Postproduktion in Premiere Pro

Backup-Strategie für Content Creator mit Backblaze

Backup-Strategie für Content Creator: So sicherst du NAS, externe Festplatten und MacBook für ~12 Euro im Monat unbegrenzt mit Backblaze. Mein echtes Setup.

SSerkan · seroTechContent Creator aus Frankfurt 26. Oktober 2023 8 Min Lesezeit
TL;DR: Als Content Creator brauchst du drei Kopien deiner Daten. Mein Setup: ein NAS im RAID 5, externe Festplatten und ein MacBook, alles zusätzlich online gesichert über Backblaze Personal Backup. Das kostet unbegrenzten Speicherplatz für rund 9 Dollar im Monat pro Gerät. Bei mir mit zweiter Lizenz sind das etwa 12 Euro im Monat, und darin steckt das NAS, zwei Festplatten und mein MacBook.

Basiert auf meinem Video: UNBEGRENZTER Speicherplatz für JEDEN mit Backblaze

Stell dir vor, ein Kundenprojekt liegt fertig auf deiner Festplatte, drei Drehtage, keine zweite Kopie. Die Platte macht klick, klick, und ist weg. Genau davor schützt dich eine echte Backup-Strategie für Content Creator, und die kostet dich weniger als ein Kinobesuch im Monat. Ich zeig dir mein komplettes Setup und wie unbegrenzter Cloud-Speicher für kleines Geld wirklich funktioniert.

Was ist die beste Backup-Strategie für Content Creator?

Die kurze Antwort: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine an einem anderen Ort. Das ist die alte 3-2-1-Regel, und sie gilt für uns Creator ganz besonders. Wir produzieren riesige Mengen an Footage, und ein Datenverlust heißt bei uns nicht nur Ärger, sondern verlorene Kundenprojekte und verlorenes Geld.

Ich mache Foto und Video kommerziell. Deswegen ist für mich zwei Dinge Pflicht: Die Daten müssen sicher abgelegt sein, und ich brauche echte Backups, falls irgendwas ausfällt. Eine einzelne Festplatte ist kein Backup. Ein NAS ist auch noch kein vollständiges Backup. Erst die Kopie außer Haus, in dem Fall in der Cloud, macht das System sicher.

Mein Setup: NAS im RAID 5 als Basis

Der Kern ist ein NAS, also ein Network Attached Storage. Bei mir ein ReadyNAS, angebunden über mein Netzwerk an meine Dockingstation, an der mein MacBook hängt. Kein fancy Teil, es erfüllt seinen Zweck.

Drin stecken vier Festplatten mit je 4 TB. Netto bleiben davon etwa 10 bis 12 TB übrig, und der Rest geht für die Sicherheit drauf. Warum? Weil die Platten im RAID 5 laufen. Das bedeutet: Fällt eine Festplatte aus, komme ich trotzdem noch an alle meine Daten, weil sie auf den anderen drei Platten verteilt liegen. Eine Platte darf sterben, ohne dass was weg ist.

Aber, und das ist die wichtige damaging admission: RAID ist kein Backup. Wenn das ganze NAS abraucht, ein Blitz reinschlägt oder das Gerät geklaut wird, ist alles gleichzeitig weg. Genau deshalb braucht das NAS selbst noch eine Sicherung. Wer sein Footage vom Dreh überhaupt erst sauber auf so ein System bekommt, sollte vorher wissen, welche Karten das aushalten. Dazu hab ich einen eigenen SD-Karten Guide für Kameras geschrieben.

Das Tool: Backblaze Personal Backup

Das Tool heißt Backblaze. Der Personal-Plan kostet Stand heute 9 Dollar im Monat oder 99 Dollar im Jahr. Als ich angefangen hab, waren es noch 7 Dollar, ehrlich gesagt vermutlich der allgemeinen Teuerung geschuldet.

Dafür bekommst du unbegrenzten Speicherplatz, pro Lizenz auf einem Gerät installiert. Ich hab Backblaze auf meinem MacBook laufen, und es sichert im Hintergrund, ähnlich wie Time Machine, nur eben in die Cloud. Kein manuelles Draufziehen, es läuft einfach.

Der Trick, der Backblaze für uns Creator so stark macht, kommt jetzt.

Externe Festplatten werden mitgesichert

Das ist der große Vorteil: Jede externe Festplatte, die du per USB direkt an den Rechner anschließt, auf dem Backblaze läuft, wird automatisch mitgesichert. Kein Aufpreis, keine zweite Lizenz.

Deshalb hab ich meine 6-TB-Platte, die früher als NAS-Backup gedacht war, jetzt direkt an meine Dockingstation gehängt. Sobald ich mein MacBook per USB-C andocke, ist die Platte da, und Backblaze sichert sie online mit. Auf der liegen meine Archivdaten: alte Bilder, Kundendaten, Sachen, die ich selten brauche, aber auf keinen Fall verlieren will. Passiert der Platte was, sind die Daten trotzdem noch in der Cloud. Das ist der Punkt, an dem ein normales Cloud-Abo aufhört und ein echtes Backup anfängt.

Wie sichere ich mein NAS mit Backblaze?

Direkt geht das nicht, und das ist die ehrliche Einschränkung. Backblaze sichert nur lokal per USB angeschlossene Laufwerke, keine Netzwerklaufwerke. Hängst du eine Platte direkt ans NAS und lässt sie darüber laufen, sieht Backblaze sie nicht. Dann hättest du nur ein Backup, nicht zwei.

Mein Umweg löst das sauber. So sieht die Kette aus:

1. Ich hab eine neue 12-TB-Festplatte bestellt. 2. Die hängt nicht am NAS, sondern per USB an einem kleinen Rechner, so etwas wie ein Raspberry Pi. Das ist ein günstiger, stromsparender Linux-Rechner, der bei mir 24 Stunden im Büro läuft. 3. Auf diesem Pi läuft eine zweite Backblaze-Lizenz. Weil er immer an ist, wird die 12-TB-Platte zuverlässig online gesichert. 4. Im NAS stelle ich einen Backup-Job ein, der übers Netzwerk (remote) auf genau diese 12-TB-Platte am Pi schreibt.

Das Ergebnis: Das NAS sichert sich auf die externe Platte am Pi, und Backblaze hebt diese Platte in die Cloud. Und weil der Pi immer läuft, ist es egal, ob mein MacBook gerade angeschlossen ist oder nicht. Parallel dazu sichert Backblaze weiter mein MacBook und die 6-TB-Archivplatte, sobald ich im Büro andocke.

Am Ende habe ich für alles unbegrenzten Cloud-Speicher: NAS, zwei externe Festplatten und das MacBook. Wenn deine Rohdaten so sicher liegen, kannst du entspannt weiterarbeiten, zum Beispiel mit einem sauberen Proxy-Workflow für Sony-Kameras in Premiere Pro, ohne Angst um die Originaldateien.

Was kostet das Ganze wirklich?

Rechnen wir es zusammen. Die erste Lizenz kostet 99 Dollar im Jahr. Kaufst du über denselben Account eine zweite Lizenz für einen zweiten Rechner, zahlst du dafür 66 Dollar im Jahr.

Posten Kosten pro Jahr
Backblaze Lizenz 1 (MacBook + externe Platten) 99 Dollar
Backblaze Lizenz 2 (Raspberry Pi + 12-TB-Platte) 66 Dollar
Summe 165 Dollar

Das sind umgerechnet grob 150 Euro im Jahr, also rund 12 Euro im Monat. Dafür bekomme ich unbegrenzten Cloud-Speicher für ein NAS, zwei Festplatten und mein MacBook. Wenn du sonst überlegst, wo dein Budget hingeht, lohnt sich auch ein Blick in meinen Gear-Guide für Content Creator, aber Backup ist die eine Ausgabe, die ich niemandem ausreden würde.

Kann ich alte Versionen wiederherstellen?

Ja. Standardmäßig hältst du 30 Tage Historie vor. Machst du den Upsell mit der erweiterten Versionsgeschichte, kannst du bis zu ein Jahr zurückgehen. Das heißt, du erwischst auch Dateien, die du versehentlich vor Monaten überschrieben oder gelöscht hast, nicht nur den Stand von letzter Woche.

Die Wiederherstellung läuft so ab:

1. In der Web-App wählst du im Kalender ein Datum aus, den Stand, auf den du zurück willst. 2. Du wählst das Verzeichnis, das du brauchst. 3. Du lädst es herunter. Backblaze archiviert die Auswahl erst, das dauert eine Weile, und schickt dir eine E-Mail, sobald der Download bereit ist.

Alternativ könntest du dir die Daten auf physischen Festplatten zuschicken lassen. Ehrlich: Backblaze sitzt in den USA, mit Zoll und Versand kann das ewig dauern, wenn man in Deutschland sitzt. Ich musste das zum Glück nie machen und hab immer einfach die Verzeichnisse online heruntergeladen.

Backblaze gegen Google Drive, Dropbox und Co.

Es gibt viele Anbieter, klar: Google Drive, Dropbox, Amazon Storage und so weiter. Der Unterschied ist der Preis pro Terabyte. Bei den meisten zahlst du nach Speichermenge, und bei den Datenmengen, die wir Creator produzieren, wird das schnell teuer. Backblaze Personal ist unbegrenzt zum Festpreis pro Gerät.

Dazu kommt der Punkt mit den externen Festplatten, den die klassischen Cloud-Speicher so nicht bieten. Für mein Setup ist Backblaze deshalb die kostengünstigste Lösung, und ich nutze es selbst seit Jahren, nicht weil ich hier irgendwas verkaufen will.

Häufige Fragen

Ist ein RAID-NAS schon ein Backup? Nein. RAID schützt dich, wenn eine Festplatte ausfällt, dann kommst du weiter an deine Daten. Aber gegen Diebstahl, Blitz, Feuer oder einen Totalausfall des Geräts hilft es nicht. Erst eine zweite, örtlich getrennte Kopie, zum Beispiel in der Cloud, macht es zum Backup.

Sichert Backblaze meine externen Festplatten mit? Ja, solange sie per USB direkt am Rechner hängen, auf dem Backblaze läuft. Netzwerklaufwerke wie ein NAS sichert Backblaze Personal nicht direkt. Deshalb der Umweg über einen kleinen Dauerläufer wie einen Raspberry Pi mit eigener Lizenz.

Wie lange kann ich alte Dateiversionen wiederherstellen? Standard sind 30 Tage. Mit der erweiterten Versionsgeschichte gehst du auf bis zu ein Jahr hoch, praktisch, wenn du erst spät merkst, dass eine Datei kaputt oder gelöscht ist.

Lohnt sich Backblaze für kleine Kanäle? Wenn du regelmäßig drehst und schneidest, ja. Ein einziges verlorenes Projekt kostet dich mehr Zeit und Nerven als ein Jahr Backup. Und du kannst mit einer Lizenz und einer externen Platte klein anfangen.

Ich habe kein NAS, kann ich das trotzdem machen? Klar. Installier Backblaze auf deinem Rechner und häng deine externe Arbeitsplatte per USB dran. Damit sicherst du deinen Rechner und die Platte in einem Rutsch, ganz ohne NAS und Raspberry Pi.

Fazit und nächster Schritt

Sichere deine Daten, bevor du sie brauchst. Mein Setup aus NAS, externen Platten und MacBook, alles online über Backblaze, kostet mich rund 12 Euro im Monat und nimmt mir die Angst vor dem großen Datenverlust. Fang klein an: eine Lizenz, eine externe Platte, unbegrenzt gesichert.

Wenn dein Footage sicher liegt, geht es an die Bearbeitung. Damit deine fertigen Videos auch sauber rauskommen, hol dir mein gratis Premiere Pro Export-Preset und schau dir den kompletten Ablauf im YouTube-Video-Workflow von der Idee bis zum Export an. Wer tiefer in Schnitt und Farbe will, findet alles in meinem Guide zur Postproduktion in Premiere Pro.

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