Basiert auf meinem Video: Was nehme ich an Equipment für Eventfotografie & Videos mit?
Ich war auf dem türkischen Filmfestival, mitten im Kinosaal, und da ist es stockdunkel. Preise werden überreicht, Leute laufen über die Bühne, es geht Schlag auf Schlag. Wenn du in so einer Situation überlegst, welches Objektiv du jetzt wechselst, hast du den Moment schon verpasst. Genau darum ist mein Equipment für Eventfotografie so aufgebaut, wie es ist: eine Handvoll Sachen, auf die es ankommt, und ein Haufen Backup für den Fall der Fälle.
Was ist das wichtigste Equipment für Eventfotografie?
Das Herzstück ist Kamera plus Zoom-Objektiv plus Blitz. Ohne diese drei kannst du es am Event eigentlich gleich sein lassen. Bei mir läuft das über die Sony A7 IV mit ihren 33 Megapixeln und dem Sigma 24-70 f2.8. Die 33 MP geben dir Reserve zum Croppen, falls du im Gedränge doch mal nicht nah genug rankommst.
Warum ausgerechnet ein Zoom? Weil ein Event keine Rückspultaste hat. Jemand hält den Award in die Höhe, zeigt ihn ins Publikum, dreht sich weg. Mit einer Festbrennweite stehst du zu weit vorne, musst zwei Schritte zurück, verpasst den Moment. Ein Zoom-Objektiv ist deshalb Pflicht, nicht Kür. Wer den Unterschied grundsätzlich noch abwägt, findet die ganze Abwägung in meinem Beitrag Festbrennweite vs. Zoom-Objektiv.
Und der Blitz: der Godox V860 III-S (das S steht für Sony) sitzt direkt auf dem Hotshoe. Im dunklen Kinosaal ist das kein Nice-to-have, das ist das, was überhaupt ein brauchbares Bild rettet. Kleiner Praxis-Hinweis aus dem Video: mein Ulanzi-Cage passt nicht mit dem Blitz zusammen, der Hotshoe-Mount wird vom Cage blockiert. Fürs Event fliegt das Cage also runter, Blitz drauf, fertig.
Welche Objektive nimmst du mit ans Event?
Zwei Zooms, mehr nicht: das Sigma 24-70 für den Grossteil und das Sony 16-35 für die richtig weiten Sachen. Das 24-70 deckt allein nicht die ganze Range ab, die ich brauche, deshalb das Weitwinkel als Ergänzung. Beides Zoom, aus dem einen Grund, den ich schon zu Tode geritten habe: für Primes hast du am Event keine Zeit.
| Objektiv | Wofür am Event |
|---|---|
| Sigma 24-70 f2.8 | Standard: Bühne, Portraits, Übergabe-Momente |
| Sony 16-35 | Weitwinkel: Raum, Menge, enge Situationen |
Wenn du deinen eigenen Sony-Objektivpark aufbauen willst, hab ich dir die Brennweiten und Blenden im Objektiv-Guide für Sony sortiert.
Brauchst du wirklich einen Blitz und ein Mikrofon?
Ja, beide. Kamera und Blitz sind bei so einer Veranstaltung komplette Pflicht, das Mikrofon kommt direkt danach. Denn am Event passiert ständig etwas, mit dem du nicht gerechnet hast. Bei mir waren das spontane Interviews, und da war ich ehrlich überrascht, wie schnell aus Foto plötzlich Ton-Aufnahme wurde.
Für den Ton hatte ich ein Wireless-Mic von DJI dabei, in Kombination mit einem RØDE VideoMic NTG als Richtmikrofon. Das NTG habe ich einfach oben angesetzt, per AUX-Kabel verbunden, und der Interviewgast hat da reingesprochen. War nicht die feine englische Art, aber besser ging es spontan nicht, und der Ton war brauchbar. Wie ich das DJI-Mic sauber einrichte, steht im DJI Mic Workflow; die grundsätzliche Frage, welches Mic wann Sinn macht, klärt der Audio-Guide fürs Video.
Was steckt sonst noch im Kamerarucksack?
Der Rest ist wichtig, aber eine Stufe unter Kamera, Blitz und Mic. Das meiste davon habe ich am Festival nicht mal gebraucht, es liegt für den Notfall drin. Genau das ist der Punkt bei Event-Equipment: du packst nicht für den geplanten Ablauf, du packst für das, was schiefgeht.
1. Zwei Sony-Akkus im eigenen Fach, plus Ladegerät. Dazu das Speedlight-Ladegerät extra. 2. Zwei Speicherkarten in der Kamera, Dual Recording aktiv, damit die Aufnahme doppelt gesichert ist. 3. Ein Freewell ND-Filter-System mit integriertem CPL. Am Event nicht gebraucht (ich hatte eher zu wenig als zu viel Licht), aber sobald eine Veranstaltung draussen läuft und du Video drehst, willst du den ND. Warum, steht im ND- und CPL-Filter-Guide. 4. Ein Transmitter, um das Speedlight per Remote zu steuern. Auch nicht gebraucht, aber für entfesseltes Blitzen am Event Gold wert. 5. Ein Atomos Ninja V+ als Field-Monitor, über ein L-Bracket an die Kamera gehängt. Den hab ich für die Interviews genutzt. Ob sich so ein Monitor für dich lohnt, hab ich im Field-Monitor-Guide durchgerechnet. 6. Side-Handle und Top-Handle vom Ulanzi-Cage, dazu die Sony ZV-E1 als zweite Cam. Damit hab ich am Rand schnell ein Instagram-Reel gedreht, das vom Look her was hermachen sollte. 7. Ein Luftgebläse gegen Staub beim Objektivwechsel, plus diverse Kabel fürs Audio-Monitoring vom Wireless-Mic.
Osmo Pocket 3 als B-Roll- und BTS-Kamera
Der DJI Osmo Pocket 3 fehlt in meinem Rucksack nicht mehr, Punkt. Am Event läuft er als Behind-the-Scenes-Kamera: ein bisschen Footage zum Einblenden, B-Roll fürs YouTube-Video hinterher. Der Gimbal ist eingebaut, das Ding passt in eine Hand, und die Aufnahmen sehen sofort ruhig aus. Dazu das kleine Tripod, mehr braucht der nicht. Wenn du die Cam rundum verstehen willst (die Einstellungen mein ich), hab ich sie im Osmo Pocket 3 Guide auseinandergenommen.
Licht und Stativ für spontane Interviews
Das portable Licht hat mir am Event den Hintern gerettet. Es ist ein SmallRig RC-60B mit integriertem Akku, dazu eine Mini-Softbox, die man vorne dranklemmt. Als das spontane Interview kam, war der Kinosaal zu dunkel, und ich war wirklich froh, das Teil dabei zu haben. Handheld halten, Softbox drauf, Gesicht sauber ausgeleuchtet. Wenn es schnell gehen muss und du Licht brauchst, ist so ein Akku-Panel ein absolutes Go.
Für feste Setups hatte ich ein SmallRig Heavy Carbon Tripod mit Fluidkopf dabei, das laut Angabe rund 25 kg trägt und trotzdem leicht ist. Ehrlich: das Ding ist teuer. Aber für Interviews mit Kamera plus Monitor plus Blitz willst du kein wackeliges Billigstativ drunter. Dazu ein Lichtstativ, um das RC-60B fest anzubringen, wenn ich nicht handheld arbeite.
Welcher Kamerarucksack fürs Event?
Für Projekte nehme ich den grossen: das PGYTECH OneMo 2 mit 35 Litern. Da passt der ganze Kram oben rein, mit eigenem Fach für Akkus und sauberer Aufteilung. Wenn ich solo für YouTube unterwegs bin, reicht der kleinere Ulanzi mit 25 Litern, der ist handlicher.
| Rucksack | Volumen | Einsatz |
|---|---|---|
| PGYTECH OneMo 2 | 35 L | Event, Projekt, volles Setup |
| Ulanzi | 25 L | Solo, YouTube, handlich |
Zwischen den beiden liegen rund 150 Euro Unterschied. Welcher für wen mehr Sinn macht, ist ein eigenes Video wert; sag mir in den Kommentaren, ob dich der Vergleich interessiert. Beide sind Teil meines größeren Gear-Guides für Content Creator, in dem ich mein komplettes Zubehör sortiere.
Häufige Fragen
Welche Kamera für Eventfotografie? Eine, die im Dunkeln sauber belichtet und dir Reserve gibt. Ich nutze die Sony A7 IV mit 33 MP, weil ich damit croppen kann, wenn ich nicht nah genug rankomme. Wichtiger als das Modell ist, dass ein Zoom-Objektiv und ein Blitz drauf passen.
Warum kein Prime-Objektiv am Event? Weil du keine Zeit zum Objektivwechseln hast. Momente am Event kommen einmal und sind weg. Mit einem Zoom deckst du vom Portrait bis zum Weitwinkel alles ab, ohne den Body anzufassen.
Brauche ich einen Blitz in dunklen Locations? Ja. In einem Kinosaal oder einer abgedunkelten Halle ist der Blitz der Unterschied zwischen brauchbarem Bild und Matsch. Ich fahre den Godox V860 III-S direkt auf dem Hotshoe.
Wie decke ich spontane Interviews am Event ab? Wireless-Mic plus Richtmikrofon für den Ton, ein Field-Monitor zum Kontrollieren und ein kleines Akku-Licht wie das SmallRig RC-60B fürs Gesicht. Damit bist du in zwei Minuten aufnahmebereit, ohne dein Foto-Setup komplett umzubauen.
Wie gross sollte der Kamerarucksack sein? Fürs volle Event-Setup 35 Liter, damit Kamera, zweites Objektiv, Blitz, Mic, Monitor und Licht reingehen. Solo für YouTube reichen 25 Liter.
Fazit und nächster Schritt
Halt es am Event simpel: gute Kamera, Zoom-Objektiv, Blitz. Das ist der Kern, der Rest ist Versicherung gegen das Unerwartete. Genau so einen Rucksack packe ich vor jedem Projekt, und genau so komme ich ohne Panik durch einen dunklen Kinosaal.
Das ganze Setup in Bewegung siehst du hier: ganzes Video auf YouTube ansehen.
Und wenn das Event-Footage im Schnitt liegt: schnapp dir mein gratis Premiere Pro Export-Preset (0 EUR), damit dein Material für YouTube sauber und scharf rauskommt. Wie meine Export-Einstellungen für 4K und 1080p im Detail aussehen, liest du im verlinkten Beitrag.



