Basiert auf meinem Video: Viltrox 13mm F1.4 für Sony E-Mount & ZV-E10 – Kann das Objektiv mithalten?
Ich hab das Footage nach dem Dreh am Rechner aufgemacht und war ehrlich baff. Für 294 Euro erwartest du weiche Ecken und Matsch bei Offenblende, kriegst aber ein Bild, das nach Oberklasse riecht. In diesem Viltrox 13mm F1.4 Test zeig ich dir, wo das Objektiv an der Sony ZV-E10 wirklich abliefert und wo es mich genervt hat.
Ist das Viltrox 13mm F1.4 gut für die Sony ZV-E10?
Ja, für Foto und Landschaft ist das Viltrox 13mm F1.4 an der Sony ZV-E10 eine der besten Preis-Leistungs-Optionen im E-Mount. Die Schärfe ist stark, die Farben sind satt, die optischen Fehler minimal. Nur beim Vlogging aus der Hand macht dir das Gewicht einen Strich durch die Rechnung.
Das Objektiv gibt es für Fuji X-Mount schon lange. Wir Sony-E-Mount-Nutzer und Nikon-Z-Mount-Leute dürfen erst seit ein, zwei Monaten ran. Und ich versteh jetzt, warum die Fuji-Fraktion so lange darauf abfährt. An APS-C wie der ZV-E10 entspricht die Brennweite umgerechnet knapp 20 mm, also ein echtes Weitwinkel für Räume, Landschaft und Establishing-Shots.
Wie scharf ist das Viltrox 13mm bei f1.4?
Schon bei Offenblende f1.4 ist das Bild richtig scharf, bis in die Ecken. Das ist der Punkt, an dem billige Weitwinkel normalerweise einbrechen, und genau hier liefert das Viltrox.
Ich hab mit weichen Kanten gerechnet, weil das Objektiv so günstig ist. Kam nicht. Die Art, wie es bei f1.4 den Fokus rendert, ist top, der Kontrast sitzt, die Farben sind satt. Ich hab aktiv nach Nachteilen im Bild gesucht und es war schwer, welche zu finden. Bei f16 gibt es Diffraction, aber dafür kann das Objektiv nichts, das ist simple Physik und passiert bei jedem Glas.
Zum Vergleich: Beim Sony 15mm F1.4 G hat man an manchen Stellen schon einen Abfall gesehen. Hier weniger. Wer die Grundlagen von Blende und Schärfe nochmal sauber will, findet das im Objektiv-Guide für Sony (welches Objektiv kaufen).
Verzeichnung, Vignette und Chromatic Aberration
Kaum vorhanden. Das Verrückte: In Adobe Lightroom gibt es für das Objektiv noch nicht mal ein Korrektur-Profil, weil es so neu ist. Heißt, die Kamera und die Software gleichen nichts aus, und trotzdem ist das Bild sauber.
- Verzeichnung (Barrel Distortion): fast keine. Bei einem Weitwinkel hast du sonst fast immer Tonnenverzeichnung, hier praktisch nicht. Wie Viltrox das ohne Software-Profil hinbekommt, weiß ich nicht, ich bin kein Ingenieur.
- Vignette: bei f1.4 sichtbar, ab f2.8 verschwindet sie. Ganz normal fürs Weitwinkel.
- Chromatic Aberration: kaum zu erkennen, mit dem bloßen Auge nur ein Hauch, nicht der Rede wert.
- Focus Breathing: sehr wenig, auch weil der AF Transition Speed hoch steht (dazu gleich mehr). Für Landschaft und ruhige Videos ideal.
Wenn dich das Thema Verzeichnung generell interessiert, hab ich das hier im Detail: Objektivverzeichnung an Sony-Kameras korrigieren.
Flare Control und Gegenlicht
Beim Flare schlägt das Viltrox sogar die teureren Sony-Objektive, die ich getestet hab. Auf meinen Fotos konnte ich fast nichts erkennen, ein Minimum an Flare hast du immer, das ist normal.
Ein echtes Problem gibt es nur bei direktem Gegenlicht: Wenn die Sonne direkt hinter dem Motiv knallt, wird das Fokussieren schwer. Das ist aber der Bauart als Weitwinkel geschuldet und passiert bei fast jedem Glas, also kein Punktabzug speziell fürs Viltrox.
Wie ist die Verarbeitung?
Komplett Metall, fühlt sich in der Hand robust und wertig an. Sogar der Objektivdeckel ist aus Metall statt aus dem üblichen Plastik, das hat mich überrascht.
Der Preis dafür steht auf der Waage: 420 g. Das ist kein Leichtgewicht. Sony zeigt mit dem 11mm und dem 15mm, dass so ein Objektiv auch im 100-Gramm-Bereich gehen kann. Das Viltrox ist eine andere Liga. Zum Einordnen: Das Tamron 17-70mm F2.8 wiegt über 500 g, das Viltrox rund 420 g. Die 100 Gramm Unterschied merkst du beim Handling deutlich.
Taugt das Viltrox 13mm zum Vloggen?
Ehrlich: nein, zumindest nicht aus der ausgestreckten Hand. Das Gewicht und die Größe machen es beim Vloggen unangenehm, ich musste beim Dreh dauernd den Arm wechseln.
Ich hatte sofort Türkei-Flashbacks von damals mit dem Sigma 16mm F1.4, wo ich beim Vloggen genau dasselbe hatte, Arm umständlich wechseln, weil das Ding zu schwer wird. Fürs Vlogging steh ich klar auf Leichtgewichte, und da ist für mich das Sony 11mm F1.8 angenehmer.
Schaltest du die Active Stabilization der ZV-E10 dazu, wird es enger: Der Modus croppt rund das 1,44-Fache, aus 13 mm werden also grob 21 mm Bildausschnitt. Damit bist du nah dran und musst den Arm noch weiter strecken. Über Sonys Catalyst Browse in der Post stabilisieren klappt es eher, weil du dann in der Kamera nicht croppst. Vlogging aus der Hand bleibt trotzdem nicht die Stärke dieses Objektivs.
Autofokus und der AF-Pulsier-Trick
Der Autofokus ist stark: schnell und zuverlässig bei Foto, lockt das Motiv sofort, und auch im Video sehr flott. Ein Detail solltest du aber kennen.
Der AF Transition Speed steht an der ZV-E10 ab Werk auf dem Maximum, Wert 7. Bei nahen Motiven bekommst du dadurch ein Pulsieren im Hintergrund, sobald du das nahe Objekt aus dem Bild nimmst. Fix: Stell den Wert auf 4. Dann wirkt der Fokus-Switch natürlicher und das Pulsieren ist weg. So hab ich es für mich gelöst. Solche Menü-Werte hab ich alle im kompletten Guide zur Sony ZV-E10 gesammelt.
Die Nachteile im Überblick
Es ist ein starkes Objektiv, aber ohne Kritikpunkte geht es nicht. Hier die vier Dinge, die mich stören:
1. Kein optischer Stabilisator (OSS). Die ZV-E10 hat nur den elektronischen Stabilisator, kein internes IBIS. Ein optischer Stabi im Objektiv hätte hier viel gebracht, fehlt aber. 2. Größe und Gewicht. 420 g Vollmetall. Fürs Handling und speziell fürs Vlogging ein Minus. 3. Smoother Blendenring. Der Ring rastet nicht klickig ein, sondern läuft glatt durch. Klingt egal, ist es nicht: Er verstellt sich, wenn du versehentlich drankommst, und plötzlich bist du nicht mehr bei deiner Wunschblende. Selbst im Auto-Modus rutscht er zu leicht wieder raus. Bei den Sony-Objektiven musste ich da spürbar mehr Kraft aufwenden. Die Fuji-X-Nutzer haben das schöne Klicky-Klacky, wir leider nicht. Ein Schalter zum Umstellen zwischen smooth und klickend wäre die Lösung. 4. Nicht wetterfest. Kein Wetterschutz. Bei unserem meist regnerischen Wetter wäre das nice to have. Mich betrifft es weniger, weil die ZV-E10 selbst nicht wetterfest ist.
Viltrox 13mm F1.4 an der ZV-E10: die Kurzübersicht
| Punkt | Bewertung |
|---|---|
| Preis | ca. 294 Euro (Amazon), teils günstiger |
| Schärfe bei f1.4 | sehr scharf, bis in die Ecken |
| Verzeichnung | fast keine, ohne Software-Profil |
| Vignette | bei f1.4 sichtbar, ab f2.8 weg |
| Chromatic Aberration | kaum sichtbar |
| Focus Breathing | sehr gering |
| Flare Control | besser als getestete Sony-Objektive |
| Verarbeitung | komplett Metall, sehr robust |
| Gewicht | 420 g |
| Blendenring | smooth, verstellt sich leicht |
| Stabilisierung | keine (OSS fehlt) |
| Wetterschutz | nein |
| Vlogging aus der Hand | eingeschränkt, zu schwer |
Wie sich das gegen die anderen Weitwinkel im E-Mount schlägt, hab ich in der Kaufberatung für APS-C-Weitwinkel-Objektive an Sony gegenübergestellt.
Häufige Fragen
Passt das Viltrox 13mm F1.4 an die Sony ZV-E10? Ja. Es ist für Sony E-Mount (APS-C) gerechnet und passt direkt an die ZV-E10. An APS-C entspricht die Brennweite umgerechnet knapp 20 mm.
Was kostet das Viltrox 13mm F1.4? Rund 294 Euro auf Amazon. Woanders hab ich es auch mal etwa 100 Euro günstiger gesehen, weiß aber nicht mehr, auf welcher Seite.
Hat das Viltrox 13mm einen Bildstabilisator? Nein, es hat keinen optischen Stabilisator. An der ZV-E10 bist du auf den elektronischen Stabi oder auf Catalyst Browse in der Post angewiesen.
Ist das Viltrox 13mm gut zum Vloggen? Nur bedingt. Mit 420 g wird es aus der ausgestreckten Hand schnell anstrengend. Für ruhige Aufnahmen vom Stativ oder Gimbal top, fürs Handheld-Vlogging lieber ein Leichtgewicht wie das Sony 11mm.
Warum verstellt sich die Blende am Viltrox? Weil der Blendenring smooth läuft und nicht klickig einrastet. Ein leichtes Antippen reicht, um die Blende zu verstellen. Achte drauf oder nutz die Blende direkt in der Kamera.
Brauche ich einen ND-Filter für f1.4? Bei Sonne draußen ja, sonst überbelichtest du bei Offenblende. Ich hatte im Test einen ND-Filter drauf. Welcher passt, steht im Objektiv-Filter-Guide (ND, CPL, variabler ND).
Mein Fazit
Für 294 Euro bekommst du Bild-Qualität, die aus der Liga darüber wirkt: scharf ab f1.4, saubere Optik, satte Farben. Das Gewicht, der fehlende Stabilisator und der wackelige Blendenring sind reale Kompromisse, ABER für Landschaft, Foto und ruhige Video-Shots an der ZV-E10 spielt das Viltrox weit über seinem Preis.
Willst du das volle Potenzial rausholen, brauchst du die passenden Kamera-Settings dazu. Hol dir meinen Sony ZV-E10 Settings-Download (5,00 EUR) und leg die Menüs einmal richtig an, dann sitzt das Bild vom ersten Shot.
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