Vollformat, und keiner merkt es

Jetzt der Teil, der die meisten schockt. Ich hab bei allen drei Kameras dasselbe Sony 11mm APS-C-Objektiv benutzt, auch an den beiden Vollformat-Kameras ZV-E1 und A7 IV. Ein APS-C-Weitwinkel an Vollformat, das crppt und vignettiert eigentlich. Trotzdem: Schaust du dir das Footage an, siehst du mit blossem Auge null Qualitätsunterschied.

Wie ich das hinbekommen hab:

  • Bei Dynamic Active hab ich in Post nochmal 20 % extra reingecroppt, weil man beim Drehen der Kamera sonst die Vignette bzw. den Sensorrand sieht.
  • Bei Active Stabilization hab ich Sonys Clear Image Zoom genutzt und 1,4-fach reingezoomt.

Rechne das zusammen und du landest bei ordentlichem Crop obendrauf, und es sieht immer noch gut aus. Ich sag es gleich ehrlich dazu: Ein Vollformat-Objektiv an einer Vollformat-Kamera ist natürlich technisch besser, gar keine Frage. ABER ich hatte kein Vollformat-Weitwinkel zur Hand, nur das Sigma 24-70mm, und mit dem willst du beim Vloggen nicht auch noch 40 % reincroppen. Das ist viel zu eng.

Die Lektion daraus: Hör auf, Erbsen zu zählen. Lieber ein Leichtgewicht in der Hand zum Vloggen und ein Bild, das top aussieht, als penibel jedes Pixel zu messen. Für Kundenaufnahmen, wo Geld fliesst, suchst du natürlich den Sweetspot mit passendem Glas. Für alles andere reicht das APS-C-Objektiv locker. Mehr zu dieser Linse gibt es im Sony 11mm F1.8 Vlogging-Objektiv Review.

Welche Einstellung für welchen Einsatz?

Kurz und praktisch, damit du es dir merken kannst:

  • Normales Vloggen: Active Stabilization an ZV-E1 oder A7 IV reicht komplett. Niemand rennt beim Vloggen.
  • Rennen / harte Bewegung: Catalyst Browse oder Dynamic Active mit 1/200 s. Für echte Action-Shots bei Kunden nimmst du eh einen Gimbal.
  • ZV-E10: Kein IBIS, also elektronischer Stabi plus Catalyst Browse, oder ein Mini-Gimbal.
  • Outdoor mit viel Licht: Alles geht, Catalyst Browse, Dynamic Active oder Active, je nach Geschmack.
  • Indoor / wenig Licht: Lieber Gimbal oder Active Stabilization, weil die starken Crop-Modi dir Licht kosten. Ausnahme ist wieder die ZV-E10.

Wenn du die A7 IV für den ruhigsten Handheld-Look nutzen willst, hol dir am besten meinen Sony A7 IV Settings-Download (5,00 EUR), da sind meine Verschlusszeiten und Stabi-Einstellungen fertig drin.

Häufige Fragen

Hat die Sony ZV-E10 IBIS?

Nein. Die ZV-E10 hat keinen beweglichen Sensor. Du bist auf die optische Stabilisierung des Objektivs, den elektronischen Active-Stabilizer mit rund 44 % Crop und auf Catalyst Browse angewiesen.

Welche Verschlusszeit für Sony Catalyst Browse und Dynamic Active?

1/200 s ist der Sweetspot. Mit einer langsameren Verschlusszeit bekommst du Jitter und verwischte Frames, die sich nicht mehr sauber stabilisieren lassen. Das gilt für Catalyst Browse, Dynamic Active und den elektronischen Stabi der ZV-E10 gleichermassen.

Ist Dynamic Active Stabilization besser als Catalyst Browse?

Im Bild sind sie fast identisch. Dynamic Active kommt fertig aus der Kamera, hat aber einen größeren Crop von rund 40 %. Catalyst Browse cropt weniger, kostet dich aber Renderzeit am Rechner.

Reicht Active Stabilization fürs Vloggen?

Ja, für normales Gehen und Vloggen reicht Active Stabilization an ZV-E1 und A7 IV völlig. Es cropt nur rund 10 %, braucht kein Rendern und sieht sauber aus.

Kann ich ein APS-C-Objektiv an der Vollformat ZV-E1 nutzen?

Ja. Ich hab das Sony 11mm APS-C an ZV-E1 und A7 IV benutzt und mit blossem Auge keinen Qualitätsverlust gesehen, selbst mit zusätzlichem Crop und Clear Image Zoom. Ein Vollformat-Objektiv ist technisch besser, aber für Standard-Footage fällt der Unterschied nicht auf.

Fazit und nächster Schritt

Die größte Erkenntnis aus dem Test: Die Kamera entscheidet weniger als die Verschlusszeit und die Art, wie du das Ding hältst. Stell 1/200 s ein, halt die Kamera ruhig, und ZV-E1, ZV-E10 wie A7 IV liefern dir alle glattes Footage. Willst du wissen, welche der drei zu dir passt, schau in meinen ZV-E1 vs A7 IV Vergleich und in die grosse Übersicht welche Sony Kamera kaufen.

Ganzes Video auf YouTube ansehen und dann pack dir die Kamera, stell 1/200 s ein und lauf einmal durch deine Wohnung. Du wirst überrascht sein, wie ruhig das Bild bleibt.

Passend dazu: Sony A7 IV Settings-Download (5,00 EUR) → zum Produkt
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Content Creator aus Frankfurt. Auf seroTech zeige ich cinematisches Filmmaking, Kamera-Technik und Color Grading — ehrlich eingeordnet aus der echten Praxis, mit Sony & DJI im Einsatz.

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